Richthofen fordert 4. Sportschule ...

nach unten

vom 1. November 1999

Landessportchef will Sportschule in West-Berlin

Bisher gibt es nur Standorte im Ostteil der Stadt

Der Präsident des Berliner Landessportbundes und des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, fordert auch für den Westteil der Stadt eine sportbetonte Schule. Alle drei sportbetonten Schulen in Berlin das Coubertin-, die Werner-Seelenbinder- sowie die Flatow-Oberschule sind in den östlichen Bezirken. Als West-Standort schlägt Richthofen einen Neubau in der Nähe des Olympiastadions vor. 

Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) hat jetzt versprochen, "die vierte Schule im Westteil endlich hinzukriegen".

Bis die Idee in die Tat umgesetzt wird, können Sportinteressierte die Poelchau-Oberschule im Charlottenburger Halemweg besuchen. Ohne Internat zwar, aber mit erweitertem Sportunterricht, wird an dieser Schule seit 1997 versucht, den olympischen Nachwuchs zu fördern. Beispielsweise im Ringen, einer Disziplin, die in keiner der drei Sportschulen im Ostteil angeboten wird. Daneben gibt es nach Aussage von Rüdiger Barnay, Direktor der Poelchau-Gesamtschule, Rudern und Fußball für Mädchen. Weitere Sportarten sind Basketball, Hockey, Leichtathletik und Schwimmen.

Die ersten drei sportbetonten Klassen wurden von insgesamt sechs Klassen pro Altersstufe vor zwei Jahren gebildet. Den 94 jungen Sportlern, die 1997 in den siebenten Klassen begannen, folgten im vorigen Jahr 92 weitere Schüler. "Wenn im Jahr 2000 die Spiele in Sydney rufen, wird der Anfangs-Jahrgang in der zehnten Klasse sein und das System erstmals in voller Blüte stehen", sagt Schulleiter Barnay. Geboten werde eine Mischung aus Breiten- und Leistungssport. Es sei nicht oberstes Ziel, Schüler zu fördern, damit sie bei großen Meisterschaften Medaillen gewinnen.

Nachfrage übersteigt Angebot.

Mit ihrem Modell haben die Charlottenburger auf den Schülerrückgang im Bezirk reagiert. "Bis zum Jahr 2000 gibt es 600 Schüler weniger", sagt der stellvertretende Schulleiter Ehrhard Koch. Daher müsse jede Schule zusehen, dass sie zu Schülern komme. "Ein Weg dahin ist die Profilierung", sagt Koch. Vereine und Landesverbände wurden als Partner gewonnen, so dass das Land keine zusätzlichen Mittel bereitstellen musste. 1997 überstieg die Nachfrage die vorhandenen Plätze. Im vorigen Schuljahr gab es 300 Interessenten für 92 Plätze.

"Wir müssen die Schule im Westteil endlich hinkriegen. " E. Diepgen

Presse 

nach oben