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Der bundesweite Schulwettbewerb »Jugend trainiert für Olympia« ist auf dem
Weg zur ersten Million. Die weltgrößte Schulolympiade sah im Zeitraum 2002/03
annähernd 900 000 Schülerinnen und Schüler in den Vorausscheiden in den 16
Bundesländern am Start. Die besten 320 Schulmannschaften mit 4000 Teilnehmern
kamen nunmehr letzte Woche in Berlin zum 66. Bundesfinale zusammen.
Auch bei diesem Herbstfinale im Badminton, Beach-Volleyball, Fußball, Hockey,
in der Leichtathleitk, im Rudern und Tennis in den beiden Altersstufen der Mädchen
und Jungen zwischen 12 und 17 Jahren waren nicht zufällig die Teams aus den
sportbetonten Schulen der neuen Bundesländer und Berlin dominierend.
Dabei bestätigte sich eine Tendenz, die schon seit der Wende in diesem
Wettbewerb zu beobachten ist: In den Sportarten, die auch im früheren DDR-Sport
als besonders »förderungswürdig« angesehen wurden, ist auch heute noch der
Osten tonangebend. In der Leichtathletik gingen ausnahmslos alle 12 zu
vergebenden Plätze in den Wettkampfklassen II und III der Mädchen und Jungen
an die Sportgymnasien aus Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern (je 4),
Sachsen-Anhalt (2) sowie Berlin und Brandenburg (je 1). Die vier Bundessieger
stellten Thüringen (2) mit den Mädchen (WK III) des Sportgymnasiums Jena und
den Jungen (WK III) des Pierre-de-Coubertin-Gymnasiums Erfurt sowie Berlin mit
der Werner-Seelenbinder-Schule (Mädchen WK II) und Mecklenburg-Vorpommern mit
dem Sportgymnasium Neubrandenburg (Jungen WK II). |
Im Fußball war ebenfalls der Osten vorneweg mit 9 von 12 Medaillengewinnen und
den drei Turniersiegern aus Brandenburg (2) und Mecklenburg-Vorpommern (1). Ein
interessanter »Fall« sind die in der WK II siegreichen Berliner Jungen, die im
Finale die Lausitzer Sportschule Cottbus mit 4:3 nach Verlängerung schlugen.
Sie kommen von der Poelchau-Oberschule aus Charlottenburg-Wilmersdorf. Diese
Schule mit »sportlichem Schwerpunkt« und zwei Leistungssportklassen pro
Schuljahr (aber ohne Internat) fördert als »Profilsportarten« Leichtathletik,
Modernen Fünfkampf, Rudern, Schwimmen, Wasserball und Hockey sowie als »Projektsportarten«
Fußball (Mädchen und Jungen), Basketball, Tischtennis, Volleyball und Tanzen.
Es ist die einzige Eliteschule des Sports im Westteil der Stadt. Im Ostteil sind
es mit der Werner-Seelenbinder-Schule, dem Coubertin-Gymnasium und der
Flatow-Oberschule drei.
Auch im Beach-Volleyball war der Osten (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg) unter sich. Und im Rudern belegten die jungen »Ossis« 14 der 24
Medaillenplätze und stellten vier der acht Bundessieger durch Berlin (2),
Brandenburg und Sachsen-Anhalt (je 1).
Ganz anders sah es im Badminton aus, wo Thüringen (Zweiter) und Sachsen-Anhalt
(Dritter) als Einzige in die Phalanx der alten Bundesländer eindringen konnten.
Und im Hockey war das Sportgymnasium Leipzig (Zweiter) genauso die Ausnahme wie
im Tennis die Werner-Seelenbinder-Schule (Zweiter) aus Berlin. |