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Nationalspieler FathiResultat Berliner NachwuchsarbeitDie Berufung von Malik Fathi ist das Ergebnis einer konsequenten Nachwuchsarbeit bei Hertha BSC. |
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| Von Uwe Bremer | |
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Berlin - Der junge Mann im Daimler-Center am Potsdamer Platz bewegte sich so, wie sich ein Neuer präsentiert: selbstbewusst, aber zurückhaltend. Vor dem Länderspiel gegen Schweden saß Malik Fathi (22) zum ersten Mal für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf dem Podium. Und nur Kleinigkeiten verrieten, wie überraschend die Einladung gekommen war. Fathi trat in Jeans, schwarzem T-Shirt und DFB-Trainingsjacke vor die Medien, während Oliver Bierhoff, Teammanager der Nationalelf, und Verteidiger Manuel Friedrich im Ausgehanzug erschienen waren. Artig bedankte sich der Bundesligaprofi von Hertha BSC. "Ich habe mich sehr gefreut. Danke, dass Herr Eilts etwas von mir hält und das auch weiter gegeben hat." Gemeint war Dieter Eilts, Nationaltrainer der U 21, für die Fathi 18-mal im Einsatz war. Auch wenn sein Name deutschlandweit noch nicht bekannt ist, bricht mit der Nominierung des Verteidigers eine neue Ära an, jedenfalls für seinen Heimatverein: Fathi ist der erste Hertha-Profi, der die Nachwuchsabteilung des Hauptstadtklubs beinahe komplett durchlaufen hat. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit verfolgt Hertha BSC seit Jahren ein Konzept, das den deutschen Fußball nachhaltig beeinflussen soll. So wertete Dieter Hoeneß die Nominierung von Fathi "als Bestätigung für unseren Weg". |
Nach dem teuren Wettbieten 1998 um Sebastian Deisler - er wechselte für zwei Millionen Euro nach Berlin - sagte der Manager: "Wir bilden uns unsere Deislers künftig selbst aus." 2001 waren die baulichen Voraussetzungen geschaffen, seither verfügt Hertha über eine Jugendakademie und eine Kooperation mit der sportbetonten Poelchau-Oberschule in Charlottenburg. Zum Koordinator wurde Falko Götz bestimmt. Der, mittlerweile Cheftrainer der Profis, freute sich für seinen Schützling. "Das ist ein spezieller Fall. Malik ist durch fast alle unsere Jugendmannschaften gegangen." Und Fathis Berufung, gebürtiger Berliner mit deutscher Mutter und türkischem Vater, scheint erst der Anfang zu sein. 32 Herthaner waren in der vergangenen Saison für Jugend- und Juniorenteams des DFB international im Einsatz. "Hertha hat ein exzellentes Scoutingsystem, dazu perfekte Wohn- und Trainingsbedingungen", sagt Bernd Stöber (54), seit vielen Jahren Nachwuchstrainer beim DFB. "Dazu ist die Qualität der Trainer im Jugendbereich sehr gut." Dabei war wegen der finanziell angespannten Lage im Aufsichtsrat wiederholt gefragt worden, ob Hertha sich die 4,5 Millionen Euro pro Jahr für die Jugend leisten könne. Hoeneß setzte daher die Senkung aller Personalkosten durch - er selbst stundete mit Geschäftsführerkollege Ingo Schiller 500 000 Euro seines Gehaltes -, die Nachwuchsabteilung blieb unangetastet. Fathi soll jetzt nur die Vorhut sein. "Da kommen weitere Spieler", prognostiziert Hoeneß. Die nächsten Aspiranten sind Kevin Boateng (19) und Sofian Chahed (23). |