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Dick eingepackt stand er auf der Tribüne. Ein
strahlendes Lächeln im Gesicht, eine Videokamera in der Hand. "Einfach
toll", beschrieb Kevin Boateng stolz, nachdem er jeden Augenblick der
ersten Halbzeit beim
U- 16-Schüler-Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich
aufgezeichnet hatte. Die gesamte Aufmerksamkeit des 50-Jährigen bei der 1:2
(1:2)-Niederlage galt nur einem einzigen Akteur auf dem Rasen des
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks: Kevin-Prince Boateng, seinem Sohn.
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Drei Herthaner von der Poelchau-Oberschule im Einsatz:
Kevin Boateng, Christian Preiß, Daniel Bongartz
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Mit der prestigeträchtigen Rückennummer zehn
schickte Trainer Paul Schomann das 16-jährige Fußball-Talent von Hertha BSC
(B-Junioren) in das insgesamt 80-minütige Duell mit dem Nachbarn. Für den
mittleren der drei kickenden Boateng-Brüder - Georg (20) spielt in der
Verbandsliga bei Tennis Borussia II, Jerome (14) bei Herthas C-Jugend - war der
gestrige, achte Auftritt im Trikot mit dem Bundesadler ein ganz besonderer.
Nicht nur wegen der beeindruckenden Kulisse von 17 000 Zuschauern. "Vor
meinem Vater und all meinen Freunden war ich natürlich besonders
motiviert", so der Mittelfeldspieler.
An mangelndem Einsatz des deutschen Nachwuchses
lag es sicher nicht, dass die Österreicher nach Toren von Tomas Simkovics (13.)
und Erwin Hoffer (39.) beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Sami Khedira vom
VfB Stuttgart (18.) gewannen. "Wir haben nicht zu unserer Normalform
gefunden und kaum durchdachte Spielzüge gezeigt", analysierte Trainer Paul
Schomann. In der Tat war das deutsche Team vor allem in Halbzeit zwei nicht in
der Lage, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken.
Eher habe die Kulisse mehr Eindruck bei manchem
hinterlassen, als man im Vorfeld geglaubt habe. "Als wir auf das Stadiongelände
gefahren sind und ich die vielen Leute sah, wurde ich schon etwas nervös",
gestand Daniel Bongartz, der gestern sein erstes Länderspiel überhaupt
absolvierte. Und trotz der Pleite mit seinem 55-minütigen Auftritt zufrieden
war. "Dabei hätte er sich ruhig etwas mehr zutrauen können",
urteilte sein Coach über den Debütanten, der wie Boateng bei Hertha BSC
spielt. In den letzten sieben Minuten kam mit Christian Preiß auch der dritte
Herthaner zum Einsatz. Für den Rotschopf war es der dritte Einsatz.
Hertha-Keeper Lennard Peter wird erst morgen beim zweiten Duell in Ludwigsfelde
seine Chance bekommen.
Gleich drei Chancen vergab gestern Boateng. Erst
scheiterte er aus spitzem Winkel an Gäste-Torwart Andreas Lukse (61.), dann
jagte er einen 18-Meter-Freistoß über das Tor (64.), und auch ein Fallrückzieher
von der Strafraumgrenze fand nicht sein Ziel (75.). "Von mir hätte mehr
kommen müssen", gab sich Kevin-Prince Boateng hinterher selbstkritisch.
Dem Stolz seines Vaters tat dies keinen Abbruch.
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