Hertha-B-Jugend wird Deutscher Meister ...    


aus: vom  7. Juli 2003

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Mit einer Topleistung zum Titel

B-Jugend von Hertha BSC feiert Deutsche Meisterschaft -
neun Spieler besuchen die Poelchau-Oberschule

Es muss schon etwas Besonderes geschehen, wenn sich gestandene und in ihrer Funktion gewachsene Männer verstohlen eine Träne der Freude aus den Augenwinken wischen. So geschehen am Sonnabend im Stuttgarter Waldau-Stadion, als die zweite Deutsche B-Jugend-Meisterschaft nach dem Jahre 2000 für Hertha BSC nach einem überzeugenden Sieg über den VfB Stuttgart feststand. Die Berliner Delegation mit Ronald Maschke, Manfred Wendt, André Freier, Michael Ottow, Horst Kuffler und Frank Vogel sowie Manager Dieter Hoeneß brauchte sich ihrer Gefühle bei der Pokalübergabe durch den Nationalmannschaftstrainer Michael Skibbe nicht zu schämen. Sie hatten alle ihren Anteil an der großartigen Leistung eines Teams, das sich unter der vorzüglichen Trainerleitung von Dirk Kunert und Goran Markov im Finale eindrucksvoll lind prächtig präsentierte.

VfB Stuttgart -
Hertha BSC 1:4 (1:1)
HERTHA: Peter-Binder, Müller, Bieler -Bongartz,Thomas (ab 71. Ebert), Altin (ab 79. Hinze), Cankaya, Boateng, Cubukcu - Dejagah (ab 78. EI-Kadi), Schrödter (ab 78. Steinwarth).
(Poelchau-Schüler sind fett gedruckt, Anm. hp-Red.)

Am Vorabend des Finaltages, nach dem offiziellen DFB-Bankett, bei dem DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder die Finalisten mit einer honorigen Rede überraschte, hielt Herthas Trainer Dirk Kunert seine obligatorische Mannschaftssitzung ab. Mit kurzen, prägnanten Formulierungen unterrichtete er seine Akteure über die Stärken, aber auch die Schwächen des Widersachers aus Stuttgart. Eindringlich unterstrich er aber auch die eigenen Vorteile, die sein Team nur zu nutzen brauchte. Seine präzise Vorstellung des möglichen Spielablaufes, mit Co-Trainer Goran Markov erarbeitet, stellte sich. später mit der taktischen und spielerischen Umsetzung seiner Formation als punktgenaue Einschätzung heraus.
Stuttgarts massive, von Heber, Khedira und Nehring noch zusätzlich verstärkte Vierer-Deckungsreihe, war nahezu unfähig, eigene konstruktive Offensivleistungen zu leisten. Anfangs lauerte sie auf Fehler der verständlich nervös beginnenden Herthaner. Einem Altin-Schussversuch über das VfBGehäuse (7.) folgte eine Fülle von Berliner Abspielfehlem. Die MittelfeldPressingvariationen der Stuttgarter zeigte Wirkung. Besonders Boateng, von Heber intensiv beschattet, fand nur mühevoll ins Spiel. Herthas anfängliche Orientierungslosigkeit wurde mit der VfBFührung bestraft, doch dann wurde alles besser. Besonders Binder, keinen Zweikampf gegen Nehring preisgebend und später mit seinem zweiten DJMTreffer triumphierend, sowie der stellungssichere und zweikampfstarke Müller wirkten als impulsgebender Rückhalt einer Mannschaft, die sich nach dem Ausgleich das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Zumal auch Bieler VfB-Stürmer Galm fast immer sicher im Griff hatte.
Imponierend einfallsreich und kombinationssicher - die DFB-Trainer Michael SKibbe, Uli Stielicke und Paul Schomann waren begeistert spielten die Herthaner nach der Pause auf. Im Wechsel übernahmen Boateng und der immer selbstbewusstere Cankaya die Führungsrollen an. Prächtig wichen der flinke Thomas und der immer anspielbereite Cubukcu auf die Flügelpositionen aus. Altin, vorbildlich zwischen den Strafräumen rochierend und an allen Brennpunkten aktiv, sicherte, wenn nötig, nach hinten ab und war von Gegenspieler Khedira kaum zu stellen. Herthas Mittelreihe spielte sich fast in einen kombinatorischen Rausch, bei dem beide Angreifer, Dejagah und Schrödter, zwingend einbezogen wurden. Geburtstagskind Ashkan Dejagah stellte seinen Gegenspieler Huber vor technisch kaum lösbare Probleme. Und Schrödter entwickelte nach seinem Ausgleichstreffer derart lässige Entschlossenheit, dass er einen an ihm selbst verschuldeten Elfmeter verwandelte. Stuttgarts Gegenwehr beschränkte auf nur noch gelegentliche Konterversuche, die sofort mit besserem Zweikampfverhalten erstickt wurden.
Herthas Dominanz zeigte dem VfB seine spielerischen Grenzen auf. Das musste auch neidlos und fair Stuttgarts Trainer Frank Leicht später anerkennen: _Dieser Berliner Mannschaft mit ihrem spielerischen Schwung, ihrer technischen Überlegenheit und dem besseren Zweikampfverhalten waren wir einfach nicht gewachsen." Ein Fazit, das trefflicher nicht hätte formuliert werden können.    Manfred Gräf

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