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Der erste Eindruck wirkt wenig optimistisch, fast schon niederschmetternd. "In keinem Fall können wir euphorisch nach vorn blicken", sagt Johannes
Bruger. Es klingt, als würde der Landestrainer des Landesruderverbandes Berlin langsam aber sicher das Ende seiner Sportart in Berlin kommen sehen.
Weit gefehlt. Zwar sind die Zeiten vorbei, als zum Beispiel eine Katrin Rutschow-Stomporowski - lange bevor sie sich mit olympischem Gold schmücken konnte - im Nachwuchsbereich nahezu jedes Rennen für sich entscheiden konnte. Doch es sind die kleinen Lichtblicke, die die Zukunft heller scheinen lassen. Besser gesagt: die Lichtblicke der Kleinen, der zwölf- bis 14jährigen Nachwuchs-Ruderer.
So hellt sich auch die Miene des Landestrainers auf. "Wir freuen uns, daß wir neun Boote in die ersten Läufe gebracht haben", zählt Bruger auf. Neun Boote, die beim 37. Bundeswettbewerb in dieser Altersklasse am Wochenende auf der Regattastrecke in Berlin-Grünau Zeugnis über die gute Arbeit an der Basis abgelegt haben.
Allen voran Sebastian Obst (RC Tegel) und Arleen Löwa (RG Rotation). "Über diese beiden Einer-Siege freuen wir uns natürlich sehr." Brugers Stimme wird optimistischer. Wohl wissend, dass die Zusammenarbeit mit der Poelchau-Oberschule (Charlottenburg) und der Flatow-Oberschule (Köpenick) weitere Früchte trägt.
Es ist praktisch die einzige Möglichkeit, gezielt Werbung für das Rudern zu machen. Zumal "wir zu wenig Nachwuchs" haben, sagt
Bruger. Und liefert die Begründung: "Der Geburtenknick nach der Wende macht sich jetzt bemerkbar." Gerade in den Ost-Bezirken sei die Zahl stark rückläufig. Außerdem gebe es zu wenig hauptamtliches Personal. "Deshalb", so
Bruger, "wollen wir versuchen, daß wir nicht immer zu den Schulen müssen, sondern diese auch mal zu uns kommen." An einem Wandertag zum Beispiel.
Was bleibt, ist viel Überzeugungsarbeit. Dass sich der Einsatz trotz der Tatsache, daß man sich mit Rudern nicht nachhaltig seinen Lebensunterhalt sichern kann, dennoch lohnt, in Form von Titeln und Medaillen zum Beispiel. Kein leichtes Unterfangen. Doch Jammern gilt nicht. "Das Rudern ist im Schulsport gut vertreten", so
Bruger, auch angesichts des Herbstfinales des Wettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia", bei dem Rudern traditionell dabei ist. Aber: "Von allein kommt kaum jemand zum Rudern. Meist sind die Jugendlichen familiär vorbelastet."
Was bleibt, sind die kleinen Lichtblicke. So wie Enrico Stapel (BRC Ägir). Der Deutsche Jugend-Champion im Vierer mit Steuermann wird ebenso bei der Junioren-WM in Brandenburg (1. bis 8. August) die Berliner Farben vertreten wie die beiden Achter-Meisterinnen Anna Korge
(RC Tegel) und Claudia Rühr (RG Rotation). Gerade deswegen kann man optimistisch in die Zukunft blicken.
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