Drumbo - Cup 2000 - Endrunde    


aus: v. 3. April 2000

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Sieger: Otto Hahn und Flatow

Die Poelchau-OS erreichte beide Endspiele, verlor aber jeweils

Über 3000 Jungen und Mädchen der Jahrgänge 1984 und jünger starteten beim 26. Drumbo-Cup-Turnier der Dresdner Bank, insgesamt 384 Teams aus Berlin und Potsdam. Zur Finalrunde kamen am vergangenen Montag weit über 1000 begeistert mitgehende Fans in die Charlottenburger Sporthalle, wollten ihr Team siegen sehen.
Im spannenden Finale unterstrich die Neuköllner Otto-Hahn-OS, nach 1990 und 1994 nun zum dritten Mal Sieger, ihre Souveränität auf dem Parkett. Sie setzte sich gegen die keineswegs enttäuschende Poelchau-OS (Charlottenburg) mit 4:1 durch. Freudestrahlend nahmen die „Hähne“ den Pokal, Sachgeschenke und einen Geldscheck bei der Siegerehrung entgegen. Bei den Mädchen verteidigte die Köpenicker Flatow-OS den Titel gegen die Poelchau-OS mit 3:1. Sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen war die Poelchau-OS bis ins Finale vorgestoßen, alle Achtung!
Bevor die Jungen jedoch aufs Siegertreppchen durften, mussten sie sich in ihrer jeweiligen Staffel am frühen Morgen durchsetzen. In der Staffel E standen am Ende sogar drei Mannschaften mit jeweils fünf Punkten vorn. Der unglücklichen Max-Eyth-Schule aus Reinickendorf fehlte letztlich ein einziges Tor zum Weiterkommen. Die Krone hatte in dieser Staffel die Willi-Graf-OS aus Steglitz auf. Sie agierte am trickreichsten und besaß in Krecidlo (sieben Treffer in der Vorrunde) sowie Bär und Patzler versierte Füchse. Dieser Hallenfünfer machte sich das Leben oftmals selbst schwer. So führte er gegen die Seelenbinder-OS 3:0 und musste sich am Ende noch mit einem 3:3 begnügen. Hinter den Steglitzern landete verdientermaßen die Werner-Seelenbinder-OS aus Hohenschönhausen auf Rang 2. Auffällig bei ihr Kayser sowie Flemming mit viel Laufarbeit und gutem Stellungsspiel.
Turbulent verliefen auch die Spiele in der Staffel F. Hätte im letzten Match (1:1) die Niels-Bohr-OS aus Lichtenberg gegen die Spandauer Bertolt-Brecht-OS gewonnen, hätten drei Teams jeweils sechs Zähler gehabt. Doch das Reglement besagt, dass bei Punktgleichheit das Spiel gegeneinander zählt. Da wären die Lichtenberger ohnehin ausgeschieden, unterlagen sie doch zuvor der Hahn-Schule 2:4.
Rechnerei am Rande, Spannung auf dem Parkett, tolle Stimmung auf den Rängen – ein rundum spektakuläres Ereignis. Den Ton in dieser Staffel gaben die Hahn-OS und die Poelchau-OS an. Die Charlottenburger besaßen in Salihovic (Hertha 03) einen guten Techniker, versiert am und mit dem Ball, dazu sehr antrittschnell. Insgesamt brachte er es an zwei Tagen auf sage und schreibe 18 Treffer, ein neuer Rekord beim Drumbo-Cup!
Die Hahn-OS hatte dagegen gleich mehrere versierte Techniker im Aufgebot, so die Brüder Tarek und Amir Mohra, Senesie und auch Dogan. Da konnte man sich sogar kleinere Kunstpausen leisten, wie beim 2:4 gegen die Poelchau-Schule. Bei einer Niederlage wäre die Poelchau-OS sogar ausgeschieden. So schnell kann es gehen. Die Hahn-Schule nahm im Finale gegen den gleichen Kontrahenten erfolgreich Revanche.
Auffallend, weil am Ball eine Augenweide, war auch der quicklebendige Wilson von der Bertolt-Brecht-OS aus Spandau. Er spielt übrigens bei TeBe in der B-Regionalliga-Truppe und sorgte für das schnellste Führungstor, erzielt nach 25 Sekunden beim 1:3 gegen die Hahn-OS.

