|
Die
Poelchau-Schule, 1973 gegründet und später nach dem Gefängnispfarrer
Harald Poelchau benannt, ist auf dem richtigen Wege. Neben 14 vom DFB in
den neuen Bundesländern geförderten sportbetonten Einrichtungen - in
Berlin die Flatow- und Werner-Seelenbinder-OS - bietet auch‑die
Poelchau-OS in Zusammenarbeit mit Tennis Borussia und der „Göttinger
Gruppe" talentierten Fußballern eine gesicherte Allgemeinbildung
im Einklang mit der Förderung sportlicher Begabungen.
Am Donnerstag lud die Schulleitung Schüler und Eltern zum „Tag der
offenen Tür" ein.
"54 Jungen sind derzeit eingeschult", erzählt Markus Schatte,
einer der Fußballtrainer. „Doch die Nachfrage zur Einschulung in die
neue 7. Klasse war noch nie so groß. Fast 190 Nachfragen und
Anmeldungen." Nahezu die Hälfte der Kicker an der Poelchau-Schule
spielten in Berliner Auswahlteams. Dennis von Rekowski ist sogar im
erweiterten DFB-Kader der U 15. Zwar gehört das Gros vereinsmäßig
auch Tennis Borussia an, doch spielen auch Jungen bei SW Spandau, der
DJK SW Neukölln, den Reinickendorfer Füchsen oder Hertha BSC. Auch die
Fußballerinnen sind an dieser Einrichtung recht stark. Jürgen Druschky
ist für die entsprechende Ausbildung verantwortlich.
Während sich interessierte Mädchen noch am 12. Januar um 10 Uhr in der
Poelchau-OS zu einer Sichtung melden können, werden die Jungen bereits
am heutigen Montag um 16 Uhr am Kühlen Weg getestet. Weitere Sichtungen
sind für den Januar angesagt. „Je mehr wir sichten, je höher wir den
Maßstab ansetzen, umso mehr werden sich die tatsächlich veranlagtesten
Jungen auch durchsetzen", so noch einmal Markus Schatte. Gut, dass
man sich nicht unter Druck setzt. Die bisherigen sportlichen Erfolge der
jungen Poelchau-Fußballer können sich sehen lassen. Dreimal setzten
sie sich beim "Flatow-Hallen-Cup" durch, dem
Leistungsvergleich der sportbetonten Schulen in Berlin.
Viele Stände im langen Flur und in den Gängen, wie eine Straße des
Sports angelegt, luden ein und zeigten in Bild, Video und Vorführungen
das sportliche Programm der Schule. Sie alle waren |
dicht
umlagert, auch der Stand von Tennis Borussia. Hier waren auch die
anderen an der Schule arbeitenden Fußballtrainer zugegen: Dennis Anton,
Michael Reer und Dietrich Lahl.Dann aber war die Bühne Anziehungspunkt
der zahlreichen Besucher. Die Kicker zeigten Übungen aus dem
Trainingsprogramm. Noch größer der Beifall, als drei der Elite-Kicker
von Tennis Borussia erschienen. Marko Tredup, Matthias Hamann und Ivan
Kozak erprobten sich in einem improvisierten Fußball-Tennis-Match gegen
ein Mädchen-Team um die beiden Auswahlspielerinnen Jasmin Reeder und
Lena Kandler, am Mikrofon mit viel Sachverstand kommentiert durch den
Schulleiter Rüdiger Barney.Danach stellten sich die drei Profis noch
einem Interview fürs
Kabelfernsehen. Mitreden konnte vor allem Mark Tredup, der ja aus den Ostteil
Berlins kommt und vor der Wende in die Kinder- und Jugendsportschule (KJS)
für Wasserfahrsport (die Fußballer waren hier integriert) in Köpenick
ging. „Fußballtalent allein reicht nicht, es muss gefördert werden,
Trainingsfleiß mit eingeschlossen", betonte Tredup, „und gerade
dafür wird in diesen sportbetonten Schulen gesorgt." Dem ist
nichts hinzuzufügen.
Eine wichtige Rolle spielt auch der .von Hannover 96 gekommene
Nachwuchskoordinator Mirko Slomka, der außerdem noch die A-Jugend
trainiert. Da eine seiner Hauptaufgaben in der Talentsichtung und -förderung
besteht, „liegt: mir besonders die Entwicklung der eingeschulten
Steppkes und die Zusammenarbeit.mit ihnen am Herzen".
Viele interessierte Gäste kamen durch die offenen Türen der Poelchau-OS.
Zu ihnen gehörten auch der Vorsitzende des Verbandsjugendausschusses
Bodo Domheim und Ingrid Heinrich, die Verantwortliche für den Mädchenfußball.
Wie im Flugs vergingen die drei Stunden, die mit vielen buntem
Darbietungen aus den Profilsportarten der Poelchau-Schule wie
Leichtathletik, Fußball, Tischtennis, Hockey, Basketball und Rudern
(Trockentraining) gefüllt waren.
Klaus-Jürgen
Hoffmann |