Neue Heimat für junge Kicker ...  


vom 9. April 2001

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Neue Heimat für junge Kicker

Berlins Fußball-Bundesligist eröffnet im Sommer seine Nachwuchsakademie im "Home of Hertha" hinter
dem Olympiastadion

VON ANDRE GÖRKE

Gianmario Strambace hat vermutlich Jahre auf diesen Moment warten müssen. Es steht null zu null, Strambace steht bei Hertha im Tor, nur Thomas Heinicke von Tennis BorussiA  steHT vor ihm. Rechts auf der Tribüne guckt Herthas Manager Dieter Hoeneß, ein paar Meter weiter sitzt Kotrainer Bernd Storck. Die Fersehkamera hat den Strafraum fest im Visier. Strambace hält den Elfmeter, die Verantwortlichen lächeln und klatschen. Einen Profivertrag haben sie jedoch nicht gezückt. Freuen darf Strambace sich trotzdem: Nach dem 3:1-Sieg über Tennis Borussia wird der Bundesliga-Nachwuchs vermutlich um die Deutsche Meisterschaft spielen. Der Tabellenerste der Regionalliga ist in der Endrunde dabei.Strambaces Glück und das seiner Mannschaftskameraden lässt sich der Bundesligaklub einiges kosten. Fünf Millionen Mark hat Hertha einkalkuliert. Im Mittelpunkt steht die Fußballakademie, die neben der Geschäftsstelle hinter dem Olympiastadion entsteht. Im Juli werden dort zwölf Spieler einziehen. 
24 Einzelzimmer hat das Internat, zwei Spieler
teilen sich Dusche und WC.

Neben Sauna und Internetcafé steht ein Nachhilfelehrer zur Verfügung. Die Zeiten nächtlicher Kneipentouren sind dann vorbei. Um zehn ist Bettruhe. "Die Spieler müssen wissen, was sie wollen", sagt Herthas Jugendleiter Horst Kuffler. „Sie müssen als Profi auf einen Teil ihrer Freizeit verzichten."Eine Garantie für eine spätere Profikarriere bekommen sie jedoch nicht. "Es gibt keinen Idealweg", sagt Herthas A -Jugend-Trainer Michael Wolf. „Die Spieler müssen

ein Jahr habe. Wir dürfen den Spielern aber kein Alibi geben."
Yaw Donkor zählt zu diesen Spielern. Vor vier Jahren durfte der Stürmer sogar mit auf das Mannschaftsfoto der Profis. Gespielt hat er nie. So kann schon mal der Gedanke bei den Spielern aufkommen, dass sie ohnehin keine richtige Chance haben.
Gestern aber schaute immerhin Storck vorbei. „Wir müssen den Leuten zeigen, dass wir sie beobachten. Leistung wird honoriert", sagte der Mann hinter Jürgen Röber. Mindestens mit einer Trainingseinheit bei den Profis. Hoeneß war gestern eher aus familiären Gründen da. Sein Sohn Sebastian stürmt für Herthas A- Jugend.Ganz nach oben  hat es in den letzten sieben Jahren kein Spieler geschafft. Als Röber gegen Unterhaching keinen Ersatzspieler hatte, rief er lieber den 35jährige Andreas Thom zurück. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Beim Spiel in Bremen saß der 19jährige Thorben Marx tapfer auf der Bank.

Aleksander Simic und Sebastian Hoeneß

permanent am Level arbeiten, sonst bleiben sie in ihrer Entwicklung stehen:" Das heißt bis zu acht Trainingseinheiten in der Woche - natürlich nur, wenn es schulisch keine Probleme gibt. So kooperiert Hertha mit der Poelchau-Oberschule, die die Kicker bei wichtigen Spielen freistellt.
Hertha hat durch die Teilnahme im Europapokal mittlerweile eine gewisse Lobby. Der Klub muss die jungen Kicker nicht mehr für viel Geld kaufen. Sie wollen bei Hertha spielen, um später über die Amateurmannschaft in den Bundesligakader aufzurücken. Die meisten Kicker spielen auf 630-Mark-Basis. Erst bei den Amateuren haben sie die Chance, ein paar tausend Mark zu verdienen. „Der Sprung von der A -Jugend in die Bundesliga ist einfacher als der Weg über die Amateure", sagt Wolf. „Da sagt jeder zu dem Spieler, dass er noch

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Kooperation Hertha

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