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Die Initiative wurde vor zwei Jahren ergriffen. Lehrer
Werner Stahr von der Poelchau-Oberschule in Charlottenburg und der damalige
Trainer von Tennis Borussia, Jürgen Sundermann setzten sich zusammen, um Nägel
mit Köpfen zu machen, wie auch an einer Bildungseinrichtung im Westteil der
Stadt Fußballtalente gezielt gefördert werden könnten. Denkanstöße
lieferten die sportbetonten Werner-Seelenbinder- und Flatow-Oberschulen in den
Bezirken Prenzlauer Berg bzw. Köpenick mit langjährigen Erfahrungen.
Das Ergebnis ist ein Projekt, „das in dieser Form für die ganze
Bundesrepublik einmalig und vorbildlich ist, Modellcharakter trägt und auch das
Interesse des DFB weckt“, wie es der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes.
Otto Höhne, formulierte. Und er fügte hinzu: „In 300 Berliner Vereinen wird
gute Jugendarbeit geleistet, die Spitze aber nicht gezielt genug gefördert. Wie
es gemacht werden muß, zeigen die 17 Sportgymnasien in den neuen Bundesländern
und im Ostteil unserer Stadt. Deshalb ist es nur zu begrüßen, wenn auch eine
ganz normale Schule sich entschließt, dem Sport einen leistungsorientierten
Stellenwert einzuräumen."
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Unser Partner heißt Tennis Borussia.
Zweimal wöchentlich trainieren die lizensierten TeBe-Übungsleiter Markus
Schatte und Dennis Anton insgesamt acht Stunden 35 Talente der
Poelchau-Oberschule leistungsorientiert", erzählt Schulleiter Rüdiger
Barney. Werner Stahr ergänzt: „Gegenwärtig handelt es sich um Schüler der
7. und 8. Klassen, an eine Ausweitung auf die Oberstufe ist aber gedacht.“
Stolz stellt er fest: „Alle Spieler gehören Landesligamannschaften von
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13 Vereinen an. Mit den dortigen Übungsleitern stehen wir
in ständigem Kontakt, um nicht losgelöst voneinander zu wirken.“Schulleiter Barney wußte zu seiner großen Freude 1996
„das ganze Kollegium hinter den Initiatoren, mit unseren Möglichkeiten
eine optimale Synthese von schulischem Lernen und sportlichem Training
herzustellen. Das gilt auch für Hockey, Schwimmen, Radfahren, Ringen,
Basketball, Tischtennis und Leichtathletik. Jedes interessierte Kind kann
sich bei uns von den Eltern anmelden lassen."
Schwerer als die Schule, Überzeugungsarbeit zu leisten,
hat es der Partner Tennis Borussia. Der Proficlub aus dem Mommsenstadion hat
nicht nur Freunde: „Wir müssen Bedenken der Vereine ausräumen, uns mit
diesem Projekt sozusagen mit Talenten selbst bereichern zu wollen",
stellte Vorstandsmitglied Klaus Schumann unumwunden fest und erläutert:
„Unser zunächst auf vier Jahre begrenztes Engagement ist Berlin-offen und
verfolgt keine egoistischen Absichten. Wir wollen mit Hilfe der Wirtschaft,
die bei uns mit im Boot sitzt, einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des
Nachwuchsfußballs dieser Stadt leisten, mehr nicht.“
Eine Frage bleibt zu beantworten: Befindet sich der deutsche Nachwuchsfußball
in der Krise? „Solange die Vereine keine Geduld mit Talenten haben, sie
auf der Bank schmoren lassen, für viel Geld lieber fertige Importe präsentieren,
solange ja", so die klare Meinung von Otto Höhne.
Wolfgang Schilhaneck |