"Schmetterling" Franziska Skrubel ...  


v. 14. Dezember 2001

Schmetterling     -   Als Kind fast ertrunken - jetzt Schwimmstar

Von Uwe Wuttke


Franziska Skrubel, 9. Sportklasse
der Poelchau-Sportoberschule

Grazil gleitet die Schwimmerin durch das blaue Wasser des Hallenbades am Senftenberger Ring im märkischen Viertel. Bei jedem Atemzug greifen die langen, schlanken Arme in einem weitem Bogen nach vorne und werden schlüsselförmig unter dem Körper durchgezogen. Franziska Skrubel ist in ihrem Element, dem Schmetterlingsschwimmen, auch Delfin genannt.
Dabei begann ihre «Schwimmkarriere» eher mit einem Trauma. «Als ich fünf Jahre alt war, bin ich im Urlaub in Österreich fast ertrunken», erzählt die 1,70 Meter große junge Dame. Die erschrockenen Eltern gaben umgehend dem Erlernen des Schwimmens höchste Priorität.
Das tat Franziska schnell und vor allem gut. Und wie gut die 15-Jährige vom Nordberliner Schwimmklub SSC Berlin-Reinickendorf inzwischen ihr Metier beherrscht, davon zeugen die immer zahlreicher werdenden Medaillen bei Meisterschaften und Altersklassenrekorde.

«Im vergangenen Jahr habe ich mich von 1:10 Minuten auf 1,03 Minuten über 100 Meter Schmetterling verbessert», sagt die Schülerin an der Charlottenburger Poelchau-Oberschule stolz, während sie am Beckenrand ihre langen blonden Haaren unter der schwarzen Gummibadekappe mit den weißen Buchstaben «GER» hervorzaubert. Eine rasante Entwicklung.
Doch ein Titelgewinn bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Sommer und ein dritter Platz in Altersklassenrekordzeit (27,90 Sekunden) über 50 Meter Schmetterling in der offenen Klasse bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften vor knapp zwei Wochen in Rostock sind das Resultat harter Arbeit. Die Unterstützung auf ihrer sportbetonten Schule empfindet sie als «richtig gut».
Viermal wird in der Woche bereits morgens als Unterricht geschwommen. Immer dabei ist Trainer Ariel Rodriguez, der Franziska gemeinsam mit Gunnar Kuipel trainiert. Sechsmal wöchentlich werden die Übungseinheiten im Landesleistungszentrum absolviert.
«Das ist auch für uns ganz schön anstrengend», sagt Vater Martin Skrubel, der seine Tochter fast jeden Abend aus der Landsberger Allee abholt. Zusätzlich wird ein Techniktraining im Strömungskanal des Olympiastützpunktes und Krafttraining («Gute Technik allein reicht nicht.») absolviert.
Derzeit ist das Training etwas reduziert. Schließlich steckt das Schwimmtalent in der Wettkampfphase. Mit dem größten sportlichen Erfolg ihrer jungen Karriere vor Augen - dem Start bei einem Vier-Länderkampf mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft in Mestré (Italien) gegen die Gastgeber sowie Spanien, Großbritannien an diesem Wochenende. Wichtig ist ihr dabei vor allem der Kontakt mit den Leuten aus anderen Ländern. Skrubel: «Da kann man viel lernen.»
Das nächste Ziel ist die Qualifikation für die nächsten Junioren-Europameisterschaften bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Im Januar wird sie wie im Vorjahr beim World-Cup in Berlin starten. Über allem schweben natürlich die fünf Ringe - Olympia 2004 in Athen.

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