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Hinterm Glockenturm |
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v. 12. Oktober 2010 |
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IDEEN GESUCHT
Die Sportanlagen am Olympiastadion sollen
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In Berlin gibt es den Tempelhofer Park, von dem alle reden. Und es gibt den Olympiapark, von dessen Existenz nur Hertha-Fans wissen. Das Ex-Hauptquartier der britischen Armee soll nun zugänglich werden für Touristen. Auch eine Schule möchte dort einziehen.
Morgens um neun, wenn
der Verkehr durch Berlin tobt, bleiben zwei Straßen vollkommen
unberührt. Keine Autos, keine Radfahrer, keine Jogger. Nur eine kleine
Armada ruckelnder Walzenrasenmäher kriecht über den Asphalt. Bestes
Mähgerät, lobt einer der Fahrer. „Haben die Briten hiergelassen."
1994 zogen die Briten ab. Ihre Rasenmäher ließen sie da. Und meterhohe
Zäune, die noch 16 Jahre später den direkten Zugang vom Olympischen Tor
zum Olympiapark versperren. Besucher müssen den Umweg über die Rominter
Allee nehmen, ein 15-minütiger strammer Fußmarsch. Auch auf dem Gelände
beschränken Zäune und Schranken das freie Herumwandern. Das alte
Schwimmstadion ist ebenso abgeriegelt wie das Maifeld. Wenn man Glück
hat, steht gerade das Tor offen.
Nach der WM 2006 wurden Informationstafeln aufgestellt, um die alten
Gebäude, Skulpturen und Wegverbindungen zu erklären. Als Gegenleistung
verlangte die senatseigene Parkverwaltung ein bescheidenes Eintrittsgeld
von einem Euro. Als kaum jemand kam, hat man das Eintrittnehmen wieder
eingestellt. Die Sportplätze auf dem Areal sind -auch mit der Hilfe von Hauptmieter Hertha BSC - weitgehend wiederhergestellt und modernisiert. Hier werden Fußball, Cricket, Tennis und Hockey gespielt. Eingerahmt durch Ballfangnetze und überdachte Tribünen. |
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Dadurch
sind die ehemaligen Sichtachsen einer „deutschen Landschaft" mit antiken
Einsprengseln kaum noch erkennbar. Der Senat definiert das Areal heute
als „herausgehobene Sportanlage".
Der Denkmalschutz manifestiert sich eher an den Gebäuden. Die ehemalige
Villa des „Reichssportführers" wurde von den Briten als Clubhaus
genutzt. Jetzt steht der zweistöckige Bau für Hochzeiten und Partys zur
Verfügung. „Die Auslastung ist nicht optimal", sagt Lück. Auch eine
Folge der fehlenden Wahrnehmung.
Die Hauptattraktion des Olympiaparks könnte der Kuppelsaal im Haus des
Deutschen Sports sein. Die Kuppel besteht aus 3400 in Beton
eingelassenen Prismengläsern. Drinnen existieren noch die
Originaltribünen und -leuchter aus den 30er Jahren. Wegen fehlender
Brandschutzvorrichtungen kann der Saal mit 1100 Sitzen nur sehr
eingeschränkt genutzt werden.
Stadionchef Thomas
möchte einen „Masterplan" für das Gelände erarbeiten. „Ziel ist, den
Olympiapark für die Berliner attraktiv zu machen." Ähnlich formulierte
bereits vor neun Jahren der ehemalige Sportsenator Klaus Böger.
Damals sollte
auf dem brachliegenden Anger, dem ehemaligen Familienbad neben dem
Schwimmstadion, ein Spaßbad entstehen, doch davon hat man sich
inzwischen verabschiedet. Der Anger modert also weiter vor sich hin. Die
Senatsverwaltung für Sport begnügt sich mit Pragmatismus:
„Der mögliche Einzug der
Poelchau-Oberschule" runde den „Charakter des Areals ab" und beseitige
„letzte Leerstände". Ob es Geld geben soll, für den Einzug der
„Eliteschule des Sports", die seit langem mit dem Olympiapark
liebäugelt, soll sich im November entscheiden. Vorerst bleiben die Vereine unter sich. Die Modernen Fünfkämpfer haben sich ebenso eingerichtet wie der „American Football und Cheerleading-Verband". Zum Internationalen Stadionfest Istaf im August hatte der Olympiapark zu einem Sportfestival eingeladen. 100 000 Besucher wurden erwartet, 10 000 kamen. Für Matthias Lück dennoch ein Achtungserfolg. War an dem Tag einfach zu viel los in der Stadt, sagt Lück, da gerät der Olympiapark leicht ins Abseits.
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DIE EINZELNEN PROJEKTE IM ÜBERBLICK
Mehr als 100 Millionen Euro für
die Sanierung
Für
den gesamten Olympiapark liegt der Sanierungsbedarf bei mehr als 100
Millionen Euro. In der mittelfristigen Finanzplanung sind ab
2012 jährlich zehn
Millionen Euro vorgesehen, doch diese Summen
können, je nach Lage, schnell wieder gestrichen werden.
Schwimmstadion:
Das wäre mit rund 30 Millionen Euro der größte Brocken. Marode sind vor
allem die Tribünen. |
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