Täglicher Doppelpass ...


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Heft  Dezember 2006
Täglicher Doppelpass

Patrick Ebert, Kevin-Prince Boateng oder Niko Pellatz: Die drei erfolgreichen Nachwuchskicker stehen stellvertretend für die hervorragende Jugendarbeit, die bei HERTHA BSC seit Jahren reife Früchte trägt. Ein wichtiger Baustein im ausgetüftelten Nachwuchskonzept der »Blau-Weißen« ist die Poelchau-Oberschule in Charlottenburg-Wilmersdorf. 39 HERTHANER profitieren momentan von der reibungslosen Zusammenarbeit mit der sportbetonten Bildungsstätte unweit des Olympiastadions. Ein Nutznießer der kurzen Wege und tollen Ausbildung ist Damir Coric.

Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß, also die harte Arbeit, gesetzt. Das ist bei Damir und seinen Mitspielern nicht anders. Um 6.30 Uhr schrillt der Wecker und ein gut strukturierter Tag wartet auf den Abwehrspieler mit bosnischen Wurzeln. Nach dem Frühstück geht's zuerst zur Schule. Von 8 bis 9.35 Uhr gibt's Kopfgymnastik. Der eigens bereitgestellte Bus sorgt danach dreimal in der Woche (Dienstag bis Donnerstag) für den reibungslosen Transport zum HERTHA-Trainingsgelände: Zur ersten Einheit unter Leitung seines Coaches Dirk Kunert. 
Ab 10 bis 11.30 Uhr wird
der Körper geschult. Danach Duschen, in den Bus und ab zwölf folgte Runde zwei in der Poelchau-Schule, die sich bis 14.30 Uhr hinziehen kann. 
Am Nachmittag fährt Damir dann nach Hause. Ein bisschen Relaxen okay, aber lange die Beine hochlegen und Faulenzen ist nicht. Denn Trainingseinheit Nummer zwei, von 17 bis 18.30 Uhr, steht gleich wieder auf dem Programm.

Und das »jeden Tag« wie uns der bescheidene Damir versichert. Ein langer Tag, der noch länger werden kann, wenn Hausaufgaben anstehen.
Seit zwei Jahren besucht der zurückhaltende Jungnationalspieler die sportbetonte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. 
»HERTHA hat bei meinen Eltern angefragt und hat sich dann um alles gekümmert«, beschreibt er die Aufnahme in die Schule als für ihn unproblematisch. Seit nunmehr elf Jahren trägt der gebürtige Berliner den Dress des Hauptstadtklubs und ist in seinem Heimatverein hochzufrieden. 
Das sind auch die Verantwortlichen von HERTHA BSC mit dem 1,73 Meter großen Abwehrmann. Denn ellenlang ist die Latte der Vorzüge Damirs: Eine unwahrscheinliche Physis, eine ungeheuere Zweikampfstärke, Schnellig
Mit diesen Eigenschaften ist es nicht verwunderlich dass der Poelchau-Schüler eine Berufung in die Nationalmannschaft erhielt. Seit Ende September stehen in der sportlichen Vita des
15-Jährigen zwei DFB-Länderspiele.  Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden Shervin Radjabali Fardi und Lennart Hartmann wurde er zu den Vergleichen gegen Nordirland eingeladen und trug dabei die Kapitänsbinde der U16. 
Die drei HERTHANER erlebten einen tollen Einstand, wurde doch die Partie in Rotenburg/Wümme mit 2:1 und
auch das Spiel zwei Tage darauf in Schneeverdingen mit 4:0 gewonnen. Zwar musste Damir mit einer Prellung am Knöchel in Spiel zwei vorzeitig vom Platz, aber die Verletzung ist auskuriert. Auch für die folgenden Länderspiele in Mazedonien ist der HERTHA-Youngster nominiert. 
Die sportliche Entwicklung des hoffnungsvollen
Talents geht also im Nationalteam weiter. Wie auch die Schulische am Halemweg, die »schon okay« ist, aber »weniger Unterricht« wäre ihm auf alle Fälle lieber, verrät uns Damir. Doch trotz der fußballerischen Präferenz will er auf alle Fälle das Abitur machen. Das ist auch die Intention der Poelchau-Oberschule und HERTHA BSC, die 2001/2002 ihre Zusammenarbeit begannen. Neben der hervorragend organisierten Trainingsarbeit in der Jugendakademie galt es, auch den schulischen Bereich für die in HERTHAs Obhut befindlichen Jugendlichen zu gewährleisten. Mit der sportbetonten Poelchau-Schule wurde dieser Partner gefunden. Patrick Ebert, Kevin-Prince Boateng und Niko Pellatz profitierten davon. Wie auch Robert Müller: Damirs Vorbild.

Auszeichnung:

Vor dem Bundesligaspiel 
gegen den VfB-Stuttgart gab's die Urkunden für Damir
(3.v. rechts unten) 
& Co für die gewonnene Deutsche Schulmeisterschaft. 
Mit dabei die "Väter des Erfolgs" Jugendkoordinator Frank Vogel
(2.v.re.) und Trainer Dirk Kunert.

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