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vom 9. November 1998 |
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Mehr Sport im Stundenplan verbessert den Ruf |
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Bezahlt wird der zusätzliche Unterricht von Vereinen und Verbänden
180 Bewerbungen 96 Aufnahmen |
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Noch vor zwei Jahren galt die Poelchau-Oberschule als Auffangbecken für Schüler, die sonst nirgendwo unterkamen. Heute kann es sich die Gesamtschule leisten, Anfragen abzuweisen. Verantwortlich für den Wandel sind die inzwischen eingerichteten sportbetonten Klassen. Für diese interessierten sich nun auch Schüler und Eltern, die früher die Schule am Halemweg nie in Betracht gezogen hätten.Schulleiter Rüdiger Barney registriert diese Entwicklung mit Freude. Als er 1995 sein Amt antrat, übernahm er ein Haus mit schlechtem Ruf: "Wer in der Nachbarschaft wohnte, nahm lieber lange Fahrtwege in Kauf, als hier zur Schule zu gehen." Die Schüler seien meist aus Neukölln oder Kreuzberg gekommen. Wer dort weder in der gewünschten noch in der nächstgelegenen Schule Platz fand, für den hatte die "Poelchau" immer noch etwas frei. Barney: "Wir waren sozusagen der dritte Aufguß." Das Niveau sei dementsprechend niedrig gewesen. Gesamtschulen streben üblicherweise eine Mischung von je einem Drittel Gymnasiasten, Real- und Hauptschülern an. An der Poelchau-Oberschule hatten "zehn Prozent eine Realschulempfehlung und praktisch niemand eine fürs Gymnasium", so Barney. Diese Zeiten sind vorbei: In den Sportklassen hält die Hälfte Realschulniveau, mehr als zehn Prozent sind mit einer Gymnasiumsempfehlung an die Schule gekommen. Sie alle lockt der Schulsport. Angeboten wird Fußball, Basketball, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Hockey, Ringen und Rudern. Schüler in den Sportklassen trainieren anderthalb Stunden zusätzlich zum normalen Stundenplan. "Sogar wenn es um 7.20 Uhr losgeht, fehlt niemand", sagt Sportkoordinator Werner Stahr. "Das ist schon ziemlich früh, aber es geht nicht anders, weil wir ja auch ordentlich Zeit zum Trainieren brauchen", sagt Marcel Bernau, 13. Allerdings darf nicht jeder mitmachen: Mehr als 70 Jungen wollten Fußball wählen, doch nur 18 wurden angenommen. Die Sportklassen arbeiten eng mit dem Fußballclub Tennis Borussia zusammen Pflicht ist das nachmittägliche Training im Verein aber nicht. Die Sportvereine begrüßen die Entwicklung am Halemweg. Allerdings kritisieren sie, daß die Schule nach der zehnten Klasse endet zu früh, um Nachwuchssportler konsequent zu fördern. Eine naheliegende Lösung wäre es, die im selben Gebäude untergebrachte Anna-Freud-Oberschule in das Projekt einzubinden. Dort werden die Klassen 11 bis 13 unterrichtet. Ob die beiden Schulen fusionieren, das soll spätestens in zwei Jahren entschieden werden: Dann werden die ersten Sportschüler in die zehnte Klasse versetzt. Bis dahin soll auch geklärt sein, ob die Poelchau-Oberschule künftig nur noch sogenannte Sport-Schüler aufnimmt. Die Schüler, die bislang in der Gesamtschule "aufgefangen" wurden, hätten dann allerdings keinen Platz mehr. Schulleiter Barney: "Die werden dann auf Hauptschulen verteilt." |