Hertha baut um ...  


Für 'ne große Zukunft: Hertha baut kräftig um

Schon Ende des Monats soll die 
Fußball-Akademie für die Talente eingeweiht werden

vom 2. Juni 2001


BERLIN - Sommerpause bei Hertha? Nein, jetzt wird richtig in die Hände gespuckt. Es kreischen die Bohrmaschinen, die Betonmischmaschinen laufen, die Presslufthammer dröhnen auf dem Gelände an der Hanns-Braun-Straße am Olympiagelände. Hertha ist eine Baustelle. Hier wird an der neuen Heimat und der Zukunft gebastelt.
Der erste Bau wird gerade in Rekordzeit hochgestemmt. Schon am Monatsende soll die Fußball-Akademie für Hertha-Talente im 2. Stock des Friesenhauses 1 eingeweiht werden. Danach ist der 1. Stock dran, da kommen die Profis rein. Dabei begannen die Arbeiten erst im März. Herthas Projektleiter für das Vereinszentrum, Hans-Peter Jakob, ist zufrieden: "Wir haben alle Beteiligten von Spielern, Trainern bis zum Jugendkoordinator Falko Götz bei den Planungen mit eingebunden. Das Internat wird wegweisend sein."
Vor dem Pokalfinale schaute sich der DFB das Gebäude an, und die Funktionäre waren begeistert. 18 Zimmer für Herthas Talente. Dazu ein Internet-Cafe, Fernsehraum, Spielsalon mit Flipper und Billard, Hausaufgabenzimmer und Küche. Auf den Zimmern selbst wird es keine Fernseher oder Computer geben. "Die Jungs sollen sich nicht abkapseln, sondern das Gemeinschaftsgefühl soll gestärkt werden",  

erklärt Jakob. Hart wird es trotzdem für die Jungs, die später mal Profi werden wollen. Die Hausordnung sieht "Mädchen-Verbot" vor.
"Wir haben eine soziale Verantwortung, wenn Eltern ihre Kinder zu uns geben", so Jakob. Deswegen gibt es eine Rund-um-Betreuung. Ein Ehepaar hat im Internat eine Wohnung, kümmert sich um die Talente. Mit der Poelchau- Sportschule in Charlottenburg gibt es eine Zusammenarbeit. Jugendleiter Horst Kuffler: "Nicht nur der Fußball, sondern auch die schulische, wie berufliche Ausbildung stehen im Vordergrund." 14 Talente im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren werden nächsten Monat die Räume beziehen. Herthas Zukunft hat begonnen.
Das Jugendinternat ist nur ein Mosaikstein für die neue Hertha-Heimat. Jakob holt die Baupläne raus. Acht Sportplätze werden auf dem ehemaligen Briten-Camp hergerichtet. Dazu will Hertha noch Neubauten beim Senat durchsetzen. Jakob: "Wir streben Kooperationen mit anderen Vereinen an. Es soll ein riesiger Sportpark werden. Das Gelände ist 150 Hektar groß. Auch der BFV will hier herziehen."
Visionen, die zur Realität werden. Denn die WM 2006 naht. Während des Turniers werden zwei Nationalteams auf dem Gelände beherbergt.

                                             Wolfgang Heise

Kooperation Hertha