Poelchau-Schüler auf der Hannover-Messe aktiv ...

Umweltfachfrau im Interview

.... colle Schlitten

Gehirnströme....

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v. 14. April  2003


Über Physik, Chemie und coole Schlitten

Berliner Schüler entdecken auf der Hannover-Messe die Autos der Zukunft

Was haben Autos mit Physikunterricht zu tun? 20 Schüler und zwei Lehrer aus dem Projekt "Schüler machen Zeitung" der Berliner Morgenpost besuchten die weltweit größte Industriemesse mit 6200 Ausstellern aus 62 Ländern in Hannover.
Eigentlich war vergangen Montag ja Fachbesuchertag - aber wer sagt eigentlich, dass 15-Jährige keine Fachleute sind, wenn es um die Autos ihrer Zukunft geht?
Eingeladen hatte sie die Adam Opel AG, die das Schulprojekt seit Jahresbeginn als Sponsor unterstützt. "Wir möchten den Berliner Schülern zeigen, wie wichtig die Erforschung alternativer Energien für den Autobau ist und wie weit wir in der Entwicklung von Autos sind, die sie später einmal selbst fahren werden", so Opel-Vorstandsmitglied Klaudia Martini.


Autos von morgen und ihre künftigen Fahrer(innen)

Am Messestand der Adam Opel AG bestaunten die Schüler zunächst einen silberfarbenen Flitzer: den Hy-wire von GM, der ein bisschen aussieht wie ein Fahrzeug aus einem Science-Fiction-Film. Doch dieses Auto war real, man konnte es anfassen und von allen Seiten bestaunen. Im Hintergrund lief auch ein Film - allerdings nicht Science-Fiction, sondern der reale Bericht über die Funktionsweise des Superschlittens. Doch das hört sich auch ziemlich futuristisch an: Das Konzeptfahrzeug Hy-wire funktioniert ohne Verbrennungsmotor und ohne mechanische Übersetzung für Lenkung, Bremsen und Antrieb. Statt dessen enthält es eine Brennstoffzelle, einen Elektromotor und jede Menge Computertechnik. Der Fahrer bedient es mit nur einer einzigen Steuereinheit per Hand. Die Schüler waren beeindruckt: "Das funktioniert ja fast so wie bei einer Spielkonsole."
Die Komponenten des Antriebs müssen in diesem Fahrzeug nicht mehr in einem Motorraum untergebracht werden, sondern finden Platz in einem nur 27 Zentimeter hohen "Chassis" - einer Art Bodenplatte, die die Ingenieure "Skateboard" nennen.
"Ist das Auto denn schon gefahren?", wollten die Schüler wissen. "Dieses könnte fahren, und ein Ähnliches mit einer anderen Karosserie fährt bereits", erklärte Lars Peter Thiesen vom Opel-Stand, und fügte hinzu: "Das Äußere dieser Fahrzeuge kann je nach Kundenwunsch gestaltet werden, denn die Karosserieaufbauten sind einfach auszuwechseln."
Angewandte Physik und Chemie gabs an einem großen Motorblock. Dort erläuterte Thiesen den Schülern, wie in den Brennstoffzellen mit Hilfe von Wasserstoff Strom erzeugt wird, mit dem wiederum dieses und andere Fahrzeuge von Opel und GM angetrieben werden.
Auch anhand eines "halbierten" Opel Zafira konnten die Jungen und Mädchen erforschen, wo sich Wasserstofftank, Motor und Antrieb befinden und wie die Autos von morgen funktionieren. Ausführliche Erläuterungen dazu bekamen sie dann auch von Klaudia Martini, (siehe Interview unten).
"Ich finde es toll, dass sich die Firma Opel um die Umwelt kümmert. Sie haben eine Strategie für die Zukunft der nachhaltigen Mobilität entwickelt, nämlich die Vision einer Wasserstoffwirtschaft als Grundlage für eine weltweite nachhaltige Mobilität", fand Amir (16) von der Poelchau-Oberschule in Berlin-Charlottenburg. 

