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Unmittelbar nach der Wende
sollten sie für manche West- Argwöhner alle weg: Heute fehlen die
sogenannten »Eliteschulen des Sports« in keiner Erfolgsbilanz der
Funktionäre. Der Ostteil der Hauptstadt hat gleich drei solcher Förderinstitutionen,
deren Vorgänger in der DDR als KJS (Kinder- und Jugendsportschulen)
bekannt waren. Nun wird darüber geredet, auch im Westen vergleichbares
zu installieren. „Die Erfahrungen zeigen, dass die langen Fahrtwege
innerhalb Berlins für Kinder und Jugendliche nicht zumutbar sind, damit
auch kein vernünftiges Neben- und Miteinander von Schule und Training
zu gewährleisten ist“, stellt Peter Schwarz, Leistungssport-Referent
im Landessportbund, fest.
Seit zehn Jahren sucht man in der Politik Lösungswege für dieses
Defizit, doch es hat sich nichts bewegt. „Jetzt haben wir gesagt, wir
machen endlich ernst“, bekundet Schwarz und berichtet von einem Gespräch
mit dem neuen zuständigen Sportsenator Klaus Böger, „in dem wir
einen konkreten Vorschlag zur Einrichtung einer vierten Sportschule
unterbreitet haben“. Die soll an die Sportstätten am und ums
Olympiastadion angebunden werden und Disziplinen wie Leichtathletik,
Hand-, Fuß-, Volley- und Wasserball, Eishockey, Rudern, Kanu, Schießen
und Schwimmen präferieren. Da man von einem kurzfristigen Schulneubau
nicht ausgehen könne, soll eine bestehende Einrichtung ab 2001 mit der
Einschulung beginnen und schrittweise mit der skizzierten
Spezialisierung ausgebaut werden. Eine fünfte und zwei siebente Klassen
sollen im kommenden Jahr von der schon zumindest teilweise sportlastigen
Harald-Poelchau- Schule in Siemensstadt unterstützt werden.
“Damit hätten wir eine Anlaufstelle für die Talente aus
Charlottenburg, Reinickendorf, Wedding oder Zehlendorf geschaffen - und
die Erkenntnis der Nützlichkeit solcher Einrichtungen hätte sich
endlich auch im Westen Berlins materialisiert“, sagt Schwarz. Ob
Berlins Sportschulen konkurrenzfähig sind, entscheidet sich auch über
die Kosten, die zum Teil reichlich rigide an die Eltern weitergegeben
werden. 900 Mark für ein spartanisches Zimmer und nicht ganz so
spartanische Kost sind ein stolzer Preis. „Das können sich eben nur
Besserverdienende leisten, und in diesem Zusammenhang kann man es keinem
verdenken, wenn er zum Beispiel Potsdam vorzieht. Da nämlich sind nur
300 Mark pro Monat zu berappen“, meint Schwarz.
Klaus Weise |