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VON
CHRISTIAN OMERZU
BERLIN.
Ein Segelflugzeug in der Poelchau-Oberschule? In der Halle der
Charlottenburger Gesamtschule wirkt der mit 15 Meter Spannweite ohnehin
beeindruckend große Flieger noch viel größer. Vorsichtig steigt der
zwölfjährige Paul Schiwek ins Cockpit des 25 000 Mark teuren Fluggerätes,
läßt sich von Fluglehrer Thomas Böttcher die Instrumententafel erklären.
Trotz einer spürbaren Unsicherheit ob der ungewohnten Sitzposition ist
sich Paul ganz sicher: „ Im August gehe ich auf diese Schule und mache
Sport." Segelfliegen?" „Nein, Ringen", antwortet Paul
und verschwindet in der Menge.
Segelfliegen und Ringen sind nur zwei Sportarten, die an der Poelchau-Oberschule
ab 4. August von zwei 7. Sportklassen ausgeübt werden können. Um für
die Einrichtung ihres sportbetonten Zuges zu werben, veranstaltete die
Gesamtschule einen Tag der offenen Tür. Dort stellten Vereine und Verbände,
die dieses neue Modell unterstützen, sich und ihre Sportarten vor.
Eltern hatten Gelegenheit, sich ein Bild davon zu machen, was ihre
sportbegeisterten Sprößlinge im neuen Schuljahr erwarten wird.
„Ein
gute Sache", lobt Uwe Kern aus Reinickendorf das neue Modell. Er
ist sich jetzt schon sicher, daß er seine Tochter Mareike im nächsten
Jahr hier anmelden wird: „Für Leichtathletik, Langstreckenlauf."
Ob dann die Leichtathletik im Angebot sein wird, bleibt abzuwarten.
„Wir bieten zunächst einmal die vier Sportarten an, die am häufigsten
von den Schülern gewählt werden", erläutert Schulleier Rüdiger
Barney das Konzept. Und da führt Fußball im Moment mit rund 50
Anmeldungen klar die Hitliste an. Auch für den zwölfjährigen Jens
Nickel gibt's nur eins: Fußball. Immerhin spiele er schon seit acht
Jahren im Verein.
Eine erste Zwischenbilanz des Schulleiters zeigt: Neben Fußball
liegen momentan Schwimmen, Ringen, Leichtathletik und Hockey gut im
Rennen. Bei Radsport, Rudern und Basketball darf's noch ein bisschen
mehr sein. Daß die notwendige Zahl von knapp 60 Anmeldungen für die
zwei Schulklassen erreicht werden wird, daran zweifelt Barney nicht
mehr. „Der Tag der offenen Tür war |

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SEGELFLUGZEUG
STATT SCHULBUCH.
Eine erste Gratislektion im Segelfliegen bekommt der
zwölfjährige Paul Schiwek von Fluglehrer Thomas Böttcher |
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bombig",
freute sich der Schulleiter überrund 400 Besucher. „Allein an diesem
Tag hatten wir ad hoc 30 Anmeldungen für das kommende Schuljahr."
Daß sich viele Kids ausgerechnet für Fußball entscheiden, kommt für
die Vertreter der unterstützenden Vereine und Verbände nicht überraschend.
„Gegen Fußball haben wir keine Chance", sagt der Leitende
Landestrainer im Radsportbund, Bohumil Pavlicek. Und auch Norbert Kühne,
Verbandstrainer im Landesruderverband, schätzt die Chancen für Rudern
eher schlecht ein: „Rudern ist nicht populär, denn dort fehlt das
schnelle Erfolgserlebnis". Gleiches gilt auch fürs Segelfliegen.
Vor dem ersten Flug, der erst mit 14 Jahren erlaubt ist, müßten zwei
Jahre vorfliegerische Ausbildung absolviert werden.
Doch
egal ob Basketball, Fußball oder Wasserball. Trotz der intensiven Förderung
des Sportnachwuchses sollen im Zweifelsfall Biologie, Englisch oder
Mathematik Vorrang haben. „Die schulische Ausbildung hat auf jeden
Fall Priorität", stellt der Schulleiter zweifelsfrei fest. Unter
dieser Voraussetzung unterstützt auch Englischlehrerin Ursula Henking
das neue Konzept. „Hervorragend! Durch den Sport lernen die Schüler
Disziplin, Ausdauer und Pünktlichkeit. Alles das kommt dann in die
Schule zurück." Sollte sich das neue Konzept bewähren, stünden
Eltern und ihre Kinder nicht mehr vor der Entscheidung: Schule oder
Sport.
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