|
Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen
Sportbundes, erinnert sich in trauter Runde schon ab und zu an
seine sportliche Vergangenheit. Er war schon im zarten
Schulalter bekennender Hockeyspieler, wurde von seinen fußballspielenden
Klassenkameraden frotzelnd gefragt: «Wo willst du denn hin
mit dem Krummstab?»
Die Situation hat sich von damals zur Jetztzeit wenig geändert.
Da halfen auch keine Olympiasiege. «Wir hoffen aber, dass der
jüngst von der deutschen Männermannschaft erstmals erkämpfte
Weltmeistertitel für den Hockeysport insgesamt, und für das
Schulhockey insbesondere einen Schub bedeutet», schaut Astrid
Freyer in die Zukunft. Nur 25 Grund- und Oberschulen bieten
Arbeitsgemeinschaften an, so die Schulhockey-Referentin. «Sag´
mir, wo die Mädchen sind?» fragt sie in Anlehnung an einen
bekannten Marlene Dietrich-Schlager, «der Mädchenbereich ist
unser Sorgenkind.»
Gespielt wird beim Schulhockey in zwei Gruppen. In der
L-Gruppe jagen leistungsorientierte Vereinsspielerinnen und
-spieler dem etwa 160 Gramm schweren Ball nach. In der
B-Gruppe treffen Teams aufeinander, in denen möglichst keine
Vereinsspieler mitspielen. «Hier soll den Mädchen und Jungen
Appetit auf das Hockeyspielen gemacht werden», so die
Schulhockey-Referentin Astrid Freyer.
Beim Schulhockey gibt es, wie auch im Vereinssport in
Berlin klar erkennbar, ein Nord-Süd-Gefälle. «Das
orientiert sich an den Vereinsstandorten», so Astrid Freyer.
Aushängeschild ist in Berlin die Zehlendorfer
Wilma-Rudolf-Oberschule. Die Jungenmannschaft gewann das
letztjährige Bundesfinale bei «Jugend trainiert für Olympia».
Doch auch die Mädchen sind auf dem Vormarsch. Sie gewannen
die Turniere anlässlich des «Tags des Schulhockeys» in der
Schöneberger Sporthalle in L- und B-Gruppe.
Aber auch in der City geht es voran. Die B-Jungen der
Poelchau-Oberschule aus Charlottenburg-Nord gewannen das
Turnier vor dem Team der Freiherr-vom-Stein-Schule aus Spandau.
Und die leistungsorientierten Poelchau-Schüler gewannen
hinter den Jungen der Zehlendorfer Arndt-Oberschule die
Silbermedaillen. Freude auch bei der Mannschaft der 1. bis 4.
Klassen der Charlottenburger Wald-Grundschule. Sie war die
Beste in ihrer Altersklasse.
|