110 Fußballer im Einsatz ...


aus: vom  16. Dezember 2002

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110 Fußballer im Einsatz

Tag der offenen Tür an der Poelchau-OS

Von Klaus-Jürgen H o f f m a n n

Seit über einem Jahr zählt auch die Poelchau-OS offiziell zu den 17 sportbetonten Schulen, die durch den DFB gefördert und entsprechend unterstützt werden. Die 1973 gegründete Einrichtung wurde später nach dem Gefängnispfarrer Harald Poelchau benannt. Dieser begleitete als Geistlicher Hunderte von Inhaftierten, die während des Nazi-Regimes verurteilt wurden, auf ihrem letzten Weg zur Hinrichtung.
Diese in Charlottenburg gelegene Schule ist eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe im Ganztagsbetrieb. Am Ende der 10. Klasse stellt der erreichte Abschluss die Weichen für den weiteren Bildungsweg.

Tag der offenen Tür
Am vergangenen Mittwoch wurde nun Bilanz gezogen, fand der "Tag der offenen Tür" statt. Viele neugierige Eltern mit ihren Jungen oder Mädchen der jetzigen 6. Klassen schauten vorbei und waren angetan über das, was in der Aula und auf der Bühne geboten wurde. Sie nahmen viele Informationen mit. Schulleiter Rüdiger Barney und seine Kollegen hatten alles bestens vorbereitet und im Griff.
Alle Profilsportarten waren in einer Sportstraße vertreten, wo entsprechende Stände mit den einzelnen Sportarten dicht umlagert waren. Übertönt wurde alles durch musikalische Beiträge der jungen Talente der Poelchau-Schule.
Natürlich waren auch die Fußballtrainer zugegen. Markus Schatte, Nachwuchs-Trainer bei TeBe, hatte kaum eine freie Minute. "Wir haben
110 Fußballer in den Klassen 7 bis 12. Vereine wie TeBe, Normannia 08 und die Rein. Füchse sind hier vertreten", berichtete Schatte. Ihm zur Seite für die fachliche Ausbildung im Fußball stehen Gora Sen und André Bandit. Man schaut auch stolz auf die Ex-Schüler Christian Ritter (VfL Wolfsburg, A-Jugend), Charles Takyi (Schalke 04, A) sowie Jerome Maass (Bayern München, B), die von TeBe ins Bundesgebiet wechselten.
Aber auch 42 Mädchen gehören dieser sportbetonten Einrichtung an. Betreut werden sie von Trainer Jürgen Druschky, der auch zum Trainerstab beim Frauen-Bundesligisten Tennis Borussia gehört. Karolin Thomas und Yasmin Reeder (beide TeBe-Frauen-Kader) sind die
derzeit bekanntesten Vertreter des weiblichen Geschlechts an der Poelchau-OS. "Wir benötigen ein breiteres Sichtungsfeld, auch ein höheres Sichtungsniveau, um mit Eliteschulen Schritt halten zu können", legte Trainer Druschky den Finger auf die Wunde. Masse ist nicht immer gleich Klasse. In Fragen der weiteren Entwicklung des Mädchenfußballs plant man demnächst einen "runden Tisch" und möchte dazu alle verantwortlichen Stellen zusammen bekommen.

Hertha-Talente gefragt
In diesem Jahr wurde an der Poelchau-Schule eine zweite Hertha-Klasse im 7. Schuljahr eingerichtet. "Insgesamt 54 Fußballer besuchen hier die Schule. Die Talente werden von unseren Trainern auf dem Olympiagelände trainiert", unterstrich Frank Vogel als verantwortlicher Amateur- und Jugendkoordinator bei Hertha BSC die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Poelchau-OS. Hinzu kamen etliche veranlagte talentierte Burschen als Quereinsteiger.
Zu den bekanntesten Hertha-Nachwuchsspielern an der Charlottenburger sportbetonten Einrichtung zählen der Kapitän der A-Jugend, Stefan Schumann, Kevin Boateng (U 15), Pascal Bieler und Aschkan Dejagah (U 16). Letzterer wechselte über die Füchse und TeBe zu den Herthanern.
Wie schon an der Köpenicker Flatow-Oberschule boten auch hier junge Talente Ausschnitte aus dem interessanten Technik-Trainingsprogramm. Die hielten auch die Mädchen toll mit.

Denis Lapaczinski als Gast
Begeistert empfangen wurden auch Hertha-Profi 
Denis Lapaczinski und Herthas Maskottchen "Herhinhos".
Übrigens konnte die Poelchau -Schule beim
diesjährigen

Schulfußball-Endturnier gleich drei Titel abräumen. Auch beim Finale der besten Teams aus allen Bundesländern erreichten sie zweimal das Endspiel. Dann scheiterte man jedoch an der stärkeren Konkurrenz aus Cottbus (Jungen) und Potsdam (Mädchen).
In einem guten halben Jahr werden wieder talentierte Jungen und Mädchen in die 7.Klassen eingeschult. Dann ist auch Hertha BSC wieder mit einer eigenen Klasse dabei. Während die Flatow- und Seelenbinder-Oberschule die alljährliche Sichtung dafür jeweils in diesen Tagen und Wochen durchführen, sichtet Hertha BSC ganzjährig. So bei der Ostersichtung, beim Berliner Volksbank-Cup und natürlich bei den Punktspielen.
Ob nun bei Hertha BSC, TeBe oder anderen Heimvereinen trainiert wird, der Fußball-Nachwuchs versteht sich prächtig an der Poelchau-Schule, schließlich verfolgen sie alle ein gemeinsames sportliches Ziel. Aber nicht jeder Junge kann Fußball-Profi werden. Der Sprung vom Talent zum Profi ist sehr groß.
Bei allen Jungen und Mädchen wird großer Wert auf einen erfolgreichen Schulabschluss gelegt und natürlich auch auf die Entwicklung der Persönlichkeit. Sport und Schule gehören eng zusammen, eines geht nicht auf Kosten des anderen.

Presseschau

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