Neues Konzept für die Eliteschulen ...


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Neues Konzept für die Eliteschulen

Trainingsgruppen im Mittelpunkt

aus: SPORT IN BERLIN I-II/2005

Die Klagen sind nicht neu. Immer wieder wird in jüngster Zeit festgestellt, dass sich in den vier Berliner Eliteschulen des Sports zu viele Trittbrettfahrer tummeln, die zwar liebend gern die vorhandenen hervorragenden Bedingungen in Anspruch nehmen, aber andererseits nicht bereit sind sich dem Hochleistungssport und den damit verbundenen konsequenten Trainingsanforderungen zu verschreiben. Der Verwässerung einer ansonsten sehr sinnvollen Einrichtung soll Einhalt geboten, weil zu häufig die Leistungswiligen von den Leistungsunwilligen gebremst werden. Schließlich sollen hier die Meister von morgen und späteren Olympioniken vorbereit werden.

Allerorten wird von der Konzentration der Kräfte und der besseren Nutzung von Ressourcen gesprochen. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass sich auf dem Sektor der Elitesportschulen demnächst entscheidende Veränderungen anbahnen. Thomas Härtel, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, spricht von einer Fortschreibung des bisherigen Konzepts, meint damit aber eine schon in absehbarer Zeit geplante organisatorische Zusammenführung der beiden wichtigsten leistungssportlich orientierten Bildungseinrichtungen im Ostteil der Stadt, der Werner-Seelenbinder-Schue und des Coubertin-Gymnasiums zu einem Schul-und Leistungssportzentrum Berlin, wie der Arbeitstitel lautet.

Das Ziel heißt, Verringerung der Schülerzahlen, effizienterer Einsatz von Trainern, Lehrern, aber auch der finanziellen Mitteln sowie eine Verbesserung der sportlichen und schulischen Förderpläne bis hin zu einer flexiblen Schulorganisation im Interesse einer optimalen Gestaltung des Wechsels von Unterricht, Training und Freizeit. Künftig, und das ist das Neue an dem Projekt, sollen in erster Linie die Trainingsgruppen der Ausgang aller Überlegungen sein. Sie bilden praktisch den Kern, um den herum sich der Unterricht gestaltet, so Härtel. Er ist der Leiter einer seit Monaten existierenden Steuerungsgruppe, die sich aus den Vertretern des Olympiastützpunktes, des Landessportbundes, der Senatsverwaltung sowie den Schulleitern zusammensetzt und die dem Problem zu Leibe 

rückt, wie jüngst bei einem Seminar im Bundesleistungszentrum Kienbaum, wo auch die Eltervertreter zugegen waren. Bis Mitte Januar sollen sich die betroffenen Schulen, dazu gehören auch die Flatow- und Poelchau-Oberschule, zu den Vorschlägen einer Konzentration äußern, damit eine tragfähige Arbeitsgrundlage geschaffen werden kann, die dann der Senat dem Parlament zur endgültigen Beschlussfassung vorlegen will.Greifen sollen die neuen Bedingungen aber erst ab dem Schuljahr 2006/2007, sagte der Staatssekretär. „Entscheidend für die Zukunft wird sein, dass eine wesentlich verbesserte Talentsichtung federführend in die Hände der Sportverbände fällt und nicht etwa den Eliteschulen obliegt." Härtel fordert deshalb auch vom LSB klare Richtlinien, welche der bisher an den Berliner Eliteschulen geförderten Sportarten weiter als Profilsportarten bestehen bleiben und welche nicht. Das ist deshalb wichtig, weil es demnächst eine Rechtsverordnung mit unmissverständlichen Aufnahmebedingungen geben wird, wobei gleichzeitig auch der Verbleib beziehungsweise ein eventuelles Verlassen der Schule festgelegt wird. Vorgesehen sind in dem neuen Schul- und Leistungssportzentrum Berlin alle qualifizierten Bildungsabschlüsse. Im Mittelpunkt stehen dabei das Abitur und die Möglichkeit eines Realschulabschlusses. Angedacht ist, eine Ausbildung zum Büro- oder Reisekaufmann an die Schule anzudocken.

Die Schülerzahl der Werner-Seelenbinder-Schule soll dem Vernehmen nach von derzeit 1100 auf 650 und des Coubertin-Gymnasiums von 716 auf 460 verringert werden. Als Haupttrainingsstandort ist das Sportforum Hohenschönhausen vorgesehen, weil hier die besten sportlichen Voraussetzungen herrschen, einschließlich des Hauses der Athleten mit dem Schulinternat. Staatssekretär Härtel wollte deshalb auch nicht ausschließen, dass eines Tages nur noch dieser Standort für ein Schul- und Leistungssportzentrum übrig bleibt. Doch das kommt frühestens in vier Jahren zum Tragen. Für die Flatow­ und Poelchauschule, die in jedem Fall den Status Eliteschulen des Sport behalten, gelten als Außenstellen des Zentrums andere Bedingungen. Hier sollen jeweils zwei Leistungssportzüge neben weiteren sportorientierten Klassen gebildet werden.   Clous Thal

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