Schon bei Rudi Völler auf dem Zettel ...  


nach unten

Liebe Leser von Sport-Bild,

unsere Reporter müssen - bei aller Sympathie für Spieler oder Vereine - zuallererst unparteiisch sein. Wie sollten sie sonst kritisch (was uns ja immer vorgeworfen wird!) berichten? Bei einem Spieler aber haben wir 

schon Partei ergriffen. Der heißt Arian, kommt aus Berlin, ein echtes Mittelfeld-Talent. Den hat Sport-Bild mitentdeckt, beim Wettkampf "Be a CHAMP", den Adidas organisiert. Arian ist 12 und auch schon Teamchef Rudi Völler und Bundestrainer Michael Skibbe aufgefallen. Bei der WM 2006 ist Arian erst 16, das wird knapp. Aber 2010, mit 20, da könnte er schon für Deutschland stürmen. Bisschen weit vorausgedacht, aber auch als Reporter darf man ja mal träumen. Und wenn alle davon reden, dass alles jünger werden soll, dann wollen wir von Sport-Bild auch dabei sein. Und stolz darauf, dass wir mit Arian den Blick für die Zukunft hatten. Dass Sie unsere Reportage auf Seite 34/35 mit Vergnügen lesen, hofft
Ihre Sportbild-Redaktion

I Arian Rehberg besucht eine 7. Sportklasse unserer Schule.

Der gesamte Artikel

  Presseschau

Arian (12) von

Den hat Rudi

schon auf dem Zettel

Finale bei der größten Nachwuchs-Aktion. Und die Frage: Wen sehen wir als Star wieder?

Beinahe bis auf die Knie reichte ihm das orangefarbene Trainings-Hemd. Doch das hinderte den zwölfjährigen Arian Rehberg nicht daran, frech zu dribbeln. Mit flinken Übersteigern narrte er seine größeren Gegner, mit klugen Pässen bereitete er Tore für seine Mitspieler vor. "Der kann schon richtig was", nickte Rudi Völler voller Anerkennung.
62 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren nutzen am Wochenende in Nürnberg die große Chance, dem Teamchef und dem Bundestrainer Michael Skibbe zu zeigen, wie gut sie mit dem Ball umgehen können.
Zehntausende Nachwuchsspieler hatten an der Talentsichtung "Be a CHAMP 2006" von Adidas, Sport-Bild und dem DFB teilgenommen. Bei vier Turnieren vom 6. Juli bis 18. August wurden die Besten von ihnen für das Finale auf dem Trainingsgelände des 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende ausgewählt. Arian Rehberg aus Berlin, Daniel Wirtz (14) aus Kürten und sieben weitere Spieler wurden von Sport-Bild-Spähern entdeckt.
Ziel der Turnier-Serie war es, talentierte Spieler zu sichten und zu fördern - für die WM 2006 in Deutschland und darüber hinaus. Ein mobiles Stützpunkt-Training als Ergänzung zu dem weltweit größten Talentförder-Konzept, das der DFB flächen-

Kleiner Profi - Arian Rehberg (orangenes Hemd) aus der D-Jugend von Hertha BSC Berlin beeindruckte mit toller Technik und frechen Sprüchen

deckend in ganz Deutschland eingeführt hat.
An 390 Stützpunkten arbeiten 1200 Honorartrainer und 29 so genannte Koordinatoren. Sie halten engen Kontakt zu rund 27 000 Vereinen. 22 000 Talente sollen so entdeckt und ausgebildet werden. Speziell im technischen und spielerischen Bereich. "Ein großer Vorteil ist, dass Talente jetzt mehrmals gesichtet werden und nicht durchs Sieb fallen, weil I sie einmal vielleicht nicht so gut waren." 
Völler, Skibbe, Erich Rutemöller und drei weitere DFB-Stützpunkt-Trainer schauten in Nürnberg bei allen Spielen ganz genau hin. Der Teamchef war beeindruckt: "Die Jungs haben ein hohes technisches Niveau gezeigt. Wir haben zahlreiche Namen notiert." Auch den von Arian Rehberg, geboren 1990, im Weltmeister-Jahr. Mittelfeldspieler der D-Jugend von Hertha BSC Berlin. Seine Freunde rufen ihn "Marcelinho" und er ist auch schon so selbstbewusst wie ein kleiner Profi. Er besucht ein Sport-Gymnasium, die Poelchau-Sportoberschule in Berlin, trainiert sechsmal in der Woche. Natürlich, sagt er, "ich will mal Nationalspieler werden. Aber ich weiß, dass ich ohne meine Mannschaft
nicht hier wäre. "Nie mand ist etwas ohne seine Mannschaft." Auf die Frage, ob er denn nervös sei, da ihm doch die Bundestrainer auf die Füße schauen, ant wortet Arian keck: " Ein bisschen, aber ich habe das gut im Griff, schließlich habe ich schon in Aus wahlmannschaften gespielt. Außerdem glaube ich nicht, dass Völler mich nominiert. Ich bin zwölf, was will er jetzt mit mir in der Nationalelf?"
Noch nichts, aber vielleicht später eine Menge. Das deutete der kleine Berliner an.

Michael Skibbe hatte die 62 Talente nach einem ersten Sichtungs-Training in zwölf Vierer- und drei Fünfer-Mannschaften eingeteilt, die jeweils den Namen eines Fußballidols trugen. Arian Rehberg spielte für das Mehmet-Scholl-Team, gewann das Finale der Altersklasse 88/89/90 mit 14:7. Daniel Wirtz und sein Thomas-Häßler-Team waren hingegen nach der Vorrunde ausgeschieden. Aber auch er hatte großen Spaß: "Ein tolles Gefühl, wenn Völler und Skibbe zuschauen. Da hat man sofort noch mehr Lust. Mein Traum ist es, mal für Deutschland zu spielen. Ich werde fleißig weitertrainieren." Üben kann Daniel künftig wie alle "Be a CHAMP"-Finalisten in Hosen, Stutzen und Schuhen des Vize-Weltmeisters, die Adidas spendierte. Kombiniert mit weißen T-Shirts sahen die Nachwuchskicker sogar schon aus wie kleine Nationalspieler.
"Die Spielform bei "Be a CHAMP", also 4 gegen 4, fünfzehn Minuten auf dem Kleinfeld und auf kleine Tore, ist ideal", sagt Michael Skibbe, "die Jungs werden umfas send gefordert. Es muss gespielt werden, es gibt viele Eins-gegen-eins-Situationen. Auch in der A-Nationalelf trainieren wir oft auf diese Art."
Denen, die in Nürnberg noch nicht überzeugen konnten, gab Rudi Völler einen guten Rat mit auf den Weg: "Kalle Rummenigge und ich gehören zu den besten Beispielen: Nie hat einer von uns in einer Jugend-Auswahl des DFB gespielt. Dennoch ist uns später der große Durchbruch gelun gen. Verbessern kann man sich immer." Und dann nächstes Jahr noch mal vorspielen.
Jörg Althoff


Stars und Sternchen - Rudi Völler, Michael Skibbe mit Arian Rehberg und Daniel Wirtz (r.) vor Pappstars Zidane und Raul

  Presseschau 

nach oben