Titeltraum und Abstiegsangst ...


v.  12. Oktober 2004


Zwischen Titeltraum und Abstiegsangst: 
Deutsche Nachwuchs-Liga: Eisbären bleiben Spitze, Preussen am Ende

Von Michael Färber

Wer das 11:2 (3:1, 4:1, 4:0) der Eisbären Juniors bei den Preussen Juniors am 7. Spieltag der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) verfolgt hat, dem wurde eines deutlich vor Augen geführt: Nie war der Unterschied zwischen den Nachwuchs-Abteilungen der zwei Berliner Eishockey-Klubs größer als heute.
Auf der einen Seite die Hohenschönhauser, die im Sog der erfolgreichen DEL-Profis einen Unterbau errichten konnten, der sowohl in der Quantität als auch in der Qualität höchsten Ansprüchen genügt. Auf der anderen Seite die Charlottenburger, die - nachdem aus dem erbärmlichen Ende des Vorgängervereins Berlin Capitals im Sommer der neue Eishockey Club Charlottenburg Preussen entstand - den Tiefpunkt erreicht haben.
"So ein 11:2 bringt uns natürlich auch nicht weiter", sagt Andreas Gensel. Dem Eisbären-Coach wäre ein knapper Erfolg lieber gewesen. Wohl wissend, daß seine Jungs viel mehr lernen, wenn sie über die volle Spielzeit gefordert werden. Schließlich ist es das Ziel der, so Gensel, "letzten Ausbildungsstation, die Spieler auf den Männerbereich vorzubereiten. Wir müssen dahin kommen, daß die Spieler mit DNL-Vorrunde, den Play-offs und Auswahlspielen auf 60 Einsätze pro Saison kommen."
Außerdem hofft der Coach ("Eigentlich müssen wir um den Titel mitspielen"), daß das eine oder andere DNL-Talent den Weg ins Sportforum finden wird, um sich beim EHC den Feinschliff zu holen. Ziele, die nicht zuletzt durch die bis 2007 festgeschriebenen 150 000 Euro pro Jahr für die Nachwuchsabteilung durch Hauptsponsor Gasag leichter zu verwirklichen sind.
Ziele, von denen man rund 20 Kilometer weiter westlich nur träumen kann. "Die Eisbären haben jetzt das, was die Preussen früher hatten", sagt Trainer Czessie Panek. Mit ihm wurde der BSC Preussen 1996 und 1997 deutscher Junioren-Meister. Doch zuletzt, zu Zeiten der Capitals, "wurde der Nachwuchs nur noch als Alibi-Abteilung betrachtet", sagt Panek.
Die Folge: Dem ohnehin schon kleinen Kader fehlt es erheblich an Qualität. Doch Panek will im Kampf um den Klassenerhalt den Kopf nicht in den Sand stecken. "Wir müssen einfach zusammenrücken", gibt er die Marschroute für den rettenden Platz neun aus. Allen Widrigkeiten zum Trotz, wie der um drei Wochen verspätete Beginn der Vorbereitung oder fehlende Eiszeit in der Deutschlandhalle wegen diverser Konzerte. So wird derzeit eine Zusammenarbeit mit der Poelchau-Schule angestrebt. Damit die Kluft zwischen Eisbären und Preussen nicht noch größer wird.

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