Es war einmal ...

Stand: 1.11.08


Seite 8

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Innovation an Schulen

Einladung beim Bundespräsidenten

Kooperation mit Karstadt

Poelchau-Magazin gti

"Wir können nicht den Wind kommandieren, 

aber wir können die Segel setzen!"

Unter diesem Motto fand in der Zeit vom 10.-12.9.2000 die dritte Jahreskonferenz des Projektes "Internationales Netzwerk innovativer Schulen" (INIS) der Bertelsmann-Stiftung statt. Tagungsort war Oberaula in Hessen.

Oberaula? Es mag auf den ersten Blick verwundern, einen mit internationalen, hochrangigen Teilnehmern besetzten Kongress in den ländlich geprägten Schwalm-Eder-Kreis südlich von Kassel zu verlegen.
Den Initiatoren und Organisatoren um Cornelia Stern von der Bertelsmann-Stiftung und Armin Lohmann, dem Referatsleiter für Evaluation und Qualitätssicherung im Niedersächsischen Kultusministerium, ist es jedoch gelungen, durch ein kongeniales Kulturprogramm und durch Exkursionsangebote zu innovativen Schulen in der Region vor allem den internationalen Teilnehmern den Reichtum der deutschen Kulturlandschaft vor Augen zu führen. Auf diese Weise wurde im besten Sinne deutsche Außenpolitik betrieben.
Weltinnenpolitik fand auf den Arbeitssitzungen des Kongresses statt. "Jede Veränderung beginnt mit dem Stellen von neuen Frage", mit diesen Worten stimmte Norm Green vom Georgian College in Ontario / Kanada die Teilnehmer ein. Die beherrschende Frage war: "Wie können wir unsere unterschiedlichen Schulsysteme fit machen für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts."  Allgemeingut ist inzwischen weltweit, dass sie es nicht sind. Es machte den Wert dieses Kongresses aus, dass er dazu nicht allgemeine Absichtserklärungen bot, theoretische Konzepte, sondern eine Vielzahl von bereits praktizierten Lösungen präsentierte.
Ein Rundgang durch den Konferenzraum mit seinen zahlreichen Stellwänden bot am ersten Tag die Gelegenheit zu sehen, dass so unterschiedliche Schulen wie die Quartierschule Wengi in Zürich, die Clippens-Schule für Behinderte in Linnwood / Schottland, die Eidvoll-Schule in Norwegen oder die Steinwald-Schule in Neukirchen / Hessen zwar im Einzelnen sehr unterschiedliche Lösungen erarbeitet hatten, zwischen allen Schulen aber ein Grundkonsens im Ethos des Lehrens und Lernens besteht.
Lehrer müssen sich für ihre Schüler verantwortlich fühlen. Diese Vorstellung mag für sich genommen nichts Besonderes sein. Die Qualität des neuen Denkens, die der Kongress praktizierte, zeigt sich jedoch darin, dass diese Eigenverantwortlichkeit (accountability) nicht beim einzelnen Lehrer belassen wird. Dort ist sie oft zwar als gute Absicht vorhanden, unterliegt jedoch nie einer Kontrolle auf der Basis des Maßstabs von Nachhaltigkeit, Wirksamkeit. Ein Lehrer kann immer nur so gut sein, wie die Schule als lebendige Organisation gut ist. Eine gute Organisation überprüft aber ständig ihre Qualität. "Niemand ist perfekt, aber ein Team kann es werden", sagte Norm Green.
"Welches sind unsere grundsätzlichen Ziele, welchen Ethos des Lehrens und Lernens pflegen wir, wo sind wir jetzt, wo wollen wir in einem Jahr sein, welche längerfristigen Ziele haben wir?" Steve Benson vom Erziehungsministerium in Neuseeland präsentierte in einer Unterarbeitsgruppe des Kongresses die Arbeitsschritte dieses Erkenntnisprozesses, der immer wieder die nachvollziehbare Rückmeldung über den erreichten Stand erlaubt: "Strategieplan, Jahresplan, jährlicher Report, gemeinsame Beratung". Seine step-by-step-Anleitung ist weltweit anwendbar, unabhängig der oft gewaltigen unterschiedlichen nationalen Verhältnisse. Das Instrument, mit dem die Qualität auf den Prüfstand gestellt wird, ist die Evaluation. Hier werden gesicherte Daten über die Schule und die Qualität des Unterrichts erhoben:
Es machte den Charme des INIS-Kongresses aus, dass er in der sehr schönen Nordhessischen Landschaft mit ihren gediegenen Orten und der sehr ländlich, sehr unmittelbar geprägten Gastfreundschaft stattfand. Hier konnten die Teilnehmer erleben, wie Kultur "auf dem Lande" gelebt wird. Die  dort lebenden Künstler hatten ein Angebot, dass sich nicht hinter der urbanen Kultur der Metropolen zu verstecken brauchte. Hier ist an Kurt
Makowski aus Neukirchen mit seinen afrikanisierenden Stein- und Holzskulpturen zu 