Warum eine Umwelt-Fachfrau für einen Autokonzern arbeitet

Opel-Vorstandsmitglied Klaudia Martini im Interview - 
Schon im Jahr 2010 könnten Autos in Serie gehen, die mit Wasserstoff betrieben werden

Cathérine: Frau Martini, Sie waren zehn Jahre lang Umweltministerin in Rheinland-Pfalz - was hat Sie bewogen, zu einem Autokonzern zu wechseln?
Klaudia Martini: Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil sich die Adam Opel AG über umweltfreundliche Autos Gedanken macht. Wenn ihr mal so alt seid wie ich, brauchen wir Autos ohne Schadstoff-Emissionen, sonst verträgt das Klima den wachsenden Autoverkehr nicht.

KM: Nein, im Gegenteil. Bei der Brennstoffzellentechnik bewegen sich viel weniger mechanische Teile gegeneinander, es gibt also weniger Verschleiß als bei einem Verbrennungsmotor. Elektromotoren sind auch weniger wartungsbedürftig, weil sie aus weniger und vergleichsweise einfachen Teilen bestehen. Dazu kommt, dass auch die Werkstätten viel sauberer arbeiten können. Denn Benzin und dessen Rückstände wird es nicht mehr

Michael: Warum entwickeln die Autofirmen erst jetzt Fahrzeuge, die mit alternativen Energien fahren?
KM: Opel und GM gehört zu den Konzernen, die sich mit am frühesten engagiert haben. Der Opel Zafira mit Brennstoffzellentechnologie, vor dem wir hier stehen, fährt ja bereits. Schon vor zwei Jahren hat sein Vorgänger, das Modell HydroGen1, seine Zuverlässig-


Poelchau-Schüler mit Vorstandsmitglied Klaudia Martini (Mitte)

geben und es werden viel weniger Schmierstoffe verwendet. Und auch das Fahrgeräusch wird sich verringern, denn außer einem leisen Schnurren machen die Brennstoffzellen-Autos kein Geräusch.
Cathérine: Gibt es staatliche Subventionen?
KM: Nein, leider gab es bisher dafür gar keine Mittel. Opel und GM haben bisher rund 

keit bewiesen. Er ist durch die Wüste in Arizona gefahren und benötigte für die 1000 Kilometer elfeinhalb Stunden. Er erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 90 km/h und stellte insgesamt 15 internationale Rekorde auf.
Sandro: Wird es solche Brennstoffzellen-Autos auch für Rollstuhlfahrer geben?
KM: Ja, mit Sicherheit. Sie werden übrigens, genau wie ein Elektro-Rollstuhl, mit einem Elektromotor angetrieben. Den Strom, den der Motor braucht, liefert eine Einheit aus Brennstoffzellen, die Stack genannt wird. Wir haben eine eigene Abteilung, die auf die Entwicklung von Spezialfahrzeugen für Rollstuhlfahrer spezialisiert ist. Sie heißt Opel Special Vehicles.
Theresa: Welche Modelle werden mit Brennstoffzellen ausgerüstet?
KM: Wir haben den Zafira als Trägerfahrzeug ausgewählt, weil er ein sehr flexibles Fahrzeug ist, eben ein Van für den Alltag. Inzwischen sind die Einbauten für die Brennstoffzellentechnik schon sehr viel kleiner geworden als anfangs, zum Beispiel kann der Tank unter der Rückbank eingebaut werden und im Kofferraum liegen auch keine Extra-Batterien mehr wie noch vor zwei Jahren.Bevor wir diese Technik in andere Modelle einbauen, muss sie noch ein wenig weiter entwickelt werden - sie muss noch kleiner und alltagstauglicher werden. So lange arbeiten wir mit dem Zafira als Trägerfahrzeug.
Nermin: Werden Wartung und Reparaturen teurer und aufwendiger?

