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Herthas Talente müssen viel lernen - vor allem in der Schule Profikarriere? Keine Garantie VON ANDRE GÖRKE |
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Früher gab es sie noch, die gute, alte Fußballwelt. Für Horst
Kuffler jedenfalls. Es war Anfang der 90er Jahre, als plötzlich ein
Vater mit seinem Kind auf der Geschäftsstelle von Hertha BSC
auftauchte. "Ich habe hier einen talentierten Sohn", sagte
der Vater. "Kann der bei Ihnen Fußball spielen?" Kuffler
überlegte, prüfte und nickte. Der Sohn hieß Ante Covic; Jahre später
spielte er in der Bundesliga für Hertha BSC. Ja, sagt Kuffler, der
Jugendleiter von Hertha, so war das früher. |
kurzem gegen den SC Freiburg um die Deutsche Meisterschaft spielte, saßen auf den Rängen die wichtigen Leute. DFB-Auswahltrainer Klaus Sammer zum Beispiel. Oder die Scouts anderer Bundesligaklubs. Das Spiel wird zum Schaulaufen. Um die Verhandlungen kümmern sich dann die Berater. Verteidiger Lars Finke ist bei Jörg Neubauer unter Vertrag. Eine prominente Adresse: Neubauer berät auch Sebastian Deisler und Marko Rehmer. Norbert Pflippen, einst Berater von Lothar Matthäus, kümmert sich um das Talent Thorben Marx.
Bei den Verhandlungen hat Hertha den Vorteil, "nicht ködern zu müssen", sagt Götz. "Wir bieten den Spielern eine hochwertige Ausbildung." Fünf Millionen Mark investiert Hertha in den Nachwuchs. Am 1. Juli eröffnet der Klub ein eigenes Internat. 18 Spieler werden dort wohnen. "Wir stecken unser Geld in die Infrastruktur", sagt Götz. In perfekte Trainingsplätze, in kompetente Trainer. Herthas Ex-Nationalspieler Andreas Thom wird Kotrainer der Amateure. Dirk Schlegel, auch ein ehemaliger Bundesligaspieler, übernimmt die B-Jugend. "Junge Spieler haben nur Vorteile, wenn sie von so vielen Ex- Profis betreut werden", sagt Götz. Der Druck aber ist enorm. Der Verein will auf Knopfdruck Leistung |
sehen. "Die Spieler sind froh, dasssie auf so hohem Niveau
ausgebildet werden", sagt Herthas A-Jugendtrainer Michael Wolf.
"Dafür lohnt es sich zu kämpfen." Der Alltag ist
entsprechend. "Du musst auf viel verzichten", sagt
A-Jugendstürmer Sebastian Hoeneß. Der Sohn von Hertha-Manager
Dieter Hoeneß muss mit dem Druck umgehen, ständig am Erfolg seines
Vaters gemessen zu werden. Auch der Kontakt zu den Freunden nehme
ab, sagt Hoeneß. Da sich Jugendliche in der Pubertät auch noch von
ihren Eltern lösen, drohen sie allein dazustehen. Eines will Götz nämlich klarstellen. "Wir garantieren eine ordentliche schulische Ausbildung", sagt er. "Nicht aber eine Profikarriere." |
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Falko Götz Jugendkoordinator Hertha BSC |
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