Halbfinale

Willi-Graf-OS – Otto-Hahn-OS 1:3
Beide Teams waren von ihren Trainern gut eingestellt, wirkten in der Anfangsphase aber noch ziemlich nervös. Erst nach vier Minuten brach Amir, einer der Mohra-Brüder, den Bann und schoss sein Team in Front. Doch Patzler und Krecidlo, viel unterwegs und sich herrlich ergänzend, ließen nicht locker, rissen ihre Mitspieler mit. Als der Ausgleich fiel, waren die Fans regelrecht aus dem Häuschen. Erst in den Schlussminuten schien es, als ob die Neuköllner nun mehr zuzusetzen hatten. Sie wirbelten enorm, ließen das Leder geschickt laufen und schossen sich mit zwei weiteren Toren ins Finale. Auch eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe für Dogan steckten sie weg.
Während die übrigen Finalspiele von Felix Zwayer (Hertha BSC), Fabian Zastrow (Hertha 03) sowie Doreen Lang (Grünauer BC) geleitet wurden, amtierte bei beiden Halbfinals Berlins Schiedsrichter der 2. Bundesliga, Olaf Blumenstein (NFC Rot-Weiß).
Poelchau-OS – Werner-Seelenbinder-OS 2:0
Im Duell zweier sportbetonter Schulen setzten die Charlottenburger schnell Zeichen und gingen in Führung, als Salihovic zwei Gegenspieler stehenließ und kaltschnäuzig einschob. Hendschke hatte danach zweimal die Möglichkeit zum 2:0, dann versuchte es Salihovic mit der Hacke und traf den Pfosten. Plötzlich drehten die Hohenschönhausener auf. Ihr Kapitän Flemming hatte den Ausgleich auf dem Fuße, vergab aber knapp. Ein straffer Flachschuss vom Goalgetter des Turniers, Salihovic, ergab schließlich verdientermaßen das 2:0.

Spiel um Platz 3

Willi-Graf-OS – Werner-Seelenbinder-OS 2:0
Nach dem verpassten Finaleinzug sah man beiden Vertretungen bald an, sich unbedingt mit Rang drei verabschieden zu wollen. Sehenswert die Führung der zunächst etwas schwungvoller operierenden Steglitzer: Rühle spielte herrlich auf Patzler, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Werner hatte den Ausgleich auf dem Fuß, doch er schloss zu überhastet ab. Nach sechs Minuten machte Bär mit dem 2:0 alles klar. Krecidlo „rasierte“ danach den Pfosten. Beide Teams, im Vorjahr nicht unter den letzten Acht, steigerten sich diesmal enorm.

Finale

Otto-Hahn-OS – Poelchau-OS 4:1 Etliche technische Schmankerl hüben wie drüben rissen die Zuschauer von den Sitzen. Salihovic gab den ersten gefährlichen Schuss ab, ebenso die Vorlage zur Führung, als er den antrittsschnellen Hendschke herrlich freispielte. Danach zelebrierten die Mohra-Brüder Fußball vom Feinsten. Erst glich Amir aus, dann war Tarek mit dem 2:1 dran. Zwar hätte Salihovic, der auch klug mit der Bande spielte, ausgleichen können, doch Schlussmann Krauss konnte sich auszeichnen und parierte dessen Schuss. Dann war wieder Amir Mohra an der Reihe (3:1), während Bruder Tarek beim 4:1 den Schlusspunkt in einer Partie, die technische Feinheiten bot, setzte. Die Hahn-OS hatte in dieser Beziehung etwas mehr drauf und besaß auch läuferische Vorteile. Alles in allem stellten die Neuköllner ein klug aufeinander abgestimmtes, homogenes Hallenquintett. 

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