Die etwas andere Franzi ...


v.  25. Januar  2005


"Ich bin die etwas andere Franzi" 
Die 17 Jahre alte Schwimmerin Franziska Skrubel über Vergleiche mit van Almsick 
und ihren Weg bis Olympia 2008

Von Torsten Wendlandt

Franzi schwimmt weiter: Beim Kurzbahn-Weltcup am Wochenende in Berlin hat Franziska Skrubel allerdings nur den Vornamen mit der nach Athen zurückgetretenen Schwimm-Diva Franziska van Almsick gemein. Während der große Name der Szene am Sonntag aus der Nationalmannschaft verabschiedet wurde, schickte sich Franziska Skrubel (1,72 m/63 kg) vom SSC Reinickendorf an, in die engere Auswahl zu kommen. Die 17 Jahre alte deutsche Meisterin über 50 m Schmetterling, die von Brit Lögow trainiert wird, wurde über 100 m Schmetterling Sechste, über 200 m landete sie gar auf Rang vier.

Berliner Morgenpost: Franziska, ist van Almsick Ihr Vorbild?
Franziska Skrubel: Das kann man eigentlich nicht sagen. Ich werde zwar von meinen Schwimm-Kolleginnen öfter Franzi van Skrubel genannt, bin aber doch die etwas andere Franzi. Ich habe auch kein Poster von ihr in meinem Zimmer zu hängen. 

Uns verbindet eben nur der Vorname, obwohl ich mir natürlich von ihr einiges abschauen kann. Was sie erreicht hat, ist schon ziemlich gut. Demnächst werde ich auch ihre Autobiographie "Aufgetaucht" lesen.
Haben Sie van Almsick denn jemals kennen gelernt?
Nein. Ich bin zwar schon gegen sie geschwommen, aber sie war ja meistens nur für sich. Außerdem bin ich ja praktisch in der Szene erst richtig aufgetaucht, als sie schon am Abtauchen war. Bei mir läuft sowieso alles ganz anders. Ich mache Abitur an der Poelchau-Sportschule, sie hat es damals abgebrochen. Unsereins muß ja an später denken und ich kann natürlich nicht damit rechnen, mit dem Schwimmen Geld zu verdienen. 
Beim Weltcup in Berlin gab es für die beste Leistung ein 20 000-Euro-Auto und Sie machen bald den Führerschein.
Ich musste erst einmal zusehen, dass ich auf der einen oder anderen Schmetterlingsstrecke überhaupt ins Finale komme. Ich habe zwar auch wie Franzi mit fünf Jahren mit dem Schwimmen angefangen, aber doch viel bescheidenere Ziele. 
Welche zum Beispiel?
Ich will es jetzt so richtig wissen, ich will endlich in den A-Kader kommen und mich bei den deutschen Meisterschaften im Mai in Berlin unbedingt für die WM im Juli qualifizieren. Dann will ich natürlich zu Olympia 2008 in Peking, nachdem es mit Athen nicht geklappt hat. Und ich will die 100 m Schmetterling unter einer Minute schwimmen, was mir auf der Kurzbahn schon gelungen ist. Ich halte mich für einen disziplinierten Menschen. Wenn ich etwas anfange, ziehe ich das auch durch. Und wenn's mir reicht, höre ich auch auf. 
Wird es noch einmal eine zweite Franzi geben?
Das kann ich mir nicht vorstellen. Solche großen Talente sehe ich in Deutschland derzeit nicht. Außerdem können sich ja viele gar nicht mehr so richtig quälen und halten nicht lange genug durch. Viele hören dann auch auf, wenn es spannend wird und geben der Ausbildung den Vorzug. 
Die Berliner Schmetterlings-Spezialistin Daniela Samulski hielt man vor einigen Jahren für eine mögliche Nachfolgerin.
Sie ist jetzt wieder eine meiner Hauptkonkurrentinnen auf dem Weg nach oben. Aber voriges Jahr hatte sie Bulimie und wollte schon aufhören, weil sie den Streß mit Schwimmen und Ausbildung nicht gepackt hat. Ich glaube, ich schaffe das ganz gut und habe auch mit der Ernährung keine Probleme.

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