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Andreas Kloke
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WIR
HERTHANER: Herr Kloke, was macht ein Lehrer in einem Fußballverein?
Kloke: Er hilft bei den Hausaufgaben, organisiert
Nachhilfe, spricht mit Lehrern, Eltern, Schülern, Trainern, nimmt an
Elternabenden teil. Daneben gehört die Betreuung und
Fortentwicklung unserer Schulkooperation mit der Poelchau- Schule zu
meinen Aufgaben. Zur Zeit etwas kümmere ich mich um die Ausgestaltung
des Leistungskurses Sport, den die Oberstufenschüler der Poelchau-
Sportoberschule, was den praktischen Anteil angeht, im Rahmen unseres
Schultrainings absolvieren können. Demnächst stehen Informationsabende
für Eltern angehender Sportschüler an usw. Im Frühjahr nehmen
Beratungen von Jugendspielern, die aus anderen Bundesländern zu uns
kommen, einen großen Raum ein. Durch den Föderalismus im
Bildungsbereich kommt es nicht nur zu unterschiedlichen Anforderungen,
sondern zu unterschiedlichen Fremdsprachenfolgen, ja ganz
unterschiedlichen Unterrichtsfächern. Alles das muss schulrechtlich und
inhaltlich abgeglichen werden. |
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WIR
HERTHANER: Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Kloke: Nach der WM 1998 erteilte
der DFB den Jugendleistungszentren der Bundesligavereine verschiedene
Auflagen. Eine davon war, sich um die Schulausbildung der Jugendlichen
intensiver zu kümmern und Schulkooperationen einzugehen. So kam es,
dass ich mit Falko Götz, der damals Koordinator der Jugendabteilung
war, durch die Berliner Schulen gezogen bin und Gespräche geführt
habe. Ich glaube, dieser Einblick in unsere Schulrealität war auch für
Falko Götz eine interessante Erfahrung.
WIR
HERTHANER: Das Präsidium hat sich auf
Ihren Vorschlag hin für die Poelchau- Sportoberschule
entschieden. Wie ist die Zusammenarbeit mit der Kooperationsschule heute
nach fünfjähriger Zusammenarbeit?
Kloke: Das große Plus der
Poelchau- Oberschule, das wurde schnell klar und hat sich immer wieder
bestätigt, ist die große Erfahrung mit unterschiedlichen Schülern und
jungen Sportlern sowie die große Bereitschaft des Kollegiums zur
Zusammenarbeit. Dagegen wogen die Bedenken, die es in der Öffentlichkeit
gegenüber Gesamtschulen gibt, geringer, zumal es für uns von der
Schulform her keine Alternative zur Gesamtschule gibt. Unser Internat
und unsere Mannschaften stehen nun einmal nicht nur Gymnasialschülern
offen. Was den Ruf angeht, so zahlt sich das langjährige Bemühen der
Schule und ihres Schulleiters Herrn Barney um pädagogische
Verbesserungen jetzt aus: Wir können alle Schüler mit
Gymnasialempfehlung in Klassen betreuen, die fast ausschließlich aus
Gymnasialschülern bestehen, also normalen 7. Klassen an Gymnasien
entsprechen. Die Zufriedenheit der Jugendlichen und Eltern, auch der
Eltern, die uns einmal
kritisch gegenüberstanden, ist in den von uns betreuten Klassen
inzwischen hoch. Mehrere unserer Spieler haben in den letzten Jahren ihr
Abitur an der Poelchau- Oberschule abgelegt. Die Ergebnisse der
Vergleichsarbeiten (mittlerer Bildungsabschluss) unserer F- Schüler
entsprechen denen der Gymnasien.
WIR
HERTHANER: Keine Schulprobleme also?
Kloke: Doch. Die Schule und die
Schüler haben die Probleme,
mit denen alle Schulen heute kämpfen. Ein aktuelles Problem ist zum
Beispiel der Rückstau, der in den oberen Klassen durch den
Lehrstellenmangel entsteht. Die Schüler wollen solange wie möglich in
der Schule bleiben, weil es im Ausbildungsbereich kaum Alternativen
gibt. Dadurch sind die 10. und 11. Klassen
oft zu voll, das Arbeiten wird erschwert, die Unterrichtssituation in
diesen Klassen ist oft zu unruhig. Ein weiteres allgemeines Problem ist,
dass eine Großstadt wie Berlin für einen Jugendlichen manchmal wie ein
Dschungel ist. Die Gefahr in diesem Dschungel ist die Ablenkung. Die
gleiche Gefahr lauert übrigens auch in der Flut von
Unterhaltungsmedien, der sich die Jugendlichen oft nicht entziehen können.
Konzentration auf die Ziele, sich Zeit nehmen für schulische Arbeit,
ist aber ein Muss für jeden Jugendlichen. Dies gilt erst recht für
einen Jugendlichen, der neben der Schule noch sehr viel Zeit aufwendet für
seinen Sport. |