Autorenlesung "Gerdas Schweigen" ...


Autorenlesung in unserer Schule

Knut Elstermann zu Gast 

Er liest aus seinem Buch „Gerdas Schweigen“ 

- von Jessica Otto 11 c


Am Dienstag, dem 7.11.2006 durfte ich an Knut Elstermanns Vorstellung seines Buchs "Gerdas Schweigen" teilnehmen. Knut Elstermann ist eigentlich Radiomoderator, vor allem Filmkritiker des Berliner Radiosenders 95.8 Radio 1. Elstermann hielt seine Lesung vor ca. 60 Schülern der 11. und 12. Klasse unserer Schule, die alle von 12 Uhr bis 13 Uhr in der Aula gespannt seinen Worten folgten. Es kam alles sehr emotional und ehrlich rüber, so dass man keine Chance hatte, ihm nicht zu glauben oder an seinen Worten zu zweifeln.

In seinem Buch geht es um seine "Tante" Gerda. Sie ist nicht seine leibliche Tante, eher eine Freundin der Familie, eine Jüdin, die in der nationalsozialistischen Zeit in Berlin lebte. 
Er erzählte uns auch, weshalb er dieses Buch geschrieben hat. Gerda lebt seit der Nachkriegszeit in New York und als sie einmal, als Knut Elstermann ca. sechs Jahre alt war,  in den sechziger Jahren zu Besuch nach Ost-Berlin kam, wurde ihm verboten ihr verlorenes Baby und das KZ zu erwähnen. Letztendlich fragte er doch nach diesem Kind und erntete entsetzte Blicke, jedoch keine Antwort.
Dieser Tag ließ ihn nicht mehr los, bis er ca. 40 Jahre später endlich eine Antwort auf seine Fragen haben wollte. Er rief Gerda in New York an und bat sie, ihr Schweigen doch endlich zu brechen. Nach langem Hin und Her sagte sie zu. 

Sie erzählte ihm, dass sie es oft geschafft hatte wegzulaufen, sie war eine Kämpferin, sie wollte leben. Mit 24 Jahren kam sie nach Auschwitz, schwanger.
Sie durfte ihr Kind bekommen, aber nicht füttern, somit starb es nach 14 Tagen in ihren Armen. Über 60 Jahre lang verschwieg sie dieses Schicksal, sogar vor ihrem Mann und ihrem Sohn. Ich fand es sehr beeindruckend, wie man so etwas so lange verschweigen kann. Das Schicksal der Gerda nahm mich sehr mit und ich war froh zu erfahren, dass ein, wie Knut Elstermann im Nachhinein herausfand, sehr unfreundlicher Mensch Gerda im richtigen Moment auf ihrer Flucht fand und  ihr half. Gerda lebt nun in New York und ist froh, ihr Schweigen nach sechzig Jahren endlich gebrochen zu haben.

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