Kein Visum für einige Fußballer ...  


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v. 11. Mai  2002

Kein Visum: Bürokratie bremst Fußballfreude
von Andreas Gandzior


Vier der Mexikofahrer der
Poelchau-Sportoberschule

Charlottenburg - Bis zum Umfallen haben sie gekämpft, Tore geschossen und einen Sieg nach dem anderen errungen - die Fußballjungs der Poelchau-Oberschule am Halemweg. Auch den 1. Platz im Coca-Cola School Cup 2002 am vergangenen Wochenende haben die 14-jährigen Kicker noch gemeinsam gefeiert. Doch die Früchte des Turniersieges, die Teilnahme am International Soccer Cup in Mexiko Stadt, dürfen sie nicht zusammen genießen.
Kaan Özüpek und Ömer Tetik bekommen in der Kürze der Zeit kein Einreisevisum für die Fahrt nach Mexiko. Während ihre Mitspieler heute in Tegel in das Flugzeug steigen, müssen sie weiter die Schulbank drücken. Die zwei 14-jährigen Fußballer leben in Berlin, sprechen perfekt Deutsch, haben aber einen türkischen Pass.
«Wir würden ihnen gerne ein Visum ausstellen, haben aber unsere Bestimmungen», sagt

Josefina Rotzen von der Konsularabteilung der Mexikanischen Botschaft. «Wir brauchen die Zustimmung des Innenministeriums in Mexiko, und das kann zwei bis drei Wochen dauern.»Während deutsche Urlauber ohne weitere Formalitäten in das Land der Azteken reisen dürfen, benötigen unter anderem Russen, Iraner, Iraker und auch Türken ein gültiges Visum. «Die Jungs haben Rotz und Wasser geheult, als wir sie aus dem Kader nehmen mussten», sagt Schulleiter Rüdiger Barney. «Wir haben jetzt zwei andere Spieler nominiert.»
Am Mittwoch trafen sich die Spieler zum Abschlusstraining in der Jungfernheide. Da hofften sie noch auf eine zügige Bearbeitung der Visaanträge. Dann aber wurde die Befürchtung zur traurigen Gewissheit. «Es tut uns unendlich Leid», sagt Angelika Elser, Projektleiterin beim Limonadenhersteller. «Wir lassen uns aber auf jeden Fall für die beiden Spieler eine Überraschung einfallen.»
Zu den sieben Kickern aus Berlin wurden noch Fußballer aus Schwerin, Hoyerswerda, Prenzlau und Nordhausen in das Team genommen. Während der achttägigen Reise vertreten sie Europa und treffen auf Mannschaften aus Kolumbien, Mexiko, Nigeria und Uruguay. Gespielt wird im Azteken-Stadion in Mexiko-Stadt. Das Sieger-Team erhält einen Scheck über eine noch unbekannte Summe.

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