Schule der Zukunft ...


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Die Schule der Zukunft - für Leistungssportler


von Marco Suworow
staatl. geprüfter A-Trainer im Tennis Berlin
Zuschrift von Herrn Suworow an die Redaktion - November 2006

Schule und Leistungssport unter einen Hut zu bringen, ist für Jugendliche ein echter Spagat. Sowohl die schulischen, als auch die Anforderungen im Training sind hoch. Um sowohl einen erfolgreichen Schulabschluss zu erlangen, als sich auch zusätzlich die Möglichkeit zu erarbeiten in der ausgeübten Sportart Profi werden zu können, müssen sich die Schüler/Sportler ihre Zeit schon gut einteilen. Weiterhin ist es notwendig, dass die Verantwortlichen in der Schule (Lehrer und Direktor) und die Trainer der jeweiligen Sportart, Verständnis für die Anforderungen des anderen haben. 
Dies ist auf "normalen" staatlichen Schulen zumeist nicht der Fall und zwingt den Sportler früher oder später zu einem Schulwechsel. So zum Beispiel auf die Poelchau-Oberschule. Hier geben sich die Verantwortlichen Mühe beides zu ermöglichen. 
Was aber wäre zum Beispiel die optimale Schule für einen Tennisspieler? 
Nun habe ich in diesem Jahr als Coach ungefähr 10 verschiedene Länder bereist und auf den Turnieren natürlich Gespräche mit Spielern und Trainern unterschiedlichster Nationalitäten geführt. Auf meine Frage, wie Schule und Sport dort miteinander verbunden werden, bekam ich meist dieselbe Antwort: "Schule? Wir gehen nicht zur Schule." Dies bedeutete aber nur in den seltensten Fällen die Spezialisierung auf den Sport und Abbruch der Schule, sondern Schule via Internet

Bei diesen Fernschulen stehen die Schüler mit Lehren per Email oder Chat in Kontakt und erhalten so den Unterrichtsstoff und können Fragen stellen. Nur zu Prüfungen müssen sie in der Schule erscheinen. 
Da beim Tennis ab der 9. - bzw. 10. Klasse die Turnierphasen einen sehr hohen zeitlichen Anteil einnehmen, ist dies nur verständlich. Wenn eine Spielerin im Alter von 15 Jahren ca. 20 internationale Turniere im Jahr spielt, werden die Abwesenheitszeiten enorm. Ein Turnier dauert in der Regel von Montag bis Sonntag, je nach Abschneiden. Meiner Meinung nach, wäre die beste Schulform eine gemischte: 
In den Phasen verstärkten Trainings zu Hause sollten die Spieler/innen zur Schule gehen, um den sozialen Kontakt zu Mitschülern und Lehrern zu pflegen und das Angebot der Schule zu nutzen. In Wettkampfphasen mit erhöhten Abwesenheitszeiten sollten die Möglichkeiten des Internets auf jeden Fall genutzt werden. 
So könnten abwesende Schüler zeitnah den Unterrichtsstoff erhalten und auf dem Niveau der anderen Schüler bleiben. Ansonsten haben unsere Sportler auf internationalem Niveau keine Chance oder müssen die Schule irgendwann abbrechen. Beides muss vermieden werden! Ich bin überzeugt, dass ein solches Angebot auf große Nachfrage unter Sportlerkreisen stoßen wird und eine gute Werbung für die Fortschritts- und Zukunftsorientierung der Schule wäre.

Anm.: Herrn Suworows Tochter ist Tennis-Kaderathletin und Schülerin unserer Schule.

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