Harald Poelchau  


Harald Poelchau - unser Namenspatron

Die Poelchau-Oberschule wurde 1973 gegründet und später nach dem Gefängnispfarrer Harald Poelchau (1903 - 1972) benannt.

Poelchau begleitete als Geistlicher und "stiller Helfer" Hunderte von Menschen, die von dem nationalsozialistischen Regime verurteilt wurden, auf ihrem letzten Weg zur Hinrichtung.

Er engagierte sich im "Kreisauer Kreis" und half den Verfolgten durch selbstloses Engagement, womit er auch sich selber und seine Frau immer wieder in große Gefahr brachte.

Lebenslauf: Harald Poelchau, 1903 in Potsdam geboren, wuchs als Pfarrerssohn in Schlesien auf. Die Jugendbewegung gab ihm soziale und politische Impulse. Ab 1922 Theologiestudium, vor allem bei Paul Tillich, dem er die Heranführung an den religiösen Sozialismus verdankt. 1928 Beginn der Ausbildung als Fürsorger, danach Assistentenjahre und Promotion bei Tillich. Seit 1933 Gefängnispfarrer in Berlin-Tegel. Poelchau, Mitglied der Widerstandsbewegung, rang um menschliche Ordnung inmitten von Verfolgung, Unrecht und gewalttätigem Tod. Mehr als tausend Menschen hat er auf ihrem letzten Gang begleitet. 1945 war er an der Seite von Eugen Gerstenmaier einer der Mitbegründer des Ev. Hilfswerkes. Von 1946 bis 1949 bemühte er sich als Sachverständiger um Einrichtung eines modernen, humanen Strafvollzuges in der DDR. Danach berief ihn Bischof Dibelius in die Tätigkeit als Berliner Sozialpfarrer. Harald Poelchau verstarb am 29.04.1972 . Er war Mitherausgeber der Zeitbuchreihe "unterwegs" und Autor des Buches "Die Ordnung der Bedrängten".