Eine neue Zeitrechnung beginnt ...  


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Nr. IX / 2001

Endlich auch im Westen eine sportbetonte Schule

Eine neue Zeitrechnung beginnt
Text und Fotos: Mark Oliver

Was lang währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort scheint sich auch in dem Fall zu bewahrheiten. Die drei sportbetonten Schulen im Ostteil der Stadt haben einen kleinen Bruder im Westen erhalten, die Poelchau-Schule am Rande der Jungfernheide. Ab September wird hier ein neues Kapitel aufgeschlagen - und das gleich in mehrfacher Hinsicht, wie Andreas Statzkowski, der nicht nur Bürgermeister, sondern auch Bildungsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf ist, formulierte. Zum einen wurde diese Bildungseinrichtung seitens des Senats von einer Gesamtschule nun in den Rang einer Schule mit gymnasialer Oberstufe erhoben (wo auch das Abitur möglich ist) und erhielt zum an deren das Zertifikat einer "Schule mit sportlichem Schwerpunkt", was soviel wie eine Eliteschule des Sports bedeutet. 
Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Hertha-Klasse, die allerdings mit einigen Basket- und Volleyballern aufgefüllt wird. Das Konzept sieht vor, dass die zwölf und 13-jährigen Kicker aus dem neu geschaffenen Internat des Berliner Fußball-Bundesligisten täglich mit einem Kleinbus vom Olympiastadiongelände zur Poelchau-Schule gefahren und wieder zurückgebracht werden. Sie haben insgesamt acht Stunden Sportunterricht pro Woche; selbstverständlich auch die Schüler der bereits existierenden Profilklassen, wobei hier - im Gegensatz zu den Hertha-Klassen, die eigene Trainer haben - offiziell angestellte Trainer des Landessportbundes die jeweiligen Übungseinheiten der jungen Schwimmer, Wasserballer, Leichtathleten, Hockeyspielerinnen, Fußballer (ausgenommen die von Hertha BSC), Ruderer und künftig auch Modernen Fünfkämpfer leiten.
Direktor Rüdiger Barney, der selbst in verschiedenen Sportarten wie Volleyball, Tischtennis und Laufen zu Hause ist, freut sich riesig, dass ein jahrelanges Bohren dicker Bretter von Erfolg gekrönt wurde: "Eigentlich haben wir schon 1997 damit begonnen, dem Sport an unserer Schule mehr Gewicht zu verleihen, in dem wir in zwei von insgesamt drei siebenten Klassen einen verstärkten 

Sportunterricht anboten und den Schülern eine spezielle Förderung zugute kommen ließen." Dieses Modell erfuhr von überall begeisterte Zustimmung, denn es bildete den Grundstock der vierten sportbetonten Schule in Berlin, die jetzt Wirklichkeit geworden ist und sich eines Tages sicherlich nicht hinter der Werner-Seelenbinder-Schule in Hohenschönhausen, dem Coubertin-Gymnasium im Prenzlauer Berg sowie der Flatow-Oberschule in Köpenick zu verstecken braucht.


Direktor Barney

Die neue Eliteschule des Sports ist ein Aushängeschild für den Bezirk Charlottenburg - Wilmersdorf.

Die Bedingungen sind geradezu ideal. Die Schule am Halemweg (700 Schüler, 70 Lehrer) ver fügt über hervorragende eigene Sportanlagen wie eine doppelte Dreifach-Turnhalle und ein Kunstrasenfeld mit Flutlicht. Leicht zu erreichen und in der Nähe liegen der Hohenzollernkanal (Rudern), die Jungfernheide, der Sportkomplex Kühler Grund, das Horst-Korber-Zentrum und auch das Schwimmbad Olympiastadion.
Sportsenator Klaus Böger ("Eine zukunft strächtige Entscheidung") und Landesportbund- Präsident Peter Hanisch ("Ein weißer Fleck wurde getilgt") sprachen bei der Inthronisierung
der Sportschule von einem entscheidenden Durchbruch, der nun im Westteil der Stadt gelungen sei. 
Mit dem
3. September, dem Start des neuen Schuljahres, beginnt eine neue Zeitrechnung, wobei zwei neu geschaffene elfte Sportklassen bis zum Abitur führen sollen. Ein Internat, wie in den drei Ost schulen, kommt jedoch nach wie vor nicht in Frage. Die Kinder aus Zehlendorf, Spandau, Wil mersdorf oder Reinickendorf müssen eben einen längeren Schulweg in Kauf nehmen. Doch die Vorteile wiegen die Nachteile ganz sicher auf.
"Wir wollen allen Talenten die Chance bieten, dass sie sowohl schulisch als auch sportlich ihr gestecktes Ziel erreichen", sagt Barney. "In der gymnasialen Oberstufe handelt sich um Klassen mit einer Frequenz von 23 bis 24 Schülern, die, sofern erforderlich und gewünscht, besondere Fördermaßnahmen wie Nachhilfe-Unterricht in Anspruch nehmen können, Freistellungen für Wettkämpfe erhalten und denen wir bei Verlangen auch eine Schulstreckung anbieten. Aber bei uns wird keiner von der Schule verwiesen, wenn er, aus welchem Grund auch immer, mit dem Leistungssport aufhört."

Presse

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