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Bushido
- das heißt aus dem Japanischen übersetzt der «Weg der Krieger». «Bushido»
gilt als der Startpunkt aller asiatischen Kampfkünste. Jasmin Müller
betreibt eine der bekanntesten asiatischen Kampfkünste - Judo.
Die perfekte Ausübung der vier
wichtigsten Gruppen von Kampftechniken, «Nage-Waza» (Wurf), «Kansetsu-Waza»
(Hebel), Shine-Waza (Würgetechniken) und «Osaekomi-Waza»
(Festhaltegriffe) dieser Sportart trainiert sie beim SC Bushido, dessen
Trainingsstätte an der Tegeler Grußdorfstraße beheimatet ist.
Wohin der Weg des Kämpfens die 15-Jährige
führt, ist längst nicht entschieden. Am Wochenende wird die junge Dame
mit der schwarzen Struwwelfrisur einstweilen eine neue Stufe in ihrer
Karriere beschreiten. Zum ersten Mal hat sich die 1,75 Meter große
Mattenkünstlerin für die Deutschen Meisterschaften, die in diesem Jahr
in Rodewisch (Sachsen) ausgetragen werden, qualifiziert. Ihr Ziel umreißt
Jasmin Müller klar: «Ich möchte unter die ersten Drei kommen.» |
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Eine
solche Platzierung wäre die Krönung des überaus erfolgreichen Jahres
2001. Jasmin Müller startete bei den Berliner Meisterschaften in der
Gewichtsklasse bis 78 kg und gewann. Auch bei den Norddeutschen
Meisterschaften vor gut zwei Wochen in Frankfurt (O.) holte sie sich den
Titel. «Nach einem Freilos habe ich die restlichen drei Kämpfe
gewonnen», erzählt sie stolz von ihrem bisher größten Erfolg. Den
errang sie, obwohl sie nicht im Landesleistungszentrum im Sportforum
Hohenschönhausen trainiert. «Unser Landestrainer Günter Krüger würde
mich dort schon gerne sehen, aber die Trainingsgruppe gefällt mir nicht»,
erklärt sie.
Außerdem sei der Weg zu weit: «Ich
müsste zwei Stunden fahren, hätte Probleme, die Hausaufgaben zu
machen.» Zudem ist sie von ihrem Heimtrainer Peter Pawelz begeistert:
«Er ist der beste Trainer, den ich kenne. Ihm habe ich meine Erfolge zu
verdanken.» Pawelz gibt die Komplimente zurück: «Jasmin ist fleißig,
zuverlässig, nur manchmal zur Gegnerin zu nett. Im Wettkampf ist das
hinderlich.»
Die Schülerin an der
sportbetonten Poelchau-Oberschule hat noch eine zweite sportliche
Leidenschaft - Fußball. Einmal in der Woche trainiert sie bei der
B-Jugend des VfB Hermsdorf. «Aber das mache ich nur zum Ausgleich.
Judo bleibt meine Sportart Nummer eins», versichert der Musikfan.
Auf das sich aus dem Jiu-Jitsu
entwickelte Judo kam Jasmin durch ihre Mutter. Nachdem die ältere
Schwester Viola nach drei Jahren mit der Sportart aufhörte, animierte
die Mama ihre Jüngste, damals zehnjährig, auf die Matte zu gehen. Es
gefiel ihr gut, und nach einem Jahr Training durfte sie erste Wettkämpfe
bestreiten. Bei ihren ersten Berliner Meisterschaften belegte sie gleich
den fünften Platz.
Inzwischen hat sie den braunen, die
Vorstufe zum schwarzen Gürtel erreicht. Auch mit stänkernden
Klassenkameraden gibt es keine Probleme mehr. Die haben jetzt alle mächtigen
Respekt.
Bleibt zu hoffen, dass der Weg des
Kriegers die Kämpferin vom SC Bushido vielleicht schon bei den
Deutschen Meisterschaften weit führt. uwe |