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Um den Ausgleich zu beschleunigen, hat der Landessportbund
jetzt seine Forderung nach einer Sportoberschule im West-Teil erneuert.
Die Senatssportverwaltung ist skeptisch.
«Der Landessportbund muss den Bedarf erstmal nachweisen», verlangt
Rainer Höttler vom Sportsenat. Die Schließung einer der drei
Ost-Schulen zugunsten eines West-Standortes lehnt er mit Hinweis auf die
«ungeheuere Infrastruktur» der Ost-Schulen ab. Im Übrigen komme es
einem «Neuaufbau der Mauer in den Köpfen gleich», wenn man eine
Schule im West-Teil aus dem Boden stampfe, nur um den Vorbehalten von
West-Eltern entgegenzukommen.
Der LSB sieht dies anders. Er bemängelt die weiten Anfahrtswege für
sportbegeisterte Kinder etwa aus Spandau oder Lichterfelde. Die
Vorbehalte gegen die ehemaligen Sport-Kaderschmieden seien nicht der
Hauptgrund für den geringen Anteil von West-Schülern.
Tatsache ist, dass die Sportoberschulen bis heute kaum durchmischt
sind. An der Flatow-Schule dürften nur etwa 15 von 700 Schülern aus
dem Westen kommen, schätzt Schulleiter Gert Sunkel. An der «Coubertin»
und «Seelenbinder» sind es «zehn bis 15 Prozent». Gerd Neumes,
Leiter der Seelenbinder-Schule, räumt zwar ein, dass manches Kind keine
Spezialschule brauche, um zu Höchstleistungen zu kommen. Dennoch sei
das häufigere Training an diesen Schulen natürlich ein gewaltiger
Vorteil. Er schlussfolgert, dass eine vierte Schule die Bedingungen für
die Schüler aus dem West-Teil «erheblich verbessern würde».
LSB-Chef Manfred von Richthofen sorgte schon vor vier Jahren dafür,
dass die Forderung nach einer West-Sportschule in die
Koalitionvereinbarungen aufgenommen wurde. Den Vorwurf, dass seither
nichts geschehen sei, weist Höttler zurück. «Die Charlottenburger
Poelchau-Gesamtschule baut seit zweieinhalb Jahren ihr Profil aus und
kommt einer Sportoberschule schon sehr nahe», betont der
Abteilungsleiter.
Schulleiter Rüdiger Barney
verweist auf einen
deutschen Meister im Rudern, den seine Schule jüngst hervorgebracht
habe. Zudem gebe es etliche Erfolge u. a. beim Mädchenfußball und
Schwimmen. Die Wege zu den Trainingseinrichtungen seien in maximal 15
Minuten zu bewältigen.
Tatsächlich liebäugelt der Sportbund stark damit, eine Schule nahe
des Olympiastadions zur Sportoberschule auszubauen. Dort gebe es die nötigen
Anlagen, die ohnehin saniert werden müssten.
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