Der  Mittelstufenleiter ...

Stand: 11.10.08


Warum tut man, was man tut? 
Warum bin ich Lehrer geworden?

 

Dietmar Schewe
Mittelstufenleiter

In der Zeit der 68-er Studentenrevolte bin ich als Internatsschüler der Schulfarm Insel Scharfenberg, einem reformpädagogischen Gymnasium, in die Oberstufe gekommen. Heftige Konflikte zwischen Lehrern und Schülern lagen seinerzeit in der Luft. In all der Zeit habe ich meine Lehrer immer als faire Gegner empfunden, die uns die notwendige Freiheit zum Debattieren gaben, aber auch nachdrücklich eine saubere Argumentation von uns verlangten.. Der Satz Voltaires, „Ich bin nicht Ihrer Meinung, Monsieur, aber ich werde mich leidenschaftlich dafür einsetzen, dass auch Sie Ihre Meinung vertreten können“, wurde von meinen Lehrern nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt. Darin waren und sind sie für mich Vorbilder.
Bei meiner eigenen Arbeit in der Schule, ob als Lehrer oder als Organisator, habe ich mich immer bemüht, diesem Anspruch meiner alten Lehrervorbilder gerecht zu werden: Im Unterricht den Dialog zu fördern, im schulischen Leben Kreativität und Neugierde als Handlungsmaxime zu etablieren, sind für mich Fixpunkte. In meinem Selbstverständnis ist der Lehrer eine Führungskraft, die bei aller notwendigen Konsequenz auch Freiräume für die Entwicklung seiner Schüler zu schaffen hat. 
Die neueste Geschichte der Poelchau-Oberschule hat mir gezeigt, dass Menschen ihre unmittelbare Umgebung reformieren können und dass es eine Lust ist, diesen Prozess mitzugestalten.

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