denken, die im Garten des Tagungshotels aufgestellt waren, und vor allem anHans-Joachim Bauer aus Ziegenhain, der mit seinem Land-Art-Projekt "Inis Grows" faszinierte. Auf dem Feld, in das diese Buchstaben förmlich eingepflanzt waren, landeten zum Abschluss dieser Kunstexkursion zwei Fallschirmspringer mit Paraglidern. Als sie sich von den Gurten und Schnüren ihres Fluggeräts befreit hatten, kam an ihnen die Tracht der Schwälmer Volksmusikgruppe zum Vorschein. Welch ein metaphenreiches Bild: Tradition und Moderne vereint.Der Schwalm-Eder-Kreis verfügt über ein bedeutendes Potential an Reformschulen, die sich mit hohem Engagement den Herausforderungen der Zeit gestellt haben. Von deren Qualität konnten sich die Kongressteilnehmer am 3. und 4. Tag überzeugen. Archie McGlynn, Her Majesty's Chiefinspector of Schools, Edinburgh / Schottland sprach den Konferenzteilnehmern aus dem Herzen, wenn er sagte, er beurteile eine Schule nicht nach abstrakten 25 Regeln der Selbstevaluation. Wenn er in eine Schule komme, atme er deren Geist ein und er spüre deren Klima ("Spirit and Vibrations"). Beide seien für ihn die wahren Indikatoren für eine lebendige Schulkultur und einen hohen Qualitätsstandard. - Andererseits: Ohne Evaluation keine Qualität, und ohne Qualität keine Schulkultur.Der Berichterstatter war in der Burgsitzschule in Spangenberg. Er konnte wahrnehmen, wie mitten in den hessischen Wäldern eine Video-Konferenz mit Südengland organisiert wurde, bei der Schüler sich über den Stand der gemeinsamen Projektarbeit "ökologischer Landbau" informierten. Mit einen dicken Wörterbuch bewaffnet, und mit viel Spaß waren die Schüler bei der Sache. Eine internationale Schülergruppe sammelte wenige Kilometer weiter in einem ökologischen landwirtschaftlichen Betrieb die praktischen Erfahrungen. Die Arbeitssprache der Schüler war Englisch. Beim Besuch gaben Schülerinnen aus der 8. und 9. Klasse einen interessanten Bericht über den Stand der Dinge in einem beeindruckenden Englisch.
Am Ende der INIS-Tagung wurde sehr deutlich: Es gibt ein klares Bild von den notwendigen Schritten zu einer verantwortungsbereiten, qualitätsbewussten Schulorganisation. Es gibt viele Schulen, im Schwalm-Eder-Kreis, in Deutschland, wie auch weltweit, die sich nicht von den Verhältnissen niederdrücken lassen. Es gibt Schulen, die hart arbeiten, erfolgreich, mit viel Gestaltungswillen und mit frohem Mut. Sie vermitteln die Botschaft: Wir sind mitten drin, Schule wird neu gedacht, Schule wird neu gestaltet. Wer Pauschalurteile über angeblich fortbildungsunwillige, in ihre Freizeit verliebte Lehrer fällen will, der sehe sich vorher diese Schulen an!
Die lokalen Bürgermeister machten über die Parteigrenzen hinweg sehr deutlich, dass sie alles in ihren Möglichkeiten Stehende unternehmen werden, um "Ihre" Schulen bei der Ausbildung und der Erziehung der nachfolgenden Generation zu unterstützen.
Die Zukunft wird bestimmt von den Handlungen, die wir heute unternehmen. Es ist das Verdienst der Bertelsmann-Stiftung, dieses Netzwerk der innovativen Schulen ins Leben gerufen und mit ihren finanziellen und personellen Ressourcen unterstützt zu haben. Die "Toolbox" zur Sicherung von Qualität, zur Bewältigung der großen Herausforderungen steht bereit. Jetzt kann sich niemand mehr mit Unwissenheit oder Informationsmangel herausreden. Aber: Will das jemand?
Qualität macht Spaß, es ist eine Lust, zu evaluieren.                          Dietmar Schewe

