Eine Schule tanzt ...

vom 23. Februar 2005

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Eine Schule tanzt

Poelchau-Oberschule bietet Cheerdance als Projektsportart an


Charlottenburg. 13 Jahre alt ist Elain, Schülerin an der Poelchau-Oberschule, und sie hat schon ein klares Ziel vor Augen: Die Teilnahme
an der Wettmeisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen.
Schon jetzt hat sie Beachtliches
erreicht: In der Deutschen Oper ist sie in "Dornröschen" zu sehen und in der Aufführung "Kinder tanzen für Kinder" hat sie sogar als "gute Fee" eine Solistenrolle.  "Ballett, ist meine Leidenschaft, mein Feuer, meine Flamme", sagt Elain.
Am Theater gibt es aber nur eine Primaballerina und keine Weltmeisterin. Um daher an einer Weltmeisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen teilnehmen zu können, tanzt Elain regelmäßig im Sony-Center im Verein. Und auch Sabine Galley an der Poelchau-Oberschule hilft ihr.
Die Lehrerin ist zwar in der Fachwelt als Trainerin für Cheerleading und Cheerdance bekannt, an der Poelchau-Schule unterrichtet sie aber Tanz. In Berlin ist dies die einzige Schule, in der im Unterricht getanzt wird.

Rock'n Roll macht zur Not 
auch ohne Jungs Spaß-

Begonnen hat alles", erinnert sich Sabine Galley,  "mit Unterstützung des Post SV - jetzt Pro Sport Berlin 24 e.V., die das Schulprojekt für eine Klasse vom 7. bis 10. Schuljahr ins Leben riefen. Die Schule wollte gerne daran festhalten und Tanzen als Projektsportart in das Schalprogramm aufnehmen. Und so stellte ich mich auch für die anderen Unterrichtsteile zur Verfügung."
Dienstag gibt es klassischen Ballettunterricht an der
Stange, Mittwoch wird Choreographie (zum Beispiel Cheerdance, Jazz oder HipHop) und auch Rock'n Roll gelehrt, Donnerstag Cheerleading.
Die lateinamerikanischen Tänze werden an der sportbetonten Gesamtschule nicht unterrichtet, weil
es zu wenig Jungen gibt.

Als einziger Junge tanzt Tom Bräunlich (13) mit den Mädchen aus den 7., 8. und 9. Klassen. Er weiß genau: "Ich werde Tänzer". Den Schöneberger Tänzerknaben führten mehrfach bei den Berliner Meisterschaften die lateinamerikanischen Tänze auf das Siegerpodest. Er spielt auch Fußball, fährt Mountainbike, kämpft als Judoka, aber "Tanzen ist die einzige Sportart, die mich zum Schwitzen bringt, alles andere ist langweilig", sagt er.

Elain Delberg tanzt schon in der Deutschen Oper

Mit dem Cheerleading hat sich auch Franziska Hermann (14) aus der 8. Klasse angefreundet. Ihre eigentliche Liebe gilt dem sanfteren Jazz-Dance. Das tänzerische Blut in ihren Adern ging von der Oma über die Mutter zur Tochter über. Ihre sportlichen Lorbeeren holt sich die Wilmersdorferin beim SC Siemensstadt, der zukünftig auch das Tanzprojekt in der Schule mehr unterstützen möchte.

Tom hat sich übrigens inzwischen daran gewöhnt einziger Junge unter den Tänzern zu sein und die Mädchen nehmen Rücksicht auf diese Besonderheit. Seinetwegen haben sie die Cheerleadergruppe der Poelchau-Schule von "Magie Queens" in "Figthers" umbenannt. FW

  Presseschau 

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