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Die Regelung, dass Nicht-EU-Ausländer nur noch bei Erstbundesligisten eingesetzt werden dürfen,
hat viele Fachverbände und Vereine aufgeschreckt. Den Deutschen
Sportbund auch?
Wenn eine Regelung den deutschen Nachwuchs fördert, dann muss man
die erst mal grundsätzlich unterstützen. Wir würden mit unserem
Nachwuchs-Leistungssportkonzept ja unglaubwürdig, wenn wir jenen
Talenten, die in Deutschland gefördert wurden, Hürden in den Weg
stellten. Allerdings ist für mich völlig unklar, ob die Regelung
rechtlich durchsetzbar ist.
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ARMIN
BAUMERT (57)
ist Leitender Direktor
Leistungssport im Deutschen Sportbund (DSB) und Mitglied des
Bundesausschusses Leistungssport von DSB und Nationalem
Olympischen Komitee. |
Stelian Moculescu, Trainer des Volleyball-Bundesligisten VfB
Friedrichshafen und zugleich Bundestrainer, ist sich sicher, dass
dadurch aber die Qualität der Ligen sinkt.
Moculescu hat da einen wichtigen Punkt erkannt. Aber das Thema
Volleyball betrachte ich als positives Beispiel. Der DSB bemüht sich
seit Jahren, mit den Verbänden der Spielsportarten und
Bundesligavertretern ein Ziel zu verfolgen: Deutschland soll sich bei
Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften optimal darstellen.
Werner von Moltke, der Präsident des Volleyballverbandes, versucht das
bestmöglich umzusetzen. Er sichert den Bundesligisten gute
Nachwuchsleute, und gleichzeitig stärkt er die Nationalmannschaft.
Diese Versuche unterstützen wir, aber mehr können wir als DSB nicht
machen.
Moculescu ist weniger begeistert. Er sagt, die deutschen Talente und
Spieler kann man deshalb nicht so schnell auf Niveau bringen wie Ausländer, |
weil sie wegen Studium und Schule zu wenig Zeit fürs Training haben.
So pauschal sehe ich das
nicht. Was passiert denn zum Beispiel in Berlin? Da haben wir jetzt in
der Poelchau-Schule eine vierte sportbetonte Schule mit einem
Schwerpunkt Spielsport. Gleichzeitig haben die Schüler eine gute
Ausbildung. Man muss nur ein bisschen hinter die Kulissen schauen, dann
wird man sehr schnell feststellen: Es gibt durchaus schon Möglichkeiten,
Leistungssport und Ausbildung gut unter einen Hut zu bringen.
Aber geht das Konzept nicht an einem Kernproblem vorbei? In der so
genannten Spaßgesellschaft sinkt die Leistungsbereitschaft doch
generell. Immer weniger Jugendliche haben Lust, im Sport zu malochen.
Wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung Kinder und Jugendliche die
so genannten Spaß- und Abenteuer-Sportarten betreiben, dann muss ich
sagen, der Wille zur Leistung ist ungebrochen. Natürlich wechseln viele
Jugendliche von einer Sportart zur nächsten, das ist wie beim
Musikgeschmack. Aber das ist ja kein rein deutsches Problem. Im Ausland
fahren genau so viele Kinder und Jugendliche Kickboards wie hier. Doch
entscheidend ist, dass sich trotzdem viele Kids auf ihre Sportart
konzentrieren, und die durchaus mit großem Willen betreiben. Jetzt müssen
sich die traditionellen Sportarten nur verstärkt um diese Talente bemühen.
Wenn ein Verein mit überwiegend deutschen Spielern in die Bundesliga
aufsteigt, muss er sich aber erst einen neuen Kader kaufen, weil der
vorhandene zu schwach ist.
Ja, das ist die missliche Lage, in der die Vereine stecken. Wenn sie
dem Sponsor gerecht werden wollen, müssen sie oben mitspielen. Wer als
Vereinsboss sagt: Trainer nimm' deutsche Talente, riskiert, dass der
Sponsor aussteigt. Bei diesem Punkt versuchen wir ja schon zu
moderieren: Wir sagen zu den Klubchefs, schau mal, einer deiner Spieler
ist in der deutschen Nationalmannschaft, das ist doch auch etwas wert.
Aber wenn die Bundesligisten mit dem Verband nicht auf einer Linie
fahren, kommen wir nicht vorwärts.
Das
Gespräch führte Frank Bachner. |