Kampf um das Forumbad ...  

Stand: 7.3.02


Gerettet !!!

nach unten

   v. 18. Januar 2002

Poelchau-Oberschule kämpft um Forumbad

Spandau/Charlottenburg - Gegen die geplante Schließung des Forumbads am Olympiastadion formiert sich Widerstand. Der Spandauer SPD-Kreischef Swen Schulz will ein Gespräch zwischen Sportsenator Klaus Böger (SPD) und den Wasserfreunden Spandau 04 vermitteln. Wie berichtet, hat der Verein, der das Bad seit sieben Jahren nutzt, ein Finanzierungskonzept für die Fortführung des Vereins- und Schulschwimmens vorgelegt. Auch die sportorientierte Charlottenburger Poelchau-Oberschule will für den Erhalt kämpfen. Schulleiter Rüdiger Barney: «Wenn das Bad geschlossen werden sollte, könnten wir Schwimmen an unserer Schule abschreiben.» Etwa 100 Schwimmer und 15 Moderne Fünfkämpfer der Schule nutzen das Bad. «Eine vernünftige Alternative sehe ich nicht», sagt Barney. Sportstadtrat Reinhard Naumann (SPD) will deshalb heute in einem Krisengespräch mit der Schule und anderen Beteiligten alle Möglichkeiten ausloten.

Presseschau

Näheres zum Forumbad

v. 26. Januar 2002

Schwimmen an Poelchau-Schule gefährdet


Franziska Skrubel, 9. Sportklasse,
Deutsche Jahrgangsmeisterin 2001,
Spitzenschwimmerin der
Poelchau-Sportoberschule

caro Charlottenburg - «Der Erhalt des Forum-Bades auf dem Olympia-Gelände ist nicht nur für Charlottenburg wichtig», sagte gestern Schulstadtrat Reinhard Naumann (SPD). Besonders betroffen wäre die Poelchau-Oberschule am Halemweg, die als einzige sportbetonte Oberschule im Westteil der Stadt auf das Forum-Bad angewiesen ist.
«Das Profil dieser Schule, die nicht nur Schüler aus Charlottenburg besuchen, ist dramatisch gefährdet», so Naumann. Der Unterricht könne auch nicht in andere Schwimmhallen verlagert werden, da es Naumann zufolge keine ausreichenden Kapazitäten gibt. «Der Bezirk wurde in die Entscheidung nicht eingebunden», so der Stadtrat. Mitte Februar soll es Naumann zufolge zu Gesprächen mit Schulsenator Klaus Böger (SPD) und allen Betroffenen kommen.

Presseschau

Näheres zum Forumbad

  vom 24. Januar 2002

Präsident der Wasserfreunde Spandau 04 wendet sich mit offenem Brief an Klaus Wowereit

Rotstift droht Erfolgsstory zu beenden!


Leistungssportler der Poelchau-Sportoberschule trainieren im Forumbad

Spandau. Die "Wasserfreunde Spandau 04" sind weltweit durch ihre Stärke im Wasserball bekannt geworden. Mit 57 nationalen und internationalen Titeln sind die Wasserballer nicht nur die erfolgreichste Mannschaft aller Ballsportarten Europas, sondern auch das Aushängeschild der Sportstadt Berlin. Nun wird, durch die Schließung des Vereins- und Schulbades "Forumbad am Olympiastadion", der Verein in seiner sportlichen Existenz bedroht.

Wasserball und Spandau stehen als Synonym für Kontinuität und Erfolg. Zurzeit bietet der Verein elf Abteilungen

von Schwimmen über Tennis bis hin zumodernem Fünfkampf, die auf drei Vereinsgeländen angesiedelt sind.
Im Zuge der Koalitionsvereinbarungen soll jetzt das Forumbad am Olympiastadion geschlossen werden. Bereits vor sieben Jahren hatte sich der Verein um die Übernahme der Schlüsselgewalt - täglich ab 15 Uhr und am Wochenende - für das Forumbad beworben. Zusätzlich wurde ein leer stehendes Gebäude auf dem Reichssportfeld als Clubhaus angemietet sowie in Eigenregie renoviert und instand gesetzt.
Auf dem historischen Gelände wurde im Laufe der vergangenen sieben Jahre Pionierarbeit geleistet. Durch die Aktivitäten des Vereins konnten zum Beispiel jährlich überflüssige Personalkosten in sechsstelliger Höhe gespart werden. Des Weiteren laufen bereits seit zwei Jahren Gespräche mit den Bäderbetrieben, die vom Verein initiiert wurden. Durch eine Neukonzeptionierung der Nutzung soll eine weitere Kostenreduzierung für die öffentliche Hand und so eine langfristige Standort- und Existenzsicherung für den Verein realisiert werden. Bereits im Oktober 2001 lag den Bäderbetrieben ein entsprechendes Konzept vor. Aufgezeigt werden Sparmaßnahmen im Personalbereich. Dafür bräuchte der Verein einen Zuschuss von 25.000 Euro. Weiter könnten mindestens 25 Prozent bei den Energiekosten eingespart werden. Das entspricht einer Summe von rund 75.000 Euro.
Zusätzlich garantierte Spandau 04 die personelle Absicherung für die Nutzung der Schwimmhalle durch die Schulen. Ebenso würde sich der Verein finanziell bei der Einbindung in eine Leittechnik engagieren. Durch eine Einmal-Investition von 50.000 Euro könnten so jährlich Technikerkosten von rund 100.000 Euro gespart werden. Die Gesamtsumme der, durch Mitwirken des Vereins Spandau 04 zu realisierenden Einsparungen, läge somit jährlich bei insgesamt rund 225.000 Euro. Die Schließung des Standortes wäre ein sportpolitisches Debakel für die Sportstadt Berlin.
Der Verein schätzt seine Zukunft im Schwimmen und im Wasserball ohne das Forumbad als aussichtslos ein. Ein anderes Bad könne die notwendigen Kapazitäten nicht bieten, so der Präsident Hagen Stamm. Ein Leistungseinbruch, vorallem im Wasserball, so Stamm weiter, würde weit über Berlin hinaus negative Aufmerksamkeit erregen.

Ein weiterer Aspekt betrifft die gerade neu angesiedelte 4. Sportschule Poelchau. Für diese entfällt bei einer Schließung, ebenso wie für die englische Schule, die Schwimmfläche. Auch dem gerade unter Aufwendung von 150.000 Euro auf dem Gelände angesiedelten Verband "Moderner Fünfkampf" würde seinen optimalen Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten entzogen werden.

Um so unverständlicher ist es, dass die geplante Schwimmbadschlie- ßung nur eine Alibi-Ein sparung bedeuten würde. Denn gegenwärtig liegen die jährlichen Betriebskosten des Bades bei rund 600.000 Euro. 

Aber auch im Schließungsfall würden beim Senat zirka 300.000 Euro an Kosten verbleiben: Zum Beispiel die Beteiligung ander Umlage für die Bewachung und Schrankenbetätigung des Geländes von zirka 95.000 Euro - und das auch bei einem geschlossenen Schwimmbad. Die Umlagenbeteiligung für die Techniker in Höhe von 125.000 Euro pro Jahr fallen ebenso zum großen Teil weiter an, da die Techniker für das gesamte Gelände verantwortlich sind. Folgekosten entstehen zudem durch die Wartung der Marmorumrandung und des Noristabeckens.
Die im Dezember 2001/Januar 2002 erfolgte Investition in die Heizungsanlage, die weit über 150.000 Euro betrug, wäre im Falle einer Schließung ein Schildbürgerstreich erster Kategorie.
Dem gegenüber stehen die garantierten Einsparvorschläge von rund 225.000 Euro des Vereins. Bei einer Schließung würden also nur rund 75.000 Euro gespart. "Dafür ein sportpolitisches Debakel zu provozieren, kann - trotz Verständnis für die Haushaltslage - Niemandes Absicht sein", erklärt Stamm. Es gäbe eine tragfähige Konzeption, den Standort zu erhalten. Vielleicht könne diese auch als Anstoß für andere Schul- und Vereinsbäder wirken, ähnliche Konzepte zu entwickeln. Langfristrig könnte so auch der sozial notwendige Erhalt aller Berliner Schwimmvereine gesichert werden.  cmb

Presseschau

Näheres zum Forumbad


vom 23. Januar 2002

Wasserfreunde setzen auf ihr Konzept

Sportverein und Bezirkspolitiker wollen Schließung des Forumbads verhindern

Von Matthias Kunert

Seit Montag ist die neue Heizung im Forumbad am Olympiastadion in Betrieb. 300 000 Euro hat sie gekostet. Doch die Wasserfreunde Spandau 04, die dort trainieren, können sich daran nicht richtig erwärmen: Das Bad ist eines von zwölf, die laut Koalitionsvereinbarung von SPD und PDS in diesem Jahr geschlossen werden sollen.
"Mit der Existenz der Halle ist die Existenz des Vereins verknüpft", sagt Wasserfreunde-Präsident Hagen Stamm. "Wir trainieren hier und haben dafür keine Ausweichmöglichkeit." Vor sieben Jahren war der erfolgreichste Berliner Sportverein aufs Olympiagelände übergesiedelt. Für das Forumbad hatte der Verein im Oktober 2001 ein Übernahmekonzept vorgelegt, das dem Land pro Jahr Einsparungen von 225 000 Euro brächte - laut Stamm 37,5 Prozent der Gesamtkosten.
Der Verein will das Bad selbst betreiben, so dass - bis auf 25 000 Euro pro Jahr an den Verein - für das Land keine Personalkosten mehr anfielen. Mit eigenem Energiemanagement will der Verein ein Viertel der Stromkosten sparen. Doch der Senat ging auf die Vorschläge nicht ein. "Stilllegung bringt dem Land nur wenig", sagt Stamm. Es fallen weiter Betriebs-, Sicherungs- und Personalkosten von 300 000 Euro an. "Unser Konzept ist auch auf die anderen Bäder übertragbar", glaubt Stamm, "dann könnte das Sparziel insgesamt erreicht werden - ohne ein einziges Bad zu schließen."
Der Präsident des Landessportbundes, Peter Hanisch, tritt Stamm zur Seite: "Die Schließung des Bades bedroht die Existenz der Wasserfreunde, Berlins Sport verlöre eines seiner Aushängeschilder."

Deutsche Meister 2001: Wasserballer der Poelchau-Oberschule und der Wasserfreunde Spandau 04

Morgen beschäftigt sich die BVV Charlottenburg- Wilmersdorf mit dem Thema. Bildungs- und Sportstadtrat Reinhard Naumann (SPD) stellt zwar Bäderschließungen nicht grundsätzlich infrage. 

Doch beim Forumbad bezweifelt er deren Sinn:  "Das Bad wird auch von der Harald-Poelchau-Ober- schule genutzt, seit September 2001 Sportschule mit den Leistungsprofilen Wasserball und Schwimmen. Das müsste alles wieder zurückgedreht werden."

Aus der Senats-Sportverwaltung gibt es keinen Kommentar: "Die Bäderbetriebe erarbeiten ein Gesamtsanierungskonzept. Vorher äußern wir uns nicht zu einzelnen Bädern", sagt Sprecher Thomas John.
Unterstützung kommt auch aus Spandau, wo noch die Wassersportler des Vereins ihr Domizil haben: Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU) hält die Schließung für "eine desaströse Fehlentscheidung". Er fordert die Berliner auf, jetzt mit Briefen an den Senat Solidarität mit den Wasserfreunden zu bekunden.
Stamm hofft jetzt auf ein Gespräch mit Klaus Böger, das der Senator für die nächsten Tage zugesagt habe. "Böger sagte mir am Telefon, dass wir mal unsere Kostenrechnungen vergleichen müssen."

Presseschau

Näheres zum Forumbad

  vom 31. Januar 2002

Rot-roter Senat will zwei Hallenbäder in Charlottenburg schließen
Schwimmer kämpfen jetzt ohne Badehose

Charlottenburg. Elf Hallenbäder müssen voraussichtlich zum 1. Juli geschlossen werden - so will es der neue Senat. Die alte Halle des Stadtbads Charlottenburg in der Krummen Straße und das Forumbad in der Hans-Braun-Straße gehören dazu.

Im Forumbad schwimmen hauptsächlich Spitzensportler und solche, die es werden wollen. Das Haus ist die Trainingsstätte des Vereins "Wasserfreunde Spandau 04". Außer den Wasserballern ziehen Schüler der

kein Platz. Dort lernen zum Beispiel Grundschüler schwimmen - ein Pflichtfach im Stundenplan. Im Bad tummelt sich zu gewissen Zeiten auch das "gemeine" Volk.
Die Poelchau-Oberschule ist seit diesem 

Poelchau-Oberschule an vier Wochentagen stundenlang ihre Bahnen durchs Wasser. Schulleiter Rüdiger Barney: "Das sind angehende Spitzensportler, die täglich kilometerlang Fliesen schruppen müssen, wie wir sagen." Und genau dies sei das 

Schuljahr  die erste Sportschule im Westen Berlins. Ein Angebot, das mit Senatshilfe eingerichtet wurde. Deshalb versteht Charlottenburgs Sportstadtrat Reinhard Naumann (SPD) die Schließungspläne von Rot-Rot nicht: "Ohne das Forumbad ist das sportliche Profil der 

Problem: Er wisse nicht, wo die über 100 angehenden Spitzenschwimmer, Wasserballer und modernen Fünfkämpfer sonst ausreichend trainieren können. In der neuen Halle des Stadtbads Krumme Straße sei sicher 

Poelchau-Oberschule in Gefahr." Hinzu komme, dass das Unterrichtsangebot Wasserball berlinweit einzigartig sei. Naumann ärgert sich auch darüber, dass der Senat den Bezirk bei seiner Entscheidung außen vor ließ.

Neben dem Forumbad soll auch die alte Halle im Stadtbad Charlottenburg schließen. Sie wird gerne von älteren Menschen und Behinderten genutzt. Das Wasser ist immer 28 Grad warm. Reinhard Naumann spricht von einer "wahren Perle", die der Bezirk nun aber wohl preisgeben muss. Er vermutet, dass das Warmbadeangebot den Berliner Bäderbetrieben viel Geld kostet und deren Kosten-Nutzen-Rechnung nicht aufgeht. Fakten kennt er nicht.
Bis Redaktionsschluss hielten sich die Bäderbetriebe bedeckt. Hans-Joachim Munte, der bei den Berliner Bäderbetrieben die Geschäftsstelle leitet, sagt gegenüber dem Abendblatt nur so viel: "Die Besucherzahlen sind in der alten Halle gering." Er werde keine Wirtschaftsdaten zu einzelnen Bädern preisgeben. Ob ein Bad sich rentiere oder nicht, hänge von vielen Faktoren ab und er wolle nicht, dass ein falsches Bild entstehe.
Für das aktuelle Betriebsjahr werden die Mittel für die Bäderbetriebe laut Koalitionsvereinbarung von SPD und PDS noch einmal gekürzt: von bisher 83 Millionen Mark auf rund 77 Millionen Mark, also um drei Millionen Euro. Die Bäderbetriebe müssen sparen, und dies gehe nur durch Stillegungen, so erläuterte Regionalleiter Klaus Schulze kürzlich. "Bäder sind teuer im Unterhalt. Mit dem Eintrittsgeld allein kann kein einziges bewirtschaftet werden."
Welche Bäder geschlossen werden, haben die Koalitionspartner bei ihren Verhandlungen gleich festgelegt. Der Aufsichtsrat der Berliner Bäderbetriebe wird Mitte Februar über die Schließung dieser Bäder abstimmen. Sollte er sich für den Erhalt einiger der Sportstätten aussprechen, könnte das Abgeordnetenhaus das Bäder-Anstalts-Gesetz ändern und die betreffenden Bäder einfach aus dem Bestand der Bäderbetriebe herausnehmen.
1995, als die Bäder noch in der Regie der Bezirke verwaltet wurden, gab es insgesamt 145 Millionen Mark vom Senat. Mit der Gründung der Bäderbetriebe im Jahr 1996 wurde die Summe sofort auf 103 Millionen Mark gekürzt, 2001 waren es noch 83 Millionen Mark. Werden die elf Bäder geschlossen, werden deren 60 Mitarbeiter auf die anderen Bäder verteilt. Die jährliche Zuwendung des Senats reicht nur für die Bewirtschaftung der verbleibenden Bäder. Regionalleiter Schulze: Wir haben einen Investitionsstau von 100 bis 125 Millionen Euro. Wenn wir dafür kein Geld bekommen, werden wir noch ganz andere Bäder schließen müssen."
Im Bezirk sind sich alle Parteien einig, dass das Forumbad für den Vereins- und Schulsport erhalten bleiben muss: Die Bezirksverordnetenversammlung stimmte am Donnerstagabend einstimmig für eine entsprechende Empfehlung des Sportausschusses. con/völ 

v. 5. März 2002

Erleichterung bei Schwimmern

Von Beate K. Seiferth

Charlottenburg - Die Nutzer des Stadtbades Charlottenburg an der Krummen Straße 10 atmen auf. Denn nachdem der rot-rote Senat in seinen Koalitionsvereinbarungen die Schließung der denkmalgeschützten «Alten Halle» avisiert hatte, nahmen die Berliner Bäder Betriebe (BBB) das Bad jetzt von der Streichliste....

....Ebenfalls gerettet scheint das Forum Bad im Olympiastadion. Die Schwimmhalle, die neben den Wasserfreunden Spandau 04 auch von der Poelchau-Oberschule genutzt wird - das Schwimmtraining der Schüler gehört zum festen Unterrichtsprogramm der vor einem Jahr gegründeten Sportschule - strichen die BBB ebenfalls von der Liste. Als neuer Betreiber der Halle sind die Spandauer Wasserfreunde im Gespräch.

Presseschau

Näheres zum Forumbad

nach oben