Ost-Signale bei Schulolympiade ...  


  v. 30. September 2003

66. Bundesfinale
Ost-Signale bei Schulolympiade
Einsame Spitze in Leichtathletik
Von Jürgen Holz

Der bundesweite Schulwettbewerb »Jugend trainiert für Olympia« ist auf dem Weg zur ersten Million. Die weltgrößte Schulolympiade sah im Zeitraum 2002/03 annähernd 900 000 Schülerinnen und Schüler in den Vorausscheiden in den 16 Bundesländern am Start. Die besten 320 Schulmannschaften mit 4000 Teilnehmern kamen nunmehr letzte Woche in Berlin zum 66. Bundesfinale zusammen.
Auch bei diesem Herbstfinale im Badminton, Beach-Volleyball, Fußball, Hockey, in der Leichtathleitk, im Rudern und Tennis in den beiden Altersstufen der Mädchen und Jungen zwischen 12 und 17 Jahren waren nicht zufällig die Teams aus den sportbetonten Schulen der neuen Bundesländer und Berlin dominierend.
Dabei bestätigte sich eine Tendenz, die schon seit der Wende in diesem Wettbewerb zu beobachten ist: In den Sportarten, die auch im früheren DDR-Sport als besonders »förderungswürdig« angesehen wurden, ist auch heute noch der Osten tonangebend. In der Leichtathletik gingen ausnahmslos alle 12 zu vergebenden Plätze in den Wettkampfklassen II und III der Mädchen und Jungen an die Sportgymnasien aus Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern (je 4), Sachsen-Anhalt (2) sowie Berlin und Brandenburg (je 1). Die vier Bundessieger stellten Thüringen (2) mit den Mädchen (WK III) des Sportgymnasiums Jena und den Jungen (WK III) des Pierre-de-Coubertin-Gymnasiums Erfurt sowie Berlin mit der Werner-Seelenbinder-Schule (Mädchen WK II) und Mecklenburg-Vorpommern mit dem Sportgymnasium Neubrandenburg (Jungen WK II).

Im Fußball war ebenfalls der Osten vorneweg mit 9 von 12 Medaillengewinnen und den drei Turniersiegern aus Brandenburg (2) und Mecklenburg-Vorpommern (1). Ein interessanter »Fall« sind die in der WK II siegreichen Berliner Jungen, die im Finale die Lausitzer Sportschule Cottbus mit 4:3 nach Verlängerung schlugen. Sie kommen von der Poelchau-Oberschule aus Charlottenburg-Wilmersdorf. Diese Schule mit »sportlichem Schwerpunkt« und zwei Leistungssportklassen pro Schuljahr (aber ohne Internat) fördert als »Profilsportarten« Leichtathletik, Modernen Fünfkampf, Rudern, Schwimmen, Wasserball und Hockey sowie als »Projektsportarten« Fußball (Mädchen und Jungen), Basketball, Tischtennis, Volleyball und Tanzen. Es ist die einzige Eliteschule des Sports im Westteil der Stadt. Im Ostteil sind es mit der Werner-Seelenbinder-Schule, dem Coubertin-Gymnasium und der Flatow-Oberschule drei.
Auch im Beach-Volleyball war der Osten (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg) unter sich. Und im Rudern belegten die jungen »Ossis« 14 der 24 Medaillenplätze und stellten vier der acht Bundessieger durch Berlin (2), Brandenburg und Sachsen-Anhalt (je 1).
Ganz anders sah es im Badminton aus, wo Thüringen (Zweiter) und Sachsen-Anhalt (Dritter) als Einzige in die Phalanx der alten Bundesländer eindringen konnten. Und im Hockey war das Sportgymnasium Leipzig (Zweiter) genauso die Ausnahme wie im Tennis die Werner-Seelenbinder-Schule (Zweiter) aus Berlin.

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