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Demonstration der Stärke |
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Rüdiger Barney entspannte sich. Gerade noch hatte der Leiter der Poelchau-Oberschule zu bedenken gegeben, dass die Spielzeit von zweimal fünfzehn Minuten eigentlich zu kurz sei, als der Topfavorit auf den Titel des Berliner Meisters im Schulfußball der Jahrgänge 1985 - 1988 mit schnellen Toren die schon vorentscheidende Partie gegen die Seelenbinder-Schule aus Hohenschönhausen mit 2:0 für sich entschied. Was später auf Kunstrasen im Stadion Wittenau folgte, war eine Demonstration der Überlegenheit. Die Charlottenburger bezwangen die Jules-Verne-Oberschule mit 7:0 und siegten abschließend gegen die Niels-Bohr-Oberschule mit 4:1. |
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Für die klaren Erfolge finden sich einfache Erklärungen. An der Poelchau-Oberschule ist Fußball Wahlpflichtfach. Viermal wöchentlich wird am Kühlen Weg der Umgang mit dem runden Leder unterrichtet, ausnahmslos alle gestern in Aktion befindlichen spielen überdies in Vereinen. Das Gros bei Tennis Borussia, einige auch bei Hertha BSC, Hertha
Zehlendorf und Tasmania 73. Hoch talentierte Spieler wie Libero Patrick Bastian oder Angreifer Aschhan Dejagah - beide wurden mit der C-Jugend von Tennis Borussia in diesem Jahr Berliner Meister und Pokalsieger - haben so beste Voraussetzungen, ihre fußballerischen Fähigkeiten zu optimieren. Für die bereits jetzt vorhandene Qualität des gelb bedressten Poelchau-Ensembles fand ein neutraler Beobachter eine treffliche Umschreibung: «Im Vergleich zu denen bieten fast alle anderen hier nur ungeordneten Rumpelfußball.» Der gestrige Triumph hat die unweit des Olympiastadions gelegene Schule hoffentlich ein wenig näher heran an die Lösung einer noch ungeklärten Statusfrage gebracht. Die Poelchau-Oberschule will nicht nur in der Praxis sondern auch auf dem Papier als Sportbetonte Gesamtschule firmieren und damit mehr Gleichgewicht zum Osten der Hauptstadt herstellen, wo drei Schulen diesen Titel tragen. Der Westteil führte bislang keine einzige ins Feld. Der Senat hat signalisiert, dass sich dies demnächst ändern soll. Die Spieler um Libero Bastian mag dies wenig scheren. Sie können unaufgeregt ihren nächsten Auftritt abwarten. Wann der ansteht? Bereits am 10. Juli ab 9 Uhr im Stadion Wittenau. Gegner wird pikanterweise das Flatow-Gymnasium aus Köpenick sein, dessen Kicker durchweg für den 1. FC Union spielen. Ein Besuch lohnt, zumal die Partie über insgesamt siebzig Minuten geht. Auch die Mädchen der Poelchau-Oberschule konnten sich für das Halbfinale qualifizieren. Bei ihren drei Siegen schossen sie binnen neunzig Minuten 13 Tore und kassierten keinen Gegentreffer. aus: BERLINER MORGENPOST v. 5. Juli 2000 |