Weißer Fleck verschwindet ...  


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vom 30. Nov. 2000

Weißer Fleck verschwindet

Die Poelchau-Schule wird zur sportbetonten Gesamtschule  mit gymnasialer Oberstufe

Von Thomas Gantz


Poelchau-Schule vom nächsten Sommer an sportbetont

BM/dpaCharlottenburg - Mit der Poelchau-Gesamtschule (Halemweg) wird es vom nächsten Schuljahr an die vierte sportbetonte Schule in Berlin geben ‑ und die seit langem geforderte erste im West-Teil der Stadt. „Wir realisieren damit eine schon vor mehreren Jahren in der Koalitionsvereinbarung festgeschriebene Absicht", sagte Sportsenator Klaus Böger (SPD). Zwei der drei Sportklassen mit gymnasialer Oberstufe sind dem Hochleistungssport vorbehalten. Zudem gibt es eine dritte Sport- und drei Regelklassen für „normale" Schüler bis zum Abitur. Profil-Sportarten werden Hockey, Rudern, Leichtathletik, Schwimmen/ Wasserball sowie Moderner Fünfkampf sein. „Als Projekt-Sportarten führen wir Basketball, Tischtennis, Volleyball und Fußball weiter", so Schulleiter Rüdiger Barney. 60 Lehrer unterrichten rund 700 Schüler.


Auf diesen Tag haben das Lehrerkollegium und die Schüler der Poelchau-Oberschule lange warten müssen. Sieben Jahre genauer gesagt. Eine lange Zeit, während der die im äußersten Nordwesten Charlottenburgs beheimatete Bildungseinrichtung immer um eine offizielle Zuerkennung des Status einer sportbetonten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe bemüht war. Gestern vormittag nun begann die neue Zeitrechnung . Im Beisein von Schulsenator Klaus Böger (SPD) und Landessportbundpräsident Peter Hanisch und Sportstadtrat Andreas Statzkowski (CDU) wurde die Schule, die bereits seit vier Jahren sportbetonten Unterricht anbietet, offiziell in den Rang der vierten sportbetonten Gesamtschule erhoben.
Im Westteil Berlins gab es bislang keine derartige Bildungstätte. Die von Rüdiger Barney geleitete Schule mit 70 Lehrern und derzeit 650 Schülern hat vom Senat den Vorzug vor Mitbewerbern aus dem Wedding und Neukölln erhalten. Klaus Böger begründete dies mit der günstigen Anbindung an bedeutende Sportstätten wie der Rudolf-Harbig-Halle, dem Horst-Korber-Zentrum, der Schwimmhalle am Olympiastadion oder auch dem Komplex am Kühlen Weg.
Dort waren gestern vormittag Schüler der Poelchau-Schule in Aktion zu erleben. Nach dem gestrigen Festtag (Barney: «Ich bin stolz») folgen nun die Mühen der Ebene. Weitere Vorarbeiten werden geleistet, Neben der praktischen Dingen wie der

1,5 Mio. Mark teuren Sanierung des Daches der Schule geht es um Neuorientierung in fachlichen Bereichen. Mit Beginn des nächsten Schuljahres nehmen zusätzlich zwei siebte Klassen den Lehrbetrieb auf. Perspektivisch wird es so sein, dass nahe der Jungfernheide pro Jahr drei neue Klassen eingerichtet werden.

Zwei von ihnen werden mit Talenten aus den Sportarten Rudern, Leichtathletik, Hockey, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, und Wasserball besetzt, die vom Landessportbund und den jeweiligen Fachverbänden empfohlen werden. Grundsatz eines dauerhaften Aufenthaltes, Rüdiger Barney betonte dies gesondert, ist der Einklang von sportlichen und schulischen Leistungen. Die Poelchau-Oberschule kann eine dritte Klasse mit Mädchen und Jungen, die sich mit Tischtennis, Basketball, Fußball und Volleyball beschäftigen, besetzen. Die talentierten Schüler haben allesamt wöchentlich zehn Stunden Sportunterricht. Die jeweilige Profilsportart gilt automatisch als Wahlfach.
Gern gesehener Gast in der Poelchau-Oberschule war gestern übrigens Otto Höhne. Der Präsident des Berliner Fußballverbandes (BFV) kam direkt vom DFB-Pokalspiel des 1. FC Magdeburg gegen den Karlsruher SC (5:3). Höhne, der früher selbst als Lehrer arbeitete, sprach wie zuvor schon LSB-Chef Peter Hanisch vom «Tilgen eines weißen Flecks». Höhne zählte auf, dass im Osten Deutschlands 17 sportbetonte Gesamtschulen arbeiten. Bliebe die Frage, wie man Schüler der neuen Klassen werden kann. Territoriale Grenzen existieren nicht, vielmehr entscheide die Bereitschaft, sich den erhöhten zeitlichen Anforderungen an Training und Lernen zu stellen. Rüdiger Barney schien fast ein wenig zu befürchten, dass der Zulauf zu Beginn vielleicht doch eher zögerlich sein könnte.

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