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(lifepr)
Berlin, 29.08.2007 - Der Schulleiter
der Berliner Poelchau-Oberschule, Rüdiger Barney, hat eine Menge Arbeit
zu bewältigen. Er kümmert sich um Spielfelder, den Busservice für
seine Schüler, Trainer und Vereine. Seit 1974 verbindet die Schule
schulische Bildung und sportliche Leistung mit dem Bedürfnis der Schüler
auch einfach Teenager zu sein.
Barney ist sowohl Mathematik- und
Erdkundelehrer als auch seit elf Jahren Schulleiter. Er führt ein Team
von 80 Lehrern und 25 Trainern, die für die notwendige Bildung und das
Training ihrer Schüler sorgen, damit sie ihr Ziel erreichen und ein
"Champion in life" werden, was übrigens das Motto der Schule
ist und auf einer Fahne geschrieben jeden Morgen die Schüler beim
Betreten der Schule begrüßt.
Von Seiten der Schulorganisation wird darauf geachtet, dass der
Stundenplan genügend Zeit für Training und Wettkampf der Schüler
bietet. So ist es für einen Schüler nicht ungewöhnlich tagein tagaus
morgens von 8 Uhr an für zwei Stunden zu trainieren, danach vier bis fünf
Stunden Unterricht zu haben und den Rest des Tages für Hausaufgaben
sowie weitere Trainingseinheiten zu nutzen. Und natürlich - aufzuwachen
und wieder den gleichen Tagesablauf vor sich zu haben.
Wozu aber diese ganze Tortur? Nach Auskunft von Herrn Barney werden nur
fünf Prozent der 1000 Schüler nach ihrem Schulabschluss professionelle
Sportler oder Kaderathleten. Die Mehrheit der Schüler treibt nach dem
Schulabschluss Sport auf geringerem Niveau.
Der Traum, der nächste Kevin-Prince Boateng, Jérôme Boateng oder
Patrick Ebert zu werden, die allesamt ehemalige Schüler der
Poelchau-Oberschule waren und nun Fußballprofis sind, lockt die Schüler.
Für Ebert, der im Moment beim Deutschen Bundesligisten Hertha BSC
spielt, war es sehr schwer Schule und Fußball zu vereinen. "Ich
habe mich mehr auf den Fußball konzentriert und weniger auf das Lernen
und Schreiben," gesteht Ebert. "Aber die Schule hat mich sehr
gut unterstützt und mir Privatstunden ermöglicht".
Fußball ist sicherlich der populärste Sport, aber nicht der einzige
Sport an der Schule. Auch Sportler aus anderen Sportarten wie Tennis,
Eishockey, Hockey, Schwimmen, Rudern, Basketball und weiteren werden an
der Schule aufgenommen. Die an der Schule angebotenen Sportarten
spiegeln die Mischung aus Mädchen und Jungen wider, die derzeitig im
Verhältnis 1:3 an der Schule vertreten sind. Barney würde sich mehr
Schülerinnen an seiner Schule wünschen und sieht im Angebot von neuen
Sportarten wie zum Beispiel dem Tanzen eine Möglichkeit die
Aufmerksamkeit dieser Zielgruppe zu gewinnen.
Ferner könnten Schülerinnen in die Fußstapfen (oder eher in die
Schlittschuhe) der zweifachen olympischen Goldmedaillengewinnerin
Katarina Witt treten, die ebenfalls eine Kinder- und Jugendsportschule
in der DDR besucht hatte. Witt erklärte: "Durch die Unterstützung
der Schule war ich in der Lage meine ganze Energie auf den Sport zu
lenken. Dies war extrem förderlich, da es im Gegensatz zu anderen
Sportarten, in denen man seinen Leistungshöhepunkt erst später
erreicht, im Eiskunstlauf besonders wichtig ist, schon in jungem Alter
sehr gute Leistungen zu zeigen."
Die Schüler, die die Poelchau-Oberschule besuchen, werden entweder
angeworben oder haben sich (durch ihre Eltern) um einen Platz beworben.
Einer dieser Schüler ist Ngo Trung Hieu, ein 12-jähriger Fußballspieler,
der während eines Turniers die Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte.
Als ICSSPE Präsidentin Gudrun Doll-Tepper auf der diesjährigen
Einschulungsfeier für über 500 Eltern und Schüler eine Rede hielt, hörte
Ngo Duc Hau aufmerksam zu und gab seinen Stolz darüber kund, dass sein
Sohn der erste Schüler vietnamesischer Abstammung an der
Poelchau-Oberschule ist.
Für Hieu bedeutet der Eintritt in eine neue Schule auch neue Freunde zu
finden. Als Ebert zur Schule ging, waren die meisten seiner Freunde
seine Mannschaftskameraden, auch wenn manche, wie er sagt, normale,
nicht sportbetonte Schulen besuchten. "Es war schwierig Freunde außerhalb
der Schule zu finden, da die Jugendlichen andere Interessen und andere
Stundenpläne hatten."
Auf die Beibehaltung des vollen Stundenplans legen die Schulen weiterhin
großen Wert. Auch wenn die sportliche Leistung für die Aufnahme eines
Schülers an die Schule entscheidend ist, so sind es ihre schulischen
Leistungen, die ihnen einen Verbleib an der Schule garantieren. "Es
ist unsere Philosophie, dass aus schlechten Schülern auch keine guten
Sportler werden. Sie müssen zu Disziplin erzogen werden. Fällt ein Schüler
in seinen schulischen Leistungen zurück, so erfährt er schnell, dass
Schule an erster Stelle, Sport an zweiter Stelle steht," erklärt
Schulleiter Barney.
Vincent
Chew, International Council of Sport Science and Physica |