Schule in den Olympiapark ...



vom 25. Januar 2009


Poelchau-Oberschule zieht aufs Olympia-Gelände
Von Brigitte Schmiemann

Die Wettkampfstätten und das größte deutsche Stadion direkt vor der Tür. Das wäre für sportbegeisterte Schüler wohl ein Traum. Für die Poelchau-Oberschule könnte die Vision, Lernen und Spitzensport auch räumlich zu verknüpfen, Wirklichkeit werden. Doch noch muss der Bus-Shuttle die Kinder zweimal am Tag hin- und herfahren.

Doch der Senat prüft einen Umzug aufs Stadiongelände, wo seit dem Auszug der Briten einige Gebäude leer stehen. Schulleiter Rüdiger Barney (60) weiß, dass die Eltern und Schüler "schon ganz wild darauf sind umzuziehen". Er hofft, dass das zweite Konjunkturprogramm der Bundesregierung den Umzug und Ausbau des neuen Schulgebäudes ermöglicht.

Die Poelchau-Oberschule entstand in den 70er-Jahren in der neuen Großsiedlung am Halemweg in Charlottenburg-Nord und entwickelte in den 90er-Jahren ein sportliches Profil. Mit großem Erfolg. Sie ist die einzige Schule in Berlin, die über die beiden Prädikate "Eliteschule des Sports" (vergeben vom Deutschen Olympischen Sportbund) sowie "Eliteschule des Fußballs" (vergeben vom Deutschen Fußballbund) verfügt. Zehn Sportarten - vom Fußball über Leichtathletik bis zum modernen Fünfkampf - werden angeboten.

Der Bezirk überlegt, was nach einem Wegzug der Poelchau-Schüler aus dem Oberstufenzentrum werden soll. Eine neue Oberschule ist nach Auskunft von Naumann dort aber nicht nötig. Schon jetzt besuchen die Eliteschule Jugendliche aus ganz Berlin. Der Komplex müsse nicht nur neu sondiert werden, sondern sei auch sanierungsbedürftig. Erste Überlegung der Senatsbildungsverwaltung den ganzen Standort aufzugeben - und sich damit nach Einschätzung von Naumann eine jahrelang leer stehende Immobilie in einem ohnehin problematischen Kiez einzuhandeln - sei aber vom Tisch. Schuldirektor Barney möchte am liebsten schon zum Schuljahr 2010/11 aufs Olympiapark-Gelände umziehen. Um die Schülerzahl von im Moment 800 Schülern auf 600 zu reduzieren, wird es in Zukunft nur noch vier statt fünf Parallelklassen geben. Die Klassenstärke soll zwischen 15 und 20 Kindern betragen. Schon jetzt gibt es dreimal so viele Bewerber für die Poelchau-Eliteschule, an der alle Schulabschlüsse bis zum Abitur gemacht werden können, wie Plätze. In Zukunft dürfte es wohl noch schwerer werden, einen Platz zu ergattern. Sportliche und schulische Leistung sind bei der Auswahl gleich wichtig.

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