eine Milliarde Dollar für dieErforschung und Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ausgegeben.
Nermin: Warum?
KM: Weil wir in der Zukunft Mobilität haben wollen, durch die keine Schadstoffe und keine Mehrbelastung durch CO2-Ausstoß entstehen.
Amir: Spielt auch die Überlegung eine Rolle, dass Öl künftig nicht mehr unbegrenzt verfügbar ist - sei es, weil die Quellen versiegen oder durch politische Entwicklungen?
KM: Ja, wir werden Wasserstoff auf jeden Fall brauchen, denn es ist ein Kraftstoff, der aus Wasser mit Hilfe erneuerbarer Energien gewonnen werden kann und praktisch unbegrenzt verfügbar ist.
Michael: Wie ist es mit den Tankstellen für Wasserstoff?
KM: Bisher gibt es in Deutschland erst zwei öffentliche Wasserstoff-Tankstellen, eine in Berlin und eine in München. Das Einfüllen ist bei Flüssigwasserstoff kompliziert, es wird mit Robotern gemacht. Dieses Modell ist im Prinzip für alle Kraftstoffe interessant. Wir denken aber, dass in der Frage der Infrastruktur, also z. B. der Schaffung von mehr Wasserstoff-Tankstellen, auch die Staaten und die Energiekonzerne gefragt sind.
Theresa: Wann wird man Autos mit Brennstoffzellen als Serienfahrzeug kaufen können?
KM: Wenn sie so leistungsfähig und haltbar sind wie Autos mit Verbrennungsmotor und wenn es genügend Wasserstoff-Tankstellen gibt. Um 2010 sollte es soweit sein.

(Das Interview führten Schüler folgender Schulen: Biesalski-Oberschule, Benjamin-Franklin-Oberschule, Evangelische Schule Neukölln, Pasteur-Oberschule, Poelchau-Oberschule)


Michael siegte beim Entspannen um die Wette in der Energie- Halle auf der Hannover-Messe

Lustiger Versuch: Gehirnströme als alternative Energiequellen

Auf der Hannover-Messe machte ich einen lustigen Versuch mit, bei dem es um eine sehr ungewöhnliche Energiequelle ging - Gehirnströme. Um die Sache spannender zu machen, wurde der Test als ein Wettspiel gestaltet. Ich wurde auf einen Stuhl gesetzt, eine Konkurrentin saß mir gegenüber.
Wir wurden an eine Maschine angeschlossen, indem uns ein Ring um dem Kopf gelegt wurde, der die Gehirnaktivitäten maß. Ich saß in einem gemütlichem Sessel, um mich besser auf das Geschehnis zu konzentrieren. Dann erklärte der Animator, wie alles funktionierte. Mir wurde auch gesagt, dass ich mich entspannen solle, keine schnellen Bewegungen machen und mich nicht aus der Kontrolle bringen lassen. Auf dem mit Kabeln angeschlossenen Tisch lag eine metallische Kugel.

Unseren Test konnte man auf einem Monitor verfolgen, denn bei jeder Konzentration des Gehirns wurde ein Impuls versendet. Doch nicht nur auf dem Monitor konnte man die Entspannungslinie sehen, sondern auch auf dem Tisch. Denn dort lag dieser kleine metallische Ball, der zu einem hin rollte, wenn man sich entspannte.
Der Test war sehr schnell zu Ende, weil ich mich so schnell entspannte, dass der Ball nach sieben Sekunden schon auf meiner Seite ankam. Wie habe ich das gemacht? Ich hatte meine Augen geschlossen und mich nur auf meine Bewegungen konzentriert. Nachdem ich sie im Griff hatte, schaltete ich mich ab, dadurch konnte ich mich so schnell entspannen.

Von Michael Matysek, Klasse 9R3, Poelchau-Oberschule

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