Einer unserer "Verrückten" - Gerald Schultz


nach unten

Gerald Schultz

60 Jahre alt,

Radtrainer und immer noch topfit.

Seit gut einem Jahr betreut Gerald, zusammen mit Jürgen Bukmakowski, Axel Söde und Detlef Thierse, unsere Radsportler und gehört inzwischen zum "Inventar" der Schule.

Er ist den Jugendlichen ein Vorbild an Zuverlässigkeit, Einsatzwillen, Kampfstärke....und dazu ein "dufter Typ"!

 

 

Gerald über sich selber:

Die Schule habe ich nicht sehr ernst genommen, das war sicherlich ein Fehler. Aber diese Erkenntnis kam zu spät, das Abi war verpatzt. Ich habe als 21- jähriger das Fotografenhandwerk von gelernt, und hatte mit 24 dann den Gesellenbrief! Seit 1967 habe ich in den “Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz”  in der Gemäldegalerie als technischer-physikalischer Assistent die Aufgabe, Gemälde mit zerstörungsfreien Methoden zu untersuchen : Infrarot, Ultraviolett, Röntgen.

Als 17-jähriger hatte ich einen “Halbrenner”; ein Rad zur Hälfte Touren- und zur anderen Hälfte Rennrad. Damit bin ich große Touren gefahren, z.B. 460 km von Aachen nach Paris. Zwei “Kumpels”, die das Radrennfahren richtig betrieben, nahmen mich dann zu einer richtigen Trainingstour mit. Nach 80 km brach ich ein, Hungerast, fertig. Die beiden fuhren lachend weiter.....

Da habe ich mir geschworen : “ Denen will ich es zeigen.”  
Vieles galt zu überlegen:  Was, wieviel, wie hart, wie oft muss ich trainieren; was muss ich essen, wieviel, wann usw. Dann ging's los. Und kleine Erfolge kamen : Siege im Straßenmannschaftsfahren und Plazierungen in Straßenradrennen. Nichts Großes. Denn ich musste ja noch mein Abi nachmachen,  meine langjährige Freundin heiraten und ein Töchterchen bekommen. Also lief der Sport nur nebenbei. Für harte Straßenrennen reichten zwei Stunden Training dreimal die Woche nicht.

Da habe ich das “Crossen” entdeckt, das Querfeldeinfahren. Und mein zweiter Start war dann gleich ein Sieg, dem noch viele folgten: 2 Berliner Meisterschaften, sechs Mal Vizemeister und fünf dritte Plätze im Cross; die letzte Vizemeisterschaft mit 40 Jahren. Bei Deutschen Meisterschaften gab es einmal den 6. Platz und den 8. Platz  der Amateure. Mehr war wohl nicht möglich, denn die Konkurrenten waren immer Halbprofis.  Ich war der lupenreinste Amateur, mit Familie, Arbeit bis 16.30 Uhr und vielen Trainingseinheiten im Dunklen, während die guten Gegner vormittags trainierten. Ich habe mit der wenigen Zeit im Dunkeltraining das trainiert, was die anderen nicht oder weniger trainierten, ich habe Antritt- , Sprint- , Übersäuerungsübungen

und Intervalltraining durchgeführt; allerdings nicht im Gelände sondern in Parks und Seitenstraßen.1968 war dann erst einmal Pause, zwei Jahre war das Rad  “out”, es war doch zu viel geworden. Ich war plötzlich alleinstehender Vater einer kleinen Tochter. Als aber das Töchterchen etwas selbstständiger wurde konnte ich meine 2. “Karriere”  starten. Ich wußte aber auch, dass ich nie mehr in die nationale Spitze kommen konnte. Also trainierte ich die Jungs des Vereins der  “Zehlendorfer Eichhörnchen”, und es kamen unendlich viele Siege und Meisterschaften in die Erfolgsliste des Vereins, jeden Winter gewann die Jungs und ich bis zu 7 Medaillen von 9 möglichen.

Als mir nach Bein-, Arm-,  Zeh- und Fingerbrüchen das Crossen zu gefährlich wurde, startete ich als Triathlet, und war lange mit in der Spitze der Senioren.

Und dann kam das Mountain - Bike auf. Ein Rad für das Gelände wie man es sich besser nicht vorstellen kann. Und es ging wieder los: Siege und Plazierungen folgten, aber hauptsächlich standen die Trainingseinheiten mit den Jugendlichen im Vordergrund. Seit 1993 bin ich Fachwart des Berliner Radsportverbands fürs Mountain - Bike.

1997 wechselte ich zum Radsportclub Charlottenburg. Der 1. Vorsitzende, Hein-Detlev Ewald, schuf den Kontakt zur Poelchau - Sportoberschule. Hier versuche ich Nachwuchs zu finden und dem Nachwuchs mehr Chancen für den sportlichen Weg zu geben. Mein Ziel ist es, den jungen Sportlern durch die Sportbetonung der Schule die Schwierigkeiten zu ebnen und alles unter einen “Hut” zu bringen : Die Schule und die Ausbildung, die Eltern und auch die ersten kleinen Beziehungen.

Viele gute und erfolgreiche junge Sportler sind immer wieder verloren gegangen, weil sie keine Zeit für die Ausübung ihres Sports haben.

Durch die Konzeption an der Poelchau-Oberschule versuchen wir das zu verändern.....

Trainer

Radsport

nach oben