Hertha- Trio im Pech ...  


 

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v. 9. April  2003


Hertha-Trio im Pech

Deutschlands U 16-Fußballer unterliegen Österreich vor 17 000 Zuschauern mit 1:2

Von Michael Färber

Dick eingepackt stand er auf der Tribüne. Ein strahlendes Lächeln im Gesicht, eine Videokamera in der Hand. "Einfach toll", beschrieb Kevin Boateng stolz, nachdem er jeden Augenblick der ersten Halbzeit beim 
U-  16-Schüler-Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich aufgezeichnet hatte. Die gesamte Aufmerksamkeit des 50-Jährigen bei der 1:2 (1:2)-Niederlage galt nur einem einzigen Akteur auf dem Rasen des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks: Kevin-Prince Boateng, seinem Sohn.


Drei Herthaner von der Poelchau-Oberschule im Einsatz:
Kevin Boateng, Christian Preiß, Daniel Bongartz

Mit der prestigeträchtigen Rückennummer zehn schickte Trainer Paul Schomann das 16-jährige Fußball-Talent von Hertha BSC (B-Junioren) in das insgesamt 80-minütige Duell mit dem Nachbarn. Für den mittleren der drei kickenden Boateng-Brüder - Georg (20) spielt in der Verbandsliga bei Tennis Borussia II, Jerome (14) bei Herthas C-Jugend - war der gestrige, achte Auftritt im Trikot mit dem Bundesadler ein ganz besonderer. Nicht nur wegen der beeindruckenden Kulisse von 17 000 Zuschauern. "Vor meinem Vater und all meinen Freunden war ich natürlich besonders motiviert", so der Mittelfeldspieler.
An mangelndem Einsatz des deutschen Nachwuchses lag es sicher nicht, dass die Österreicher nach Toren von Tomas Simkovics (13.) und Erwin Hoffer (39.) beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Sami Khedira vom VfB Stuttgart (18.) gewannen. "Wir haben nicht zu unserer Normalform gefunden und kaum durchdachte Spielzüge gezeigt", analysierte Trainer Paul Schomann. In der Tat war das deutsche Team vor allem in Halbzeit zwei nicht in der Lage, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken.
Eher habe die Kulisse mehr Eindruck bei manchem hinterlassen, als man im Vorfeld geglaubt habe. "Als wir auf das Stadiongelände gefahren sind und ich die vielen Leute sah, wurde ich schon etwas nervös", gestand Daniel Bongartz, der gestern sein erstes Länderspiel überhaupt absolvierte. Und trotz der Pleite mit seinem 55-minütigen Auftritt zufrieden war. "Dabei hätte er sich ruhig etwas mehr zutrauen können", urteilte sein Coach über den Debütanten, der wie Boateng bei Hertha BSC spielt. In den letzten sieben Minuten kam mit Christian Preiß auch der dritte Herthaner zum Einsatz. Für den Rotschopf war es der dritte Einsatz. Hertha-Keeper Lennard Peter wird erst morgen beim zweiten Duell in Ludwigsfelde seine Chance bekommen.
Gleich drei Chancen vergab gestern Boateng. Erst scheiterte er aus spitzem Winkel an Gäste-Torwart Andreas Lukse (61.), dann jagte er einen 18-Meter-Freistoß über das Tor (64.), und auch ein Fallrückzieher von der Strafraumgrenze fand nicht sein Ziel (75.). "Von mir hätte mehr kommen müssen", gab sich Kevin-Prince Boateng hinterher selbstkritisch. Dem Stolz seines Vaters tat dies keinen Abbruch.

Kevin Boateng

besucht im Moment eine 10. Sportklasse unserer Schule.

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