Der Autor, Dietmar Schewe, ist Lehrer und Mittelstufenleiter an der Poelchau-Oberschule. Er beschäftigt sich intensiv mit der Schulprogramm-  und Evaluationsthematik.

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Einladung beim Bundespräsidenten ...

Gern folgte eine Schülerdelegation unserer Schule der Einladung von Bundespräsident Rau
im Oktober 2002.

Anlass war die Eröffnung der Initiative

Bundespräsident Rau eröffnet bundesweite Aktion "www.sport-baut-bruecken.de"

Von spontaner Hilfsbereitschaft zur dauerhaften Freundschaft
Bundespräsident Johannes Rau startet Aktion


Deutsche Sportjugend und Dresdner Bank organisieren Begegnungen Jugendlicher in Ost und West.

"Wir wollen dem Langstreckenziel der inneren Einheit ein großes Stück näher kommen. Dazu können die Sportvereine, die sich bei www.sport-baut-bruecken.de beteiligen, einen wichtigen Beitrag leisten. Sie können dabei helfen, Begegnungen zu vermitteln, Freundschaften zu stiften, Verbindungen und Bindungen herzustellen." Mit diesen Worten startete Bundespräsident Johannes Rau am 28.10.02 im Schloss Bellevue in Berlin eine bundesweite Begegnungsaktion junger Sportler aus dem Osten und Westen Deutschlands. Die Partner Deutsche Sportjugend und Dresdner Bank organisieren und begleiten die Initiative.

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Kooperation mit Karstadt besiegelt ...

Nach umfangreichen Vorverhandlungen und -absprachen konnte auf Vermittlung der IHK- Berlin, Initiative Schule und Betrieb, am 8. Januar 2003 der Kooperationsvertrag unterzeichnet werden. Er ist im Wortlaut auf dieser Seite unten nachzulesen.

Bei der Vertragsunterzeichnung:

Sybille Volkholz
IHK- Beauftragte und
Schulsenatorin a.D.

Lothar Lang,
Personalchef
Karstadt Charlottenburg

Dietmar Schewe,
Päd. Koordinator (k)
der Poelchau-Oberschule

v.l.n.r.

Kooperationsvereinbarung
zwischen der         Poelchau-Oberschule 
und                         Karstadt / Wilmersdorfer Str.

Präambel
Die Poelchau-Oberschule und Karstadt/Wilmersdorfer Str. streben im Rahmen des IHK-Projektes „Partnerschaft Schule – Betrieb“ eine Zusammenarbeit an, die die Schule in ihrer pädagogischen Arbeit durch stärkere Realitätsbezüge unterstützen, für die Schülerinnen und Schüler die Berufsvorbereitung verbessern soll und dem Betrieb einen größeren Einblick in die Möglichkeiten und Leistungen der Schule verschaffen soll. Beide Beteiligten gehen davon aus, dass eine bessere Kenntnis voneinander, von den gegenseitigen Erwartungen und Anforderungen, den Jugendlichen bei dem Erwerb von Kompetenzen zur Bewältigung ihres Lebens und der Vorbereitung auf ihre Zukunft zugute kommt.

Zielsetzung der Kooperation
Beide Partner wollen gemeinsam dazu beitragen, dass die Schule ihre Schülerinnen und Schüler realitätsnäher ausbilden kann und der Betrieb die Bedingungen einer Schule genauer kennen lernt. Beide wollen dadurch auch zu einer besseren gegenseitigen Kenntnis und Wertschätzung beitragen. Sie werden dazu gemeinsame Projekte durchführen über Veränderungen der Arbeitswelt, Firmenvertreter werden in der Schule berichten, wie sich  Anforderungen an Arbeitskräfte und Auszubildende verändern sowie Bewerbungstrainings anbieten.

Kooperationsprojekte
Die Poelchau-Oberschule bietet ab der 7. Klasse einen Wahlpflichtkurs „Junge Unternehmerinnen und Unternehmer“ an, indem Grundprinzipien wirtschaftlichen Denkens und Handelns gelernt werden sollen. Sie möchte die Kooperation mit Unternehmen dazu nutzen, Projekte realitätsnah mit Mitarbeitern und Auszubildenden gestalten zu könne
In der unmittelbaren berufsvorbereitenden und –orientierenden Arbeit möchte die Poelchau-Oberschule engere Kontakte zur betrieblichen Wirklichkeit herstellen und ihren Jugendlichen mit ihren Lehrern genauere Einblicke ermöglichen. Dabei geht es um die Anforderungen, die an künftige Auszubildende zu stellen sind, um Unterstützung beim Bewerbungstraining und um die Vermittlung von unmittelbarer Erfahrungen von Jugendlichen, die sich z. Z. in der Ausbildung befinden.
Auch bei der Vermittlung von Plätzen für das jährliche Betriebspraktikum wird eine Kooperation angestrebt.

Im einzelnen wird vereinbart:
Angebote von Karstadt/Wilmersdorfer Str.:
Gemeinsame Durchführung von Projekten, z.B. „Wie wird ein neuer Artikel vermarktet?
Blick hinter die Kulissen eines Kaufhauses 
Beteiligung von Schülern an der Planung und Durchführung der Aktion zum Schulanfang
Gestaltung eines Schaufensters 
Verkauf eines in der Schule hergestellten Produkts 
Vorträge von Mitarbeitern und Auszubildende über Anforderungen an Berufe im Einzelhandel
Angebote der Poelchau-Oberschule:
Crashkurs in Deutsch- und Englisch
Beratung durch Trainer in der Sportabteilung 
Aktionen von Leichtathleten und Fechter.
Die Aktion zum Schulanfang wird auf Verbesserungsmöglichkeiten hin überprüft und bewertet 
Schüler und Schülerinnen überprüfen das Angebot an „junger Mode“ 

Dauer und Verfahren des Vertrages
Die Kooperationsvereinbarung wird von allen Partnern gemeinsam getragen und gilt für unbestimmte Zeit. Die Vertragspartner werden mindestens halbjährlich ihre Erfahrungen mit den gemeinsamen Projekten austauschen, sie dabei konkretisieren und weiterentwickeln und gegebenenfalls ändern.
Wenn ein Partner mit der Leistung des anderen nicht zufrieden ist, kann die Zusammenarbeit jederzeit verändert werden oder auch beendet werden. Es sollte vorher in jedem Falle ein Vermittlungsgespräch versucht werden.

Ansprechpersonen für die Partner sind:

Poelchau-Oberschule: Herr Schewe, Pädagogischer Koordinator, Frau Henftenberg, Sozialpädagogin
Karstadt/Wilmersdorfer Str.:  Lothar Lang, Leiter Personalabteilung 

Berlin, den  8. Januar 2003

Für die Poelchau-Oberschule                            Für die Karstadt / Wilmersdorfer Str.

Rüdiger Barney, Schulleiter                              Lothar Lang, Leiter der Personalabteilung

Wir wünschen uns eine gute Zusammenarbeit !

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Das Magazin erscheint in lockerer Folge und ist meist um ein Schwerpunktthema gruppiert.

Zum Beispiel informieren wir über den Aufbau der Gesamtschule, sein Kurssystem und seine Kursnoten.

Neulingen auf der Gesamtschule, aber auch erfahrenen Gesamtschulkennern, erscheint dieser Schultyp bisweilen als organisatorischer Großtanker, in dem die Orientierung oft schwer fällt.

  • Was ist eigentlich leistungsdifferenzierter Unterricht?
  • Welche Rolle spielen Leitungspunkte bei der Notengebung?
  • Wie kommen überhaupt Noten zustande?
  • Wer ist eigentlich wer an unserer Schule?
  • Was findet wann statt?
  • Wo kann ich mich beraten lassen?
  • Welche schulischen und außerschulischen Angebote gibt es an unserer Schule?
  • Wichtige Telefonnummern

Viel Spaß bei der Lektüre der nächsten Ausgaben.

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