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Es
muss schon etwas Besonderes geschehen, wenn sich gestandene und in ihrer
Funktion gewachsene Männer verstohlen eine Träne der Freude aus den
Augenwinken wischen. So geschehen am Sonnabend im Stuttgarter
Waldau-Stadion, als die zweite Deutsche B-Jugend-Meisterschaft nach dem
Jahre 2000 für Hertha BSC nach einem überzeugenden Sieg über den VfB
Stuttgart feststand. Die Berliner Delegation mit Ronald Maschke, Manfred
Wendt, André Freier, Michael Ottow, Horst Kuffler und Frank Vogel sowie
Manager Dieter Hoeneß brauchte sich ihrer Gefühle bei der Pokalübergabe
durch den Nationalmannschaftstrainer Michael Skibbe nicht zu schämen.
Sie hatten alle ihren Anteil an der großartigen Leistung eines Teams,
das sich unter der vorzüglichen Trainerleitung von Dirk Kunert und
Goran Markov im Finale eindrucksvoll lind prächtig präsentierte. |
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VfB
Stuttgart -
Hertha BSC 1:4 (1:1)
HERTHA: Peter-Binder, Müller, Bieler -Bongartz,Thomas (ab 71. Ebert),
Altin (ab 79. Hinze), Cankaya, Boateng, Cubukcu - Dejagah
(ab 78. EI-Kadi), Schrödter (ab 78. Steinwarth).
(Poelchau-Schüler sind fett
gedruckt, Anm. hp-Red.)
Am
Vorabend des Finaltages, nach dem offiziellen DFB-Bankett, bei dem DFB-Präsident
Gerhard Mayer-Vorfelder die Finalisten mit einer honorigen Rede überraschte,
hielt Herthas Trainer Dirk Kunert seine obligatorische Mannschaftssitzung ab.
Mit kurzen, prägnanten Formulierungen unterrichtete er seine Akteure über die
Stärken, aber auch die Schwächen des Widersachers aus Stuttgart. Eindringlich
unterstrich er aber auch die eigenen Vorteile, die sein Team nur zu nutzen
brauchte. Seine präzise Vorstellung des möglichen Spielablaufes, mit
Co-Trainer Goran Markov erarbeitet, stellte sich. später mit der taktischen und
spielerischen Umsetzung seiner Formation als punktgenaue Einschätzung heraus.
Stuttgarts massive, von Heber, Khedira und Nehring noch zusätzlich verstärkte
Vierer-Deckungsreihe, war nahezu unfähig, eigene konstruktive
Offensivleistungen zu leisten. Anfangs lauerte sie auf Fehler der verständlich
nervös beginnenden Herthaner. Einem Altin-Schussversuch über das VfBGehäuse
(7.) folgte eine Fülle von Berliner Abspielfehlem. Die
MittelfeldPressingvariationen der Stuttgarter zeigte Wirkung. Besonders Boateng,
von Heber intensiv beschattet, fand nur mühevoll ins Spiel. Herthas anfängliche
Orientierungslosigkeit wurde mit der VfBFührung bestraft, doch dann wurde alles
besser. Besonders Binder, keinen Zweikampf gegen Nehring preisgebend und später
mit seinem zweiten DJMTreffer triumphierend, sowie der stellungssichere und
zweikampfstarke Müller wirkten als impulsgebender Rückhalt einer Mannschaft,
die sich nach dem Ausgleich das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Zumal
auch Bieler VfB-Stürmer Galm fast immer sicher im Griff hatte.
Imponierend einfallsreich und kombinationssicher - die DFB-Trainer Michael
SKibbe, Uli Stielicke und Paul Schomann waren begeistert spielten die Herthaner
nach der Pause auf. Im Wechsel übernahmen Boateng und der immer
selbstbewusstere Cankaya die Führungsrollen an. Prächtig wichen der flinke
Thomas und der immer anspielbereite Cubukcu auf die Flügelpositionen aus. Altin,
vorbildlich zwischen den Strafräumen rochierend und an allen Brennpunkten
aktiv, sicherte, wenn nötig, nach hinten ab und war von Gegenspieler Khedira
kaum zu stellen. Herthas Mittelreihe spielte sich fast in einen kombinatorischen
Rausch, bei dem beide Angreifer, Dejagah und Schrödter, zwingend einbezogen
wurden. Geburtstagskind Ashkan Dejagah stellte seinen Gegenspieler Huber vor
technisch kaum lösbare Probleme. Und Schrödter entwickelte nach seinem
Ausgleichstreffer derart lässige Entschlossenheit, dass er einen an ihm selbst
verschuldeten Elfmeter verwandelte. Stuttgarts Gegenwehr beschränkte auf nur
noch gelegentliche Konterversuche, die sofort mit besserem Zweikampfverhalten
erstickt wurden.
Herthas Dominanz zeigte dem VfB seine spielerischen Grenzen auf. Das musste auch
neidlos und fair Stuttgarts Trainer Frank Leicht später anerkennen: _Dieser
Berliner Mannschaft mit ihrem spielerischen Schwung, ihrer technischen Überlegenheit
und dem besseren Zweikampfverhalten waren wir einfach nicht gewachsen." Ein
Fazit, das trefflicher nicht hätte formuliert werden können.
Manfred Gräf
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