|
Wer
das 11:2 (3:1, 4:1, 4:0) der Eisbären Juniors bei den Preussen Juniors am 7.
Spieltag der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) verfolgt hat, dem wurde eines
deutlich vor Augen geführt: Nie war der Unterschied zwischen den
Nachwuchs-Abteilungen der zwei Berliner Eishockey-Klubs größer als heute.
Auf der einen Seite die Hohenschönhauser, die im Sog der erfolgreichen
DEL-Profis einen Unterbau errichten konnten, der sowohl in der Quantität als
auch in der Qualität höchsten Ansprüchen genügt. Auf der anderen Seite die
Charlottenburger, die - nachdem aus dem erbärmlichen Ende des Vorgängervereins
Berlin Capitals im Sommer der neue Eishockey Club Charlottenburg Preussen
entstand - den Tiefpunkt erreicht haben.
"So ein 11:2 bringt uns natürlich auch nicht weiter", sagt Andreas
Gensel. Dem Eisbären-Coach wäre ein knapper Erfolg lieber gewesen. Wohl
wissend, daß seine Jungs viel mehr lernen, wenn sie über die volle Spielzeit
gefordert werden. Schließlich ist es das Ziel der, so Gensel, "letzten
Ausbildungsstation, die Spieler auf den Männerbereich vorzubereiten. Wir müssen
dahin kommen, daß die Spieler mit DNL-Vorrunde, den Play-offs und
Auswahlspielen auf 60 Einsätze pro Saison kommen."
Außerdem hofft der Coach ("Eigentlich müssen wir um den Titel
mitspielen"), daß das eine oder andere DNL-Talent den Weg ins Sportforum
finden wird, um sich beim EHC den Feinschliff zu holen. Ziele, die nicht zuletzt
durch die bis 2007 festgeschriebenen 150 000 Euro pro Jahr für die
Nachwuchsabteilung durch Hauptsponsor Gasag leichter zu verwirklichen sind.
Ziele, von denen man rund 20 Kilometer weiter westlich nur träumen kann.
"Die Eisbären haben jetzt das, was die Preussen früher hatten", sagt
Trainer Czessie Panek. Mit ihm wurde der BSC Preussen 1996 und 1997 deutscher
Junioren-Meister. Doch zuletzt, zu Zeiten der Capitals, "wurde der
Nachwuchs nur noch als Alibi-Abteilung betrachtet", sagt Panek.
Die Folge: Dem ohnehin schon kleinen Kader fehlt es erheblich an Qualität. Doch
Panek will im Kampf um den Klassenerhalt den Kopf nicht in den Sand stecken.
"Wir müssen einfach zusammenrücken", gibt er die Marschroute für
den rettenden Platz neun aus. Allen Widrigkeiten zum Trotz, wie der um drei
Wochen verspätete Beginn der Vorbereitung oder fehlende Eiszeit in der
Deutschlandhalle wegen diverser Konzerte. So wird derzeit eine Zusammenarbeit
mit der Poelchau-Schule angestrebt. Damit die Kluft zwischen Eisbären und
Preussen nicht noch größer wird.
|