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| Jugendfußball
in Berlin Heft Dezember 2005 |
Fußball
als Schulfach - Sport als Beruf ? |
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Du
treibst gerne Sport, spielst gerne und gut Fußball? Du könntest dir
vorstellen einmal den Sport zu deinem Beruf zu machen? Vielleicht sogar
einmal als Fußballspieler oder Fußballtrainer dein Geld zu verdienen? |
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Im Westteil der Stadt liegt die Poelchau-Oberschule. ln vier Parallelklassen werden junge Sportler aus zehn Sportarten, darunter auch Tanz, Wasserball, Moderner Fünfkampf, Eishockey ausgebildet. Gemessen an der Zahl der Schüler ist der Schwerpunkt der Schule Fußball. In jeder Klassenstufe trainiert eine vereinsübergreifende Gruppe, die unter der Federführung von Markus Schatte, dem Trainer der A- Junioren- Bundesligamannschaft von Tennis Borussia und sicher einem der renommiertesten Jugendtrainer Berlins, steht. |
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Nachdem Tennis Borussia Berlin in den ersten Jahren des Sportschulkonzepts das Fundament für das Fußballtraining an der Poelchau-Schule legte, hat in den letzten fünf Jahren die enge Kooperation mit Hertha BSC Berlin eine besonderere Bedeutung erlangt. Das Schultraining der Hertha BSC-Fußballer wird von den A- und B- Jugendtrainern Dirk Schlegel, Dirk Kunert, Goran Markov sowie der Ex-Nationalspielerin Anouschka Bernhard geleitet. Zu dem fußballspezifischen Training kommt eine regelmäßige Kraft- und Schnelligkeitsschulung, letztere unter Leitung des Sprint- Bundestrainers Uwe Hakus (s. Bild). Die Erfolge dieser Kooperation sind durchschlagend: Wahrscheinlich befindet sich in jedem Kader einer deutschen Jugendnationalmannschaft inzwischen mindestens ein Poelchau-Schüler. ln einem Länderspiel im Jahn-Sportpark gegen Österreich standen drei Poelchau-Schüler auf dem Feld. Noch wichtiger ist, dass aus der fünfjährigen Kooperation bereits mehrere Jungprofis in der Bundesliga für Hertha BSC zum Einsatz kamen. |
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Genauso bemerkenswert wie die sportlichen Erfolge der Schüler ist vielleicht die Entwicklung der Schule selbst. Als die drei vorgenannten Sportschulen sich zu DDR- Zeiten ihren großen Namen erarbeitet haben, hatte die Poelchau-Oberschule mit ganz anderen Schwierigkeiten kämpfen: Die sozialen Probleme, die damals in den 80er ihren in vielen der Berliner Gesamtschulen deutlich wurden, traten auch hier zutage. Man weiß, dass der Sport schon manchen jungen Menschen die Chance gegeben hat, sich aus negativen sozialen Situationen zu emanzipieren. Hier im Norden Charlottenburgs hat der Sport eine ganze Schule emanzipiert - den in den letzten Jahren zusammengestellten und durch Hertha BSC betreuten Klassen sitzt nach der langen engagierten Aufbauarbeit des Lehrerkollegiums jetzt eineSchülerschaft,von deren Zusammensetzung manche Gymnasien träumen. Dabei wurde das Gesamtschulprinzip nie in Fragegestellt. Es wurde erst zum Leben gebracht, denn was den Gesamtschulen auch heute Probleme macht, ist dieTatsache, dass die leistungsstarken und leistungswilligen Schüler ieber auf ein Gymnasium gehen. Auf die Poelchau-Oberschule (und natürlich auch auf die anderen Sportoberschulen) gehen heute Jugendliche, die sich einer Doppelbeanspruchung stellen: fordernde sportliche Ausbildung einerseits und gymnasiale Schullaufbahn andererseits. |
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Andreas Kloke, Autor
dieses Artikels